Stärkung des betrieblichen Gesundheitsschutzes von Lernenden

Die Heime Uster legen einen Fokus auf den Gesundheitsschutz von jungen Mitarbeitenden. Mit einem mehrstufigen Blick gestützt auf Fokusgruppen mit Lernenden und Gesprächen mit Abteilungsleitenden wurden praxisnahe Massnahmen entwickelt. Dabei liessen sich die Ustermer Altersinstitutionen von unserer Fachstelle beraten.

Das Wichtigste in Kürze

Jessica Kessler und Patrick Döbelin von Heime Uster stehen vor einer Abbildung des Schlosses Uster.
Patrick Döbelin, Gesamtleiter der Heime Uster, und Jessica Kessler, Leiterin des betrieblichen Gesundheitsmanagements, haben den Gesundheitsschutz der Lernenden weiterentwickelt. Dazu liessen sie sich von der Fachstelle Betrieblicher Gesundheitsschutz Kanton Zürich beraten.

Heime Uster

Interviewpartner

Patrick Döbelin, Gesamtleiter Heime Uster, und Jessica Kessler, Leiterin Betriebliches Gesundheitsmanagement

Bitte erzählen Sie uns mehr zu den Heimen Uster

Die Heime Uster setzen sich zum Ziel, Massstäbe für Pflege, Betreuung und Wohnen im Alter zu setzen. Wir bieten Menschen einen sicheren Lebensraum und begleiten sie mit Herz und Verstand. Bei uns leben rund 220 pflege- und betreuungsbedürftige betagte Menschen, betreut und begleitet von über 300 Mitarbeitenden. Auf eine über 100-jährige Geschichte zurückblickend, gehören wir mit unseren fünf Häusern an den Standorten Dietenrain und Im Grund als Institution zur Stadt Uster.

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Gesundheitsschutz?

Gesundheitsschutz ist für uns als Heime Uster ein wichtiges Thema und bereits in vielen Bereichen verankert. Gleichzeitig verstehen wir ihn nicht als abge­schlossene Aufgabe, sondern als kontinuierlichen Entwicklungsprozess. Uns ist wichtig, dass unsere Mitarbeitenden in einem Umfeld arbeiten können, das Gesundheit, Sicherheit und Entwicklung gleichermassen unterstützt. Denn gute Arbeitsbedingungen sind eine wichtige Grundlage für unsere qualitativ hoch­wertige Betreuung und Pflege unserer Bewohnenden. Dabei orientieren wir uns an unserem Grundsatz: mit Herz und Verstand. In diesem Sinn sehen wir uns als lernende Organisation, die offen bleibt für neue Perspektiven und konkrete Verbesserungen.

Welche Herausforderungen gab es?

Ein zentrales Thema war für uns der Gesundheitsschutz von Jugendlichen und jungen Mitarbeitenden – insbesondere mit Blick auf psychosoziale Belastungen. Der Einstieg ins Berufsleben bringt viele Veränderungen mit sich: neue Erwartungen, mehr Verantwortung, das Ankommen im Team und die Heraus­forderung, Schule und Arbeitsalltag miteinander zu verbinden. Gerade in einem Pflegebetrieb kommen zusätzlich emotionale und organisatorische Anforderungen hinzu.

Uns war wichtig, diese Situation nicht nur aus Sicht der Verantwortlichen zu beurteilen, sondern die Erfahrungen der Lernenden selbst besser zu verstehen. Dabei zeigte sich auch, wie unterschiedlich Wahrnehmungen im Betrieb sein können. Genau darin liegt jedoch unsere Chance: Wenn verschiedene Perspektiven sichtbar werden, entsteht die Grundlage für einen konstruktiven Dialog und für Massnahmen, die im Alltag tatsächlich relevant sind.

Wie verlief die Beratung bei unserer Fachstelle?

