Studien im Bereich Religion

Verschiedene Studien befassen sich mit der Zürcher Religionslandschaft. Zum Beispiel mit den Leistungen der Religionsgemeinschaften für die Gesellschaft oder mit der Situation der nicht-anerkannten Religionsgemeinschaften.

Leistungen der Religionsgemeinschaften

«Tätigkeiten mit gesamtgesellschaftlicher Bedeutung» 

Die Religionsgemeinschaften erbringen Leistungen für alle Zürcherinnen und Zürcher, egal welcher Religion sie angehören. Für diese Leistungen erhalten die anerkannten Religionsgemeinschaften Geld vom Kanton.

Zu diesen Leistungen gab es schon mehrere Untersuchungen. Eine erste Untersuchung der Universität Zürich aus dem Jahr 2017 erfasste diese sogenannten «Tätigkeiten mit gesamtgesellschaftlicher Bedeutung» der reformierten und der katholischen Kirche.

Resultat: Der Aufwand der Kirchen für ihre Leistungen für die Gesellschaft ist höher als der Betrag, den die Kirchen vom Kanton erhalten.

Für die neue Finanzierungsperiode von 2026 bis 2031 haben der Kanton Zürich und die reformierte und katholische Körperschaft gemeinsam eine neue Untersuchung in Auftrag gegeben.

Beitrag zum Gemeinwohl

Die Religionsgemeinschaften erbringen auch Leistungen, die nicht mit einem Geldbetrag beziffert werden können. Leistungen, die zum sogenannten «Gemeinwohl» beitragen. Zum Beispiel in den Bereichen des sozialen Zusammenhalts oder der Wertevermittlung.

Was leisten die anerkannten Religionsgemeinschaften im Kanton Zürich zugunsten des Gemeinwohls? Diese Frage hat eine Studie der Universität Zürich im Auftrag der Direktion der Justiz und des Innern und der Zürcher Kirchen untersucht.

Ergebnisse der Studie sind unter anderem:

Die anerkannten Religionsgemeinschaften bieten Netzwerke für den Aufbau von Beziehungen unter Menschen. 

Sie entlasten mit ihren Leistungen für alle Zürcherinnen und Zürcher den Staat.

Situation der nicht-anerkannten Religionsgemeinschaften

Wie geht es den nicht-anerkannten Religionsgemeinschaften im Kanton Zürich? Und wie soll der Kanton mit ihnen umgehen? Die Direktion der Justiz und des Innern hat im Jahr 2019 eine Untersuchung zu diesen Fragen in Auftrag gegeben. 

Im Zentrum stehen die beiden grössten Gemeinschaften. Das sind die muslimische und die christlich-orthodoxe Gemeinschaft. Beide haben im Kanton Zürich Dachverbände. Das sind die Vereinigung der islamischen Organisationen in Zürich und der Verband orthodoxer Kirchen im Kanton Zürich.

Die Untersuchung hat die organisatorischen Strukturen, die Finanzierung, die Tätigkeiten der Religionsgemeinschaften sowie die persönlichen Hintergründe und die Qualifikationen der aktiven Schlüsselpersonen untersucht.

Die Studie zeigt  eine starke Belastung der Gemeinschaften in organisatorischer und finanzieller Hinsicht.

Es braucht deshalb mittel- und langfristige Perspektiven für tragfähige Strukturen dieser Gemeinschaften.

Die Studie erachtet es zudem als richtig, auch die Leistungen der nicht-anerkannten Religionsgemeinschaften für die ganze Gesellschaft wahrzunehmen und auf geeignete Weise zu unterstützen.

Befragung von nicht-anerkannten Religionsgemeinschaften

Welche Erwartungen haben nicht-anerkannte Religionsgemeinschaften im Kanton Zürich an den Staat und an die anerkannten Religionsgemeinschaften? Im Jahr 2022 hat man zum ersten Mal 22 Dachverbände der verschiedenen Religionsgemeinschaften dazu befragt.

Die Antworten sind unterschiedlich. Trotzdem gibt es Themen, die für alle wichtig sind. Zum Beispiel:

Die Gemeinschaften wünschen sich, dass die Gesellschaft ihre religiöse Tradition wertschätzt.

Sie möchten sichtbarer sein, beispielsweise in offiziellen Dokumenten oder Statistiken.

Sie wünschen sich finanzielle Unterstützung von gesamtgesellschaftlichen Leistungen.

Durchgeführt hat die Befragung das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut (SPI) in Zusammenarbeit mit dem Religionswissenschaftlichen Seminar der Universität Zürich. Auftraggeberinnen der Untersuchung waren die Direktion der Justiz und des Innern und die anerkannten Religionsgemeinschaften im Kanton Zürich.

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