Zukünftige Entwicklung

Die Zürcher Bevölkerung wächst und altert auch künftig. Dies zeigen die regionalisierten Bevölkerungsprognosen für den Kanton Zürich.

Inhaltsverzeichnis

Neue Prognosen bis 2050

Aktualisiertes Szenario «Trend ZH 2021»

Das Statistische Amt hat 2020 das kantonale Bevölkerungsprognosemodell überarbeitet. Einerseits wurden sämtliche Annahmen über zukünftige Trends aufgrund der Entwicklungen 2010–2019 neu überdacht. Anderseits wurden die Annahmen für die kantonale Entwicklung an das neue Referenzszenario «AR-00-2020» des Bundes angepasst und der Prognosehorizont bis 2050 ausgeweitet. Ende März 2021 hat das Statistische Amt dieses Szenario aktualisiert. Es heisst «Trend ZH 2021» und startet mit der Bevölkerung per Ende 2020 und mit aktualisierten Prognosebausteinen.

Die Grundannahmen der Prognose

Das Szenario «Trend ZH 2021» geht grundsätzlich davon aus, dass der Kanton Zürich auch in naher Zukunft als Arbeits- und Wohnort attraktiv bleibt und viele junge Leute anzieht. Es nimmt an, dass die Geburtenrate der Frauen bis 2050 leicht ansteigt und die Lebenserwartung weiter zunimmt. Die Wanderungsgewinne mit dem Ausland bleiben vorerst hoch, verringern sich aber im Laufe der Zeit. Die Wanderungsbilanz mit den übrigen Kantonen bleibt ausgeglichen. Das in den vergangenen Jahren beobachtete Wanderungsmuster innerhalb des Kantons Zürich bleibt auch in der Zukunft grundsätzlich erhalten, wird aber durch raumplanerische Vorgaben beeinflusst.

Corona vorderhand nicht berücksichtigt

Die Grundannahmen für die kantonalen Szenarien «AR-00-2020» des BFS sowie für das vorliegende kantonale Szenario «Trend ZH 2021» wurden im Herbst 2019 getroffen, also noch vor Ausbruch der COVID-19-Pandemie. In den Szenarien sind allfällige Auswirkungen von Corona nicht berücksichtigt, weil sie noch nicht absehbar sind.

Ausgewählte Ergebnisse

Bevölkerung wächst weiter

Gemäss dem aktuellen Szenario wird die Bevölkerung des Kantons Zürich von 2020 bis 2050 um rund 29 Prozent auf gegen zwei Millionen wachsen. Die Bevölkerung wächst mehrheitlich durch Wanderungsgewinne, aber auch durch Geburtenüberschuss. Das Wachstum wird sich aber im Laufe der Zeit abschwächen. Einerseits gehen wir davon aus, dass die Netto-Zuwanderung aus dem Ausland etwas zurückgeht. Andererseits nimmt in den nächsten Jahren die Zahl der Sterbefälle trotz steigender Lebenserwartung zu, weil die geburtenstarken Jahrgänge aus den 1960er-Jahren allmählich ins Rentenalter kommen. Da aber die Geburtenzahl ähnlich stark steigt wie die Zahl der Sterbefälle, trägt der Geburtenüberschuss noch lange Zeit zum Wachstum bei. Für den Kanton Zürich rechnen wir im Vergleich zu den anderen Kantonen mit einem überdurchschnittlichen Wachstum, dies aufgrund von höheren Wanderungsgewinnen und höherem Geburtenüberschuss.

Bevölkerungsentwicklung im Kanton Zürich 1960–2050

Szenario «Trend ZH 2021», Bevölkerung zivilrechtlich

Bevölkerungsentwicklung im Kanton Zürich 1980–2050
Quellen: Kantonale Bevölkerungserhebungen / Regionalisierte Bevölkerungsprognosen für den Kanton Zürich (Statistisches Amt des Kantons Zürich)

Die Bevölkerung altert

Die demografische Alterung der Bevölkerung wird sich, trotz Zuwanderung von jungen Menschen und steigender Geburtenzahlen, weiter verstärken. Aufgrund des aktuellen Altersaufbaus nimmt in den nächsten drei Jahrzehnten der Anteil der Personen im Rentenalter (65+-Jährige) markant zu, er steigt von derzeit 17 auf 21 Prozent im Jahr 2050. Weil die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er-Jahre nun laufend ins Rentenalter kommen, steigt die Zahl der 65–79-Jährigen in den nächsten Jahren deutlich an, jene der 80+-Jährigen wird sich bis 2050 im Vergleich zu heute mehr als verdoppeln. Der Anteil der 0–19-Jährigen bleibt auf dem heutigen Niveau von knapp 20 Prozent, der Anteil der 20–64-Jährigen ist hingegen rückläufig. Die demografische Alterung ist im Kanton Zürich dank der Zuwanderung von jungen Menschen im Vergleich zu anderen Kantonen moderat, lässt sich aber nicht aufhalten.

