08 Baudirektion
Geschäftsbericht 2025 15.04.2026
Schwerpunkte der Baudirektion lagen 2025 bei zwei Teilrevisionen des kantonalen Richtplans, der Erarbeitung des Raumplanungsberichts und des kantonalen Waldentwicklungsplans. Zusätzlich wurden zahlreiche Bauprojekte vorangetrieben und grossflächige archäologische Untersuchungen durchgeführt.
Die Baudirektion trägt in vielfältiger Weise dazu bei, dass der Kanton ein nachhaltig attraktiver Standort ist und bleibt. Sie plant und koordiniert die gesamträumliche Entwicklung, erstellt öffentliche Infrastrukturen wie Schulen oder Verkehrswege, engagiert sich für die Land- und Forstwirtschaft, gestaltet den Lebens- und Wirtschaftsraum und sichert das kulturelle Erbe. Sie setzt sich ein für Landschaft und Natur, für Wälder und eine hohe Biodiversität, für Hochwasserschutz, saubere Flüsse, Seen und Luft sowie für eine effiziente und klimagerechte Energienutzung.
Planungs- und Bautätigkeit
In der kantonalen Richtplanung hat der Regierungsrat im Berichtsjahr die Teilrevision 2022 (RRB Nrn. 262/2025 und 263/2025), die Teilrevision 2024 (RRB Nrn. 1191/2025 und 1053/2025) sowie die Teilrevision Energie (RRB Nr. 1160/2025) zur Beratung und Festsetzung an den Kantonsrat überwiesen. Mit der Verabschiedung des Raumplanungsberichts 2025 hat der Regierungsrat dem Kantonsrat Bericht über die Durchführung und den Verwirklichungsstand der Raumplanung gemäss § 10 des Planungs- und Baugesetzes (PBG) erstattet (RRB Nr. 1092/2025).
Damit auch in Zukunft genügend Deponien zur Verfügung stehen, wurden aus rund 400 Vorschlägen die am besten geeigneten Standorte ermittelt. Als Ergebnis sollen 19 neue Deponiestandorte sowie drei Erweiterungen bestehender Deponien in den kantonalen Richtplan aufgenommen, drei bereits im Richtplan eingetragene Standorte gestrichen werden.
Das Richtplankapitel Energie wurde grundlegend überarbeitet. Neben dem Eintrag von Eignungsgebieten für die Nutzung der Wind- und Wasserkraft sollen die Zielsetzungen für die Weiterentwicklung der Energieversorgung festgelegt werden. Gebäude sollen so gebaut und ausgerüstet werden, dass sie möglichst wenig Energie benötigen. Energie aus lokalen, erneuerbaren Quellen soll künftig vermehrt genutzt werden.
Das Hochbauamt konnte im Berichtsjahr mit dem Neubau der Baugewerblichen Berufsschule Zürich, dem Ersatz- und Ergänzungsbau der Integrierten Psychiatrie Winterthur – Zürcher Unterland, der Erneuerung und Erweiterung der Gewerblichen Berufsschule Wetzikon, den Erweiterungsneubauten der Kantonsschule Limmattal in Urdorf und der Flutungsanlage im Ausbildungszentrum Andelfingen mehrere grössere Projekte fertigstellen. Andere Projekte wie das Bildungszentrum für Erwachsene in der Militärkaserne oder der Neubau für das Bezirksgericht Hinwil gingen in die Realisierungsphase.
Der Kanton hat die Zugänglichkeit von rund 110 kantonalen Gebäuden im Rahmen des Aktionsplans Behindertenrechte einheitlich erfasst und bestehende bauliche Hindernisse analysiert. Daraus wurden konkrete Handlungsfelder abgeleitet, mit Fachpersonen und Menschen mit Behinderung gespiegelt, um die Situation wirksam zu verbessern. Durch bauliche, betriebliche und sensibilisierende Massnahmen soll die Hindernisfreiheit künftig systematisch mitgedacht und in den Abläufen der Verwaltung verankert werden.
Im Projekt Veloexpress setzt der Kanton auf einfache, schnell umsetzbare Massnahmen, die für die Velofahrenden eine spürbare Verbesserung bewirken und die Verkehrssicherheit erhöhen. Im Berichtsjahr wurden zum Beispiel Radstreifen verbreitert, geschützte Querungsmöglichkeiten geschaffen, die Sichtverhältnisse verbessert sowie Markierungen zur Unterstützung der optischen Führung angebracht.
