Tattoofarben ungenügend

Die EU hat die Anforderungen an die Qualität von Tattoofarben verschärft. Die Schweizer Importeure hinken bei ihrer Selbstkontrolle hinterher, wie auch aktuelle Untersuchungsergebnisse aus der Nordostschweiz zeigen.

Anfang Januar traten in der EU neue Regulierungen für Tattoofarben via das Chemikalienrecht (REACH) in Kraft. In der Schweiz sind schon seit mehreren Jahren entsprechende gesetzliche Anforderungen festgelegt. Besonderes bedenkliche Substanzen, wie z.B. solche mit nachweislich krebserregenden Eigenschaften, sind dadurch bereits heute verboten. Die Schweiz prüft zurzeit die neue EU-Regelung und wird im laufenden Revisionsverfahren der entsprechenden Verordnungen ihre Vorgaben