Erweiterung «Züri Trinkwasser Map»: Radon & Süssstoffe
Mitteilung 18.02.2026
Das Zürcher Trinkwasser weist eine hohe Qualität auf. Doch der Druck auf unsere Wasserressourcen nimmt auch durch Rückstände aus dem Alltag und der Industrie stetig zu. Um diese Entwicklung genau zu beobachten und die Bevölkerung regelmässig zu informieren, erweitert das Kantonale Labor Zürich die «Züri Trinkwasser Map» um neue Messdaten zu Süssstoffen und Radon.
Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Zur Überwachung der Qualität sind regelmässige Untersuchungen erforderlich, denn die Belastungen im Wasserkreislauf werden komplexer. Mit der Veröffentlichung der Messwerte für die Süssstoffe Acesulfam-K und Sucralose sowie für das natürliche Edelgas Radon erhöht der Kanton Zürich die Transparenz über den Zustand des Trinkwassers. Die Süssstoffe dienen als Indikatoren für siedlungsbedingte Einflüsse, insbesondere aus dem Abwasser. Radon hingegen liefert Hinweise auf natürliche geologische Gegebenheiten des Untergrunds.
Süssstoffe: Spuren unseres modernen Lebensstils
Wer «Light»-Getränke konsumiert, zuckerfreien Kaugummi kaut oder Fertigprodukte isst, nimmt meist Süssstoffe wie Acesulfam-K oder Sucralose zu sich. Diese künstlichen Stoffe sind hunderte Male süsser als natürlicher Zucker, kalorienfrei und äusserst stabil.
Genau diese Stabilität führt dazu, dass die Süssstoffe vom menschlichen Körper nicht verstoffwechselt und fast unverändert ausgeschieden werden. Während herkömmliche Abwasserreinigungsanlagen diese modernen Verbindungen nur teilweise abbauen können, reduzieren moderne Techniken wie die Ozonierung ihren Eintrag. Trotzdem gelangen Süssstoffe in den Wasserkreislauf und schliesslich in Spuren ins Oberflächen- und Grundwasser, das zur Trinkwassergewinnung genutzt wird. Auch durch bewährte Aufbereitungsverfahren für Trinkwasser lassen sich diese Verbindungen nicht gänzlich aus dem Wasser entfernen, was zu geringen Spuren im Trinkwasser führen kann.
In der Trinkwasserverordnung (TBDV) gibt es keine spezifischen Höchst- oder Richtwerte für Acesulfam-K oder Sucralose. Hingegen gibt es einen vom Umweltbundesamt in Deutschland festgelegten toxikologisch begründeten Leitwert von 30 Milligramm pro Liter (mg/l) für Acesulfam-K. Dieser basiert auf einer lebenslang tolerierbaren täglichen Aufnahme dieses Stoffes über das Trinkwasser (Annahme: 2 Liter pro Tag und Person), bei der keine Schädigung der menschlichen Gesundheit zu erwarten ist. Die im Zürcher Trinkwasser gemessenen Werte liegen flächendeckend weit unter diesem Leitwert.
Radon: Ein natürlicher Gast aus dem Untergrund
Im Gegensatz zu den Süssstoffen ist Radon ein rein natürliches Phänomen. Es handelt sich um ein radioaktives Edelgas, das durch den Zerfall von Uran im Boden entsteht. Wenn Grundwasser durch bestimmte Gesteinsschichten fliesst, löst sich das Gas im Wasser auf. Dabei kann es auf zwei Wege zu einer Strahlenbelastung führen: beim Trinken von radonhaltigem Trinkwasser und beim Einatmen von Radon, das beim Kochen oder Duschen freigesetzt wird.
Obwohl Radon ein radioaktives Element ist, lässt es sich im Trinkwasser sehr einfach kontrollieren: Da es ein Gas ist, entweicht es fast vollständig an die Luft, sobald das Wasser bewegt oder belüftet wird. Wasserversorgungen können diesen Effekt bei der Aufbereitung nutzen und den Radongehalt senken.
Um die Strahlenbelastung von Menschen möglichst tief zu halten, ist in der Trinkwasserverordnung (TBDV) seit 2025 für Radon ein Richtwert von 100 Becquerel pro Liter (Bq/l) festgelegt. Im Kanton Zürich liegen die Messwerte aufgrund der hiesigen Geologie flächendeckend unter diesem Richtwert.
Die Situation im Kanton Zürich
Die Auswertung der zur Verfügung stehenden Daten zeigt ein erfreuliches Bild: Das Zürcher Trinkwasser ist flächendeckend von sehr guter Qualität. Die gemessenen Konzentrationen der siedlungsbedingten Süssstoffe sind äusserst gering. Auch die Radonwerte als natürlicher, geologischer bedingter Parameter liegen im unbedenklichen Bereich. Die Daten zeigen jedoch, dass sowohl menschliche Einflüsse aus dem Siedlungsraum als auch natürliche geologische Gegebenheiten die Qualität des Trinkwassers beeinflussen können.
Mit der Erweiterung der «Züri Trinkwasser Map» setzt der Kanton Zürich einen weiteren Schritt in Richtung offene Informationspolitik. Bezügerinnen und Bezüger können ab sofort auf der interaktiven Karte prüfen, wie die Werte in ihrer eigenen Gemeinde aussehen.
Erfahren Sie mehr:
Die aktualisierten Daten finden Sie auf der «Züri Trinkwasser Map».
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