Einführung neues Datenmodell DMAV

Die amtliche Vermessung (AV) steht vor einem bedeutenden Wandel. Mit der Einführung des neuen Datenmodells DMAV modernisiert der Bund die Grundlagen der AV umfassend.

Neues Datenmodell der amtlichen Vermessung (DMAV)

Der Bund führt ein neues Datenmodell der amtlichen Vermessung (DMAV) ein. Die digitalen Daten der AV sind für zahlreiche Stellen unverzichtbar. Damit der Austausch dieser Georeferenzdaten zwischen Nachführungsstellen, Gemeinden, Kantonen und dem Bund reibungslos funktioniert, müssen sie in einem einheitlichen Datenmodell vorliegen. Die vom Bund definierte Struktur ermöglicht den schweizweiten Datenaustausch.

Das neue Modell setzt auf einen modularen Aufbau und die Datenbeschreibungssprache INTERLIS 2. Die Einführung in der gesamten Schweiz ist bis Ende 2027 geplant.

Vorteile des neuen Datenmodells

Das neue Modell besteht aus mehreren thematischen Geodatenmodellen. Diese Modularität ermöglicht eine flexible Kombination der Daten der AV.

DMAV bietet zudem die Möglichkeit, Daten einzubinden, die für die amtliche Vermessung relevant sind, aber nicht von ihr erfasst oder verwaltet werden. So steigen Agilität und Reaktionsfähigkeit gegenüber neuen oder geänderten Anforderungen. Der Datenaustausch und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Stellen wird verbessert.

Die Einführung des neuen Datenmodells DMAV stellt einen grundlegenden Wechsel in der Strukturierung und Nutzung der digitalen Daten der AV dar. Durch die modulare und flexible Ausgestaltung sollen der schweizweite Datenaustausch optimiert und die Effizienz der amtlichen Vermessung erheblich gesteigert werden.

  • Modernes zukunftsfähiges Datenmodell
  • Modular und flexibel erweiterbar, ohne das gesamte Modell zu ersetzen
  • Bessere Unterstützung digitaler Prozesse wie automatisierter Datenaustausch oder bei GIS-Anwendungen und Webservices
  • Anpassungsfähigkeit für zukünftige Anforderungen wie 3D-Daten

Projektplanung

Das Projektvorhaben soll bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Die folgende Tabelle beschreibt die Projektphasen mit ihren Schwerpunkten.

Zeitplan

Projektphasen für die Einführung des neuen Datenmodells.
Projektphasen für die Einführung des neuen Datenmodells. Quelle: BD-ARE-GEO

Vorgehen

Schaffung der gesetzlichen Grundlagen

Bis 2027 werden die kantonalen Gesetzesgrundlagen (KGeoIG, KGeoIV, KVAV) an die neuen bundesrechtlichen Vorgaben angepasst. Gleichzeitig werden die technischen Weisungen überarbeitet.

Kantonales Modell

Mit der Einführung von DMAV und dem Inkrafttreten der VAV-VBS sind kantonale Modellerweiterungen nicht mehr zulässig. Der Kanton Zürich hat bisher traditionell mehr Details und weitere Attribute in der AV erhoben. Dieser höhere Detaillierungsgrad und Informationsgehalt wird von Nutzenden sehr geschätzt und soll weiterhin in ähnlichem Umfang bereitgestellt werden können. Der Kanton Zürich erarbeitet deshalb ein kantonales Ergänzungsmodell, das vor allem bei befestigten und humusierten Flächen sogenannte Subattribute vorsieht.

Testgemeinden

Vor der kantonsweiten Einführung soll die Umsetzung der Datenmigration mit drei Testgemeinden pro eingesetzter Vermessungssoftware getestet werden. Die enge Zusammenarbeit mit den Systemherstellern ist dabei zentral. So sollen Fehler frühzeitig erkannt werden und ein einheitliches und zuverlässiges Vorgehen bei der Einführung im gesamten Kanton sichergestellt werden. Auf den Erkenntnissen dieser Tests basierend werden die Vorgaben und Abläufe für die Migration des gesamten Kantons definiert.

Umsetzung im gesamten Kanton ab 2027

Die operativen Arbeiten zur Umstellung auf das neue Datenmodell beginnen bereits im Jahr 2026. In diesem Jahr nehmen die AV-Nachführungsstellen die vorbereitenden Arbeiten für den Datenmodellwechsel auf. Der Wechsel zum neuen Datenmodell für die 160 Gemeinden des Kantons ist für das Jahr 2027 vorgesehen. Der Projektabschluss ist 2028 geplant. Bund und Kanton tragen die anfallenden Projektkosten gemeinsam.

Kommunikation

Die Projektleitung informiert regelmässig und transparent die beteiligten Organisationen über den Stand und die nächsten Schritte im Projekt. Die entsprechenden Präsentationen und Dokumente werden jeweils an dieser Stelle publiziert.

Informationen für Nachführungsstellen

Was die Nachführungsstellen zu beachten haben, ist hier zusammengefasst.

Migration betrifft mehrere Prozesse

  • Mutationsprozesse
  • Datenaustausch
  • Geodienste
  • Schnittstellen
  • Export/Import

Empfehlung und vorbereitende Arbeiten

  • Daten vor der Migration möglichst fehlerfrei aufbereiten und offene Mutationen vor der Migration abschliessen.
  • Projektierte BB und EO werden im neuen Modell mit dem Status «projektiert» geführt. Nachführbare Objekte prüfen und zeitnah nachführen.
  • Innerhalb der eigenen Arbeitsumgebung sollten Umsysteme, Schnittstellen und Datenflüsse frühzeitig identifiziert werden.
  • Ebenso sollten beteiligte bürointerne und -externe Stellen, wie beispielsweise Gemeinde-GIS oder Landinformation frühzeitig informiert und in die Koordination einbezogen werden.
  • Bereinigung der Overlaps: Anhebung des Toleranzwerts auf 2 mm.
  • Eine hohe Datenqualität ist entscheidend, um Fehler während der Migration zu vermeiden.

Informationen für Softwarelieferanten

Die gültige Datenmodelle und weitere Informationen für Hersteller von Vermessungssoftware sind hier aufgelistet.

Von den Nachführungsstellen im Kanton Zürich werden aktuell drei Vermessungssoftwares eingesetzt.

Datenmodelle

Die Links zu den kantonalen Ergänzungsmodellen werden bereitgestellt, sobald die Modelle vorliegen. 

Kontakt

Amt für Raumentwicklung – Fachstelle Kataster

Adresse

Stampfenbachstrasse 12
8090 Zürich
Route (Google)

E-Mail

kataster@bd.zh.ch