Berufe kennenlernen – das geht auch virtuell
Mitteilung 22.05.2025
In der Schweiz gibt es rund 240 verschiedene Lehrberufe – für welchen soll man sich da nur entscheiden? Zum Glück haben Schülerinnen und Schüler ganz unterschiedliche Möglichkeiten, einen Beruf näher kennenzulernen. Auch rein virtuell lässt sich mancherorts bereits schnuppern.
In der zweiten Sekundarklasse beginnt der Berufswahlprozess. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit ihren persönlichen Stärken und Interessen auseinander und erkunden verschiedene Berufe, die für sie infrage kommen.
Wie es in einem Beruf zu und hergeht, können sie auf unterschiedliche Arten herausfinden. Den besten Eindruck vermittelt immer noch das Schnuppern vor Ort. Doch die Digitalisierung hat in den letzten Jahren vieles verändert: Jugendliche haben heute ganz andere Möglichkeiten als ihre Eltern damals. Auch am Laptop sitzend lässt sich ein Blick in eine Branche oder ein Unternehmen werfen.
Möglichkeiten in der virtuellen Welt
Virtuell schnuppern? Ja, das geht! Eine überschaubare, aber wachsende Zahl von Unternehmen verfügt über Online-Schnupperangebote – meist als Ergänzung zum klassischen Schnuppern vor Ort. Hier eine Auswahl:
- «Lehrberufe Live!»: Dieser Verein bietet viermal jährlich die Möglichkeit, live in diverse Berufe hineinzuschnuppern. Schülerinnen und Schüler können per Chat auch Fragen an die Lernenden stellen. Gedacht ist das Angebot für den gemeinsamen Unterricht in der Schulklasse – mehr dazu hier.
- Angebote von Unternehmen: Ob in der Versicherungsbranche oder der Maschinenindustrie, gerade grössere Unternehmen bieten regelmässige e-Schnupperlehren an. Einige Beispiele sind Helvetia, libs oder Valiant. Doch es gibt noch mehr – eine Internetrecherche lohnt sich.
Ergänzend empfiehlt sich eine Recherche auf dem Berufswahl-Portal und auf Berufsberatung.ch. Dort gibt es Informationen, Videos und Bilder zu sämtlichen Lehrberufen, was dabei hilft, einen Beruf aus der Ferne kennenzulernen.
Tipp
Ein Blick auf die Websites und Social-Media-Kanäle von Unternehmen lohnt sich ebenfalls. Oft werden dort die aktuellen Schnupperangebote veröffentlicht. Gerade grössere Betriebe stellen ihr Lehrstellenangebot auch mit Videos und Porträts von Lernenden vor.
Möglichkeiten auf klassischem Weg
Die meisten Möglichkeiten, sich über Lehrberufe zu informieren, gibt es nach wie vor auf dem klassischen, nicht-digitalen Weg. Die wichtigsten im Überblick:
Info-Veranstaltungen
Info-Veranstaltungen bieten einen ersten Eindruck von einer Firma oder einem Beruf. Es lohnt sich, regelmässig das Berufswahl-Portal zu besuchen, weil laufend neue Veranstaltungen aufgeschaltet werden. Da nicht alle Lehrbetriebe ihre Angebote dort ausschreiben, ist es aber wichtig, im Internet auch selber nach Veranstaltungen zu suchen.
Berufs- und Betriebsbesichtigungen
Berufs- und Betriebsbesichtigungen ermöglichen es Jugendlichen, den Arbeitsalltag in einer Firma hautnah zu erleben – in der Regel während zwei bis drei Stunden am Mittwochnachmittag. Aktuelle Angebote und Anmeldung auf dem Berufswahl-Portal, weitere Angebote sind womöglich in der Schule oder den biz ausgeschrieben.
Schnupperlehren
Schnupperlehren vor Ort helfen dabei, Berufe praxisnah kennenzulernen. Gerade wenn die Berufswahl konkreter wird, sind diese Erfahrungen wertvoll, um einen Entscheid zu fällen. Einen Überblick über offene Schnupperstellen und Lehrbetriebe, die man für eine Schnupperlehre anfragen kann, bieten das Berufswahl-Portal, Schnuppy.ch oder Yousty.ch. Eltern, Verwandte, Lehrpersonen und Bekannte können mit ihrem persönlichen Netzwerk die Suche nach einer passenden Schnuppermöglichkeit unterstützen.
Expertinnen- und Experteninterviews
Expertinnen- und Experteninterviews sind Gespräche mit Lernenden und Fachleuten aus dem Beruf, der einen interessiert. Sie können Fragen zu einem typischen Arbeitstag, zu Herausforderungen und persönlichen Erfahrungen authentisch beantworten. Das hilft Schülerinnen und Schülern, eine realistische Vorstellung vom Beruf zu bekommen. Auch hier hilft es, das Netzwerk von Eltern, Verwandten und Bekannten zu aktivieren.