Die Beratung durch die Fachstelle Betrieblicher Gesundheitsschutz war für uns sehr wertvoll, weil sie uns dabei unterstützt hat, unser Vorgehen zu schärfen und systematisch auf das Thema zu schauen. Gemeinsam haben wir unseren bestehenden Gesundheitsschutz reflektiert und insbesondere den Umgang mit psychosozialen Risiken vertieft betrachtet. Hilfreich war für uns, dass wir dies strukturiert und mit einem klaren Leitfaden tun konnten. In einer interdisziplinären Runde konnten wir vorhandene Stärken sichtbar machen und gleichzeitig Entwicklungsmöglichkeiten benennen.

Aus dieser Analyse heraus wurden passgenaue Ideen zu Massnahmen für die Heime Uster abgeleitet und geplante Massnahmen weiter gestärkt sowie konkretisiert.

Wie sind Sie vorgegangen?

Wir haben uns bewusst dafür entschieden, nicht direkt Massnahmen umzu­setzen, sondern zunächst genauer hinzuhören. Deshalb haben wir Fokus­gruppen mit Lernenden durchgeführt, zunächst mit dem Schwerpunkt auf den Pflege­berufen. In den Gruppengesprächen konnten die Lernenden ihre Arbeitssituation offen reflektieren, Belastungen benennen, Ressourcen sichtbar machen und eigene Ideen für Verbesserungen einbringen. Wir freuen uns sehr darüber, dass ein so offener Austausch möglich war. Er zeigt uns, dass gegenseitiges Vertrauen, Transparenz und Neugier nicht nur Werte sind, die wir formuliert haben, sondern Werte, die im Alltag gelebt werden.

Im Anschluss wurden die Ergebnisse mit der Abteilung Bildung und der Geschäfts­leitung eingeordnet; zusätzlich haben wir auch die Abteilungs­leitenden zu ihren Einschätzungen befragt. So konnten wir die verschiedenen Perspektiven auf die gleichen Themen sichtbar machen. Genau dieser mehrstufige Blick hat uns geholfen, erste konkrete Massnahmen praxisnah abzuleiten. Einzelne Anpassungen konnten bereits umgesetzt werden, weitere Schritte befinden sich in Bearbeitung.

Wie sieht die Situation bei der betrieblichen Gesundheit heute aus?

Wir sehen bereits heute, dass sich der eingeschlagene Weg lohnt: Wir haben ein noch klareres Bild davon, was unsere Lernenden im Alltag stärkt und wo gezielte Verbesserungen sinnvoll sind. Dabei konnten wir auf einer bereits starken Ausbildungsbegleitung aufbauen. Unsere (hauptberuflichen) Berufs­bildnerinnen und Berufsbildner leisten hier einen wichtigen Beitrag und schaffen im Alltag viel Nähe, Vertrauen und Orientierung. Die Fokusgruppen stehen dadurch nicht allein, sondern sind eingebettet in ein bereits bestehendes System zur Unterstützung und zum ständigen Dialog mit den Lernenden.

Erste Massnahmen wurden bereits angestossen, etwa bei der Passung von Aufgaben in der Lehre oder bei der Weiterentwicklung von Feedback­strukturen. Gleichzeitig hat allein der Austausch in den Fokusgruppen schon Wirkung gezeigt: Lernende konnten ihre Erfahrungen einordnen, Gemein­sam­keiten erkennen und ihre eigene Rolle bewusster reflektieren. Für uns ist das ein wichtiger Schritt hin zu mehr Beteiligung und passgenaueren Lösungen. Das Thema bleibt für uns ein kontinuierlicher Entwicklungsauftrag – und wir sind überzeugt, dass genau darin nachhaltiger Gesundheitsschutz entsteht.

Gleichzeitig gibt es sicher viele gute Wege, um dem Thema Gesundheits­schutz von Jugendlichen im Betrieb zu begegnen und wir freuen uns auch andere Perspektiven kennenzulernen!

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Wir helfen Ihnen mit unserem Fachwissen, damit Sie in Ihrem Betrieb klar und wirkungsvoll über Gesundheitsschutzthemen informieren und die Risiken systematisch managen können. 

Unser Beratungsangebot ist kostenlos. Wir orientieren uns an den spezifischen Bedürfnissen in Ihrem Betrieb und vermitteln Ihnen bei Bedarf passende Umsetzungspartner.

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Amt für Wirtschaft – Fachstelle Betrieblicher Gesundheitsschutz

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