Der Entlastungsstollen Thalwil ist mittlerweile fertiggestellt. Die Bauarbeiten am Ein- und Auslaufbauwerk sind noch in Ausführung. Am 23. und 24. August des Berichtsjahres hatte die Bevölkerung die einmalige Möglichkeit, den Stollen zu durchwandern. 18'362 Menschen absolvierten die zwei Kilometer lange Wanderung von der Sihl durch den Zimmerberg an den Zürichsee.
Seit April wird der Furtbach bei Otelfingen revitalisiert. Das Projekt nutzt Synergien mit dem Hochwasserschutzausbau des Kantons Aargau. Während einer Projektwoche erstellten Schulklassen zusätzliche Strukturen am Gewässer.
Die Festlegung der Gewässerräume im Siedlungsgebiet an den kantonalen Gewässern ist mehrheitlich erfolgt und jene an den kommunalen Gewässern in 112 Gemeinden abgeschlossen.
Schutz und Erhaltung
Der kantonale Waldentwicklungsplan WEP2025+ wurde auf den im Berichtsjahr vorangetriebenen Entwurf einer Fachgrundlage ökologische Infrastruktur zur besseren Vernetzung der wertvollen Naturstandorte abgestimmt und die Vernehmlassung gestartet. Für die zukünftige Bewirtschaftung der Gewässer steht die in Konsultation mit allen Betroffenen erarbeitete Strategie Fischereimanagement 2026+ fest.
Um die Situation im Kanton bezüglich per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) fundiert zu bewerten, hat die Baudirektion gemeinsam mit der Gesundheitsdirektion umfassende Analysen durchgeführt. Die zusammengeführten Ergebnisse ermöglichen eine Einschätzung der wichtigsten Quellen und Stoffflüsse der bekannten PFAS und bilden die Grundlage für die Massnahmenplanung zur Reduktion.
Das Hochbauamt und das Immobilienamt starteten das KreislaufLAB. Dieses bietet einem inspirierenden Austausch von Projektbeteiligten für Projektbeteiligte, ist selbstorganisiert und organisationsübergreifend. Damit wird ein Beitrag zur Umsetzung der kantonalen Klima- und Kreislaufwirtschafts-Strategie geleistet.
Der Bau des Brüttener Tunnels und weitere Bauvorhaben verursachten zahlreiche grossflächige archäologische Untersuchungen (Sondierungen, Rettungsgrabungen). Das Theater Winterthur wurde nach der Gesamtsanierung wiedereröffnet, die Instandsetzung des Kutscherhauses der Villa Patumbah wurde abgeschlossen. Im Inventar der schutzwürdigen Ortsbilder von überkommunaler Bedeutung wurden die Ortsbilder Stadt Zürich und Stadt Winterthur festgesetzt. Die Aktualisierung des kantonalen Ortsbildinventars ist damit abgeschlossen. Die Grundlagenphase der Schutzverordnung Albiskette wurde abgeschlossen, die Erarbeitungsphase gestartet. Die landschaftlichen Werte in der Moorlandschaft Neeracherried wurden erhoben.
Neue Verfahren und technische Innovation
Im Berichtsjahr wurde erstmals ein Datensatz aller Einzelbäume im kantonalen Siedlungsgebiet automatisiert aus Lidardaten erstellt und in der Geodateninfrastruktur zur Verfügung gestellt.
Das Tiefbauamt ist seit Längerem nach ISO 9001 Qualitätsmanagement zertifiziert. Im Berichtsjahr konnte die Zertifizierung erfolgreich um die Aspekte Umweltmanagement (ISO 14001) und Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (ISO 45001) erweitert werden.
Mit dem Klimawandel wird die Hitzebelastung im urbanen Raum eine zunehmende Herausforderung. Der Kanton hat die klimatische Situation mit einem Klimamodell umfassend analysiert. Die frei verfügbaren, detaillierten Karten bilden eine wichtige Grundlage für die zukünftige Stadtplanung.
Mit dem Förderprogramm Ladeinfrastruktur der Volkswirtschaftsdirektion und der Baudirektion wird seit April 2023 die Elektrifizierung der Mobilität unterstützt. Bisher wurden rund 6000 Gesuche mit einem Gesamtvolumen von mehr als 37 Mio. Franken zugesichert. Damit wurden Basisinfrastrukturen für rund 88'000 Parkplätze gefördert.
Mit dem gezielten Einsatz von Holz als Bau- und Werkstoff lassen sich CO2-Emissionen reduzieren und Kohlenstoffspeicher aufbauen. Die Baudirektion hat dazu eine Holzstrategie erarbeitet. Diese zeigt auf, wie das nachwachsende und lokal verfügbare Material Holz vermehrt in langlebigen Produkten genutzt, wiederverwendet und der darin gespeicherte Kohlenstoff am Ende der Lebensdauer langfristig gespeichert werden kann.
Das von der Baudirektion und der Finanzdirektion gemeinsam geleitete Projekt zur Überprüfung der Koordinationsstrukturen und der Lead-Buyer-Funktionen im Beschaffungswesen konnte im Sommer des Berichtsjahres mit RRB Nr. 750/2025 zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden. Ab 1. Januar 2026 übernimmt die neue Kommission für Beschaffungswesen die Aufgaben der Kommission für öffentliche Beschaffungen und der Beschaffungskoordination. Der Regierungsrat stärkt damit die Beschaffungskoordination und legt die Basis für eine vermehrt interdisziplinäre Herangehensweise an die Herausforderungen des Kantons im Beschaffungsbereich.
Rechtliches
Um die rechtlichen Hürden für die Weiterentwicklung von Bestandesbauten zu minimieren, hat die Baudirektion einen Entwurf für die Änderung des Planungs- und Baugesetzes (PBG) zum erleichterten Bauen im Bestand erarbeitet. Die Vorlage ist bis Anfang 2026 in der Vernehmlassung. Ebenfalls fand die Vernehmlassung für eine Änderung des PBG im Bereich Denkmalschutz statt. Mit den geplanten Anpassungen sollen sinnvolle Nutzungen, energetische Modernisierungen und die Weiterentwicklung von Baudenkmälern unterstützt, die Prozesse beschleunigt und die Stellung der Eigentümerinnen und Eigentümer gestärkt werden. Die geänderten Bestimmungen im PBG über Fahrzeugabstellplätze traten am 1. August in Kraft, diejenigen zum Vogelschutz am 1. November.
Am 2. Juli des Berichtsjahres hat der Regierungsrat die neue Wasserverordnung beschlossen (RRB Nr. 714/2025). Gleichzeitig legte er fest, dass das neue Wassergesetz vom 12. Dezember 2022 und die Wasserverordnung am 1. November des Berichtsjahres in Kraft treten. Damit wird das Wasserrecht im Kanton auf eine moderne, umfassende und aktuelle Grundlage gestellt. Gegen die Wasserverordnung wurde allerdings Beschwerde erhoben. Aus diesem Grund verzögert sich das Inkrafttreten von Gesetz und Verordnung.
Im Rahmen der Totalrevision des Landwirtschaftsgesetzes wurde das Normkonzept für das Gesetzgebungsprojekt erarbeitet.
Interne Reorganisation und Entwicklung
In der Veränderungsbegleitung wurden im Berichtsjahr die Pilotierung der Neuen Arbeitswelten sowie die Vorbereitungen auf den Umzug Anfang 2026 in das Rochadegebäude an der Zollstrasse vorangetrieben. Der Schwerpunkt lag auf der bedarfsgerechten Unterstützung der betroffenen Ämter und der Förderung der amtsübergreifenden Zusammenarbeit. Das Rochadegebäude an der Zeughausstrasse wurde im Berichtsjahr übernommen und der Mieterausbau aufgenommen.
Um die Führungskräfte noch besser zu unterstützen, wurden die Dienstleistungsangebote rund um Veränderungsprozesse geschärft und visualisiert. Die überarbeiteten Stellenprofile spiegeln die Führungskultur wider und unterstützen eine potenzialorientierte Rekrutierung. Die Führungskultur wurde in Praktikums- und Berufsbildungsschulungen thematisiert und fliesst stärker in die Ausbildung der Nachwuchskräfte ein.
Leistungsgruppen
Der Bericht enthält Informationen folgender Leistungsgruppen:
- 8000 Generalsekretariat
- 8100 Hochbauamt
- 8300 Amt für Raumentwicklung
- 8400 Tiefbauamt
- 8500 Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft
- 8510 Altlasten
- 8700 Immobilienamt
- 8710 Liegenschaften Finanzvermögen
- 8750 Liegenschaften Verwaltungsvermögen
- 8800 Amt für Landschaft und Natur
- 8910 Natur- und Heimatschutzfonds
- 8930 Mehrwertausgleichsfonds
- 8940 Denkmalpflegefonds
- 8950 Fonds für die Entsorgung von Kleinmengen an Sonderabfälle
- 8960 Deponiefonds
- 8970 Kantonaler Waldfonds
- 8980 Wildschadenfonds