Natürliche Giftstoffe in Gewürzen und Tees

Gewürze, Kräuter und Tees können mit Pyrrolizidinalkaloiden belastet sein. Es handelt sich dabei um Giftstoffe aus Fremdpflanzen, welche die Gesundheit gefährden können. Bei einer Untersuchung von 34 Produkten im Labor wurde festgestellt, dass insbesondere Kreuzkümmel und Oregano stark damit belastet waren.

Pyrrolizidinalkaloide (PA) kommen natürlicherweise in Pflanzen wie dem Kreuzkraut, Huflattich oder Borretsch vor. Wenn solche Pflanzen auf Feldern wachsen und mitgeerntet werden, kann dies zu einem erhöhten PA-Gehalt im Erntegut führen. Dies betrifft vor allem Gewürze, Kräuter und Tees.

PA können die Leber schädigen und wirken krebserregend. Im Gegensatz zur EU hat die Schweiz bisher keine Höchstgehalte dafür festgelegt. Wenn PA in einem Lebensmittel nachgewiesen werden, muss daher im Einzelfall toxikologisch beurteilt werden, ob für die Konsumenten ein Gesundheitsrisiko besteht.

Im Sommer wurden 34 Proben Kreuzkümmel, getrocknete Kräuter und Kräutertees auf 35 verschiedene PA-Substanzen untersucht. Insgesamt wurden in gut der Hälfte der Proben PA nachgewiesen; am häufigsten waren Kreuzkümmel und Oregano belastet.

In rund 69 % aller Kreuzkümmelproben und 86 % der Oreganoproben wurden PA nachgewiesen. Rund 30 % dieser Gewürzproben überschritten klar den EU-Höchstgehalt. Zwei Kreuzkümmel waren so stark mit PA belastet, dass sie als nicht sicher beurteilt und vom Markt genommen wurden. Die Summe der PA lag in diesen beiden Fällen bei 3850 bzw. 4440 µg/kg. Zum Vergleich: In der EU beträgt der Höchstgehalt für PA in Kreuzkümmel 400 µg/kg.

Kräutertees waren weniger häufig belastet. Hier wurden zwar in 38 % der Proben PA gefunden, aber nur bei einem Kamillentee wurde mit 490 µg/kg ein Wert im Bereich des EU-Höchstgehaltes nachgewiesen.

Bei anderen Kräutern wie Majoran, Thymian, getrocknete Petersilie oder Basilikum wurden PA nur rund in jeder sechsten Probe nachgewiesen. Die Gehalte lagen deutlich tiefer als bei Oregano.

Bei einer ähnlichen Kampagne im letzten Jahr war vor allem Oregano stark mit PA belastet, während dieses Jahr der Kreuzkümmel das Sorgenkind war.
 

Kreuzkümmel in Petrischalen, ganz und gemahlen
Kreuzkümmel, ganz und gemahlen Quelle: Kantonales Labor Zürich, A. Hintermeister

Die aktuelle Kampagne zeigt, dass nach wie vor Waren im Verkehr sind, welche eine erhebliche Belastung mit PA aufweisen. Die verantwortlichen Betriebe wurden über die Untersuchungsergebnisse informiert und müssen nun aufzeigen, wie sie ihre Selbstkontrolle verbessern. Das Kantonale Labor Zürich wird den Erfolg dieser Massnahmen überprüfen, damit der Genuss von diesen Gewürzen und Kräutern künftig nicht mehr durch PA getrübt wird.

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