Entwicklung der Zahl der 65+-Jährigen im Kanton Zürich 1995–2050

Szenario «Trend ZH 2021»

Entwicklung der Zahl der 65+-Jährigen im Kanton Zürich 1995–2050
Quellen: Kantonale Bevölkerungserhebungen / Regionalisierte Bevölkerungsprognosen für den Kanton Zürich (Statistisches Amt des Kantons Zürich)

Sämtliche Zürcher Regionen wachsen, aber unterschiedlich stark

Die Bevölkerung wächst bis 2050 in sämtlichen Regionen des Kantons, aber unterschiedlich stark. Am stärksten wachsen bis 2050 das Furt- und das Limmattal mit je knapp 40 Prozent. Das Oberland, das Glattal sowie der Raum Winterthur legen ebenfalls um rund 30 Prozent zu. Am wenigsten wächst das Unterland, aber auch hier sind es knapp 25 Prozent. In absoluten Zahlen legt die Stadt Zürich mit gut 110'000 Personen am stärksten zu, vor dem Raum Winterthur, dem Oberland und dem Glattal.

Alterung in allen Zürcher Regionen

Wie sich die Altersstruktur in den einzelnen Regionen verändern wird, hängt stark von der heutigen Bevölkerungsstruktur ab. Denn die Bevölkerung in den Zürcher Regionen ist nicht überall gleich alt. Während das Durchschnittsalter in der Stadt Zürich aktuell 40.5 Jahre beträgt, liegt es auf dem Pfannenstiel vier Jahre höher. Die wichtigsten Ursachen dafür sind zum einen die regionalen Unterschiede in der soziodemografischen Struktur und zum anderen die Agglomerationsentwicklung der vergangenen Jahrzehnte.

Die Bevölkerung altert bis 2050 in sämtlichen Regionen, aber unterschiedlich stark und in unterschiedlichem Tempo. Nur wenig altert die Bevölkerung gegenüber heute in der Stadt Zürich, dies besonders dank der Zuwanderung von jungen Leuten. Auch am Pfannenstiel hält sich die künftige Alterung in Grenzen: Hier ist die Bevölkerung schon überdurchschnittlich alt, und der absehbare Generationenwechsel wird dazu führen, dass wieder jüngere Personen zuziehen. Am stärksten altern hingegen eher ländliche Regionen, in denen viele Menschen der geburtenstarken Jahrgänge wohnen, etwa das Weinland und das Knonaueramt. Heute ist der Pfannenstiel diejenige Region mit dem höchsten Durchschnittsalter, 2050 wird es voraussichtlich das Weinland sein. Am niedrigsten ist das Durchschnittsalter bis auf weiteres in der Stadt Zürich.

Durchschnittsalter der Bevölkerung in den Zürcher Regionen 1995–2050

Szenario «Trend ZH 2021», Zürcher Regionen im Vergleich mit dem Gesamtkanton

Modell & Methodik

Bei den regionalisierten Bevölkerungsprognosen des Statistischen Amts handelt es sich um eine Szenarienrechnung. Sie liefert «Wenn-Dann-Aussagen» und zeigt, wie sich die Bevölkerung und ihre Struktur in den Teilräumen des Kantons unter bestimmten Annahmen künftig verändern. Dem aktuellen Szenario «Trend ZH 2021» liegen Annahmen zu Geburtenhäufigkeit, Sterblichkeit, Bürgerrechtswechseln und Wanderungsbewegungen zugrunde. Die getroffenen Annahmen entsprechen auf kantonaler Ebene jenen des Bundesamts für Statistik im Referenzszenario «AR-00-2020». Im kantonalen Modell des Statistischen Amts sind aber Geburtenraten sowie internationale und interkantonale Zu- und Wegwanderungsraten regionalisiert. Zur Feinverteilung des Bevölkerungszuwachses wird das Binnenwanderungsmuster der letzten Jahre fortgeschrieben. Diese Binnenwanderungsströme berücksichtigen zusätzlich aber auch die mutmasslichen Einwohnerkapazitäten der kommunalen Siedlungsräume. Das kantonale Modell zeigt die mögliche Entwicklung bis 2050 auf und gibt besonders Aufschluss darüber, wie sich die Altersstruktur in den einzelnen Teilräumen wahrscheinlich verändern wird.

Datenbezug

Welche Daten sind verfügbar?

Eine Auswahl von Daten aus dem Prognoselauf 2021, Szenario «Trend ZH 2021», kann gratis hier heruntergeladen werden.

Detaillierter Datensatz auf Ebene Kanton, Region, Bezirk, differenziert nach Geschlecht und Alter (20 Fünfjahresaltersklassen), 1995–2020 (effektive Daten aus der kantonalen Bevölkerungserhebung) respektive 2021–2050 (Modellwerte aus dem Prognosemodell 2021).

 

Weitere Prognosedaten können kostenpflichtig über unseren Data Shop bestellt werden. Zum Beispiel ein detaillierter Datensatz auf Ebene Gemeinde, im Vergleich mit dem Kanton, ihrer Region und ihrem Bezirk, differenziert nach Alter (20 Fünfjahresaltersklassen), 1995–2020 (effektive Daten aus der kantonalen Bevölkerungserhebung) respektive 2021–2050 (Modellwerte aus dem Prognosemodell 2021). Preis auf Anfrage.

Hinweis

Das Modell ist auf die Schätzung der Bevölkerungsstruktur in grösseren Gebietseinheiten ausgelegt, die Daten liegen aber grundsätzlich auch auf Ebene Gemeinde vor. Die Gemeindeprognosedaten sind aus methodischen Gründen mit grösseren Unsicherheiten behaftet als jene auf Ebene Region. Auf Wunsch können wir Daten auf Ebene Gemeinde oder Gemeindegruppe aufbereiten. Wir können für Sie auch spezielle Auswertungen oder Variantenberechnungen durchführen. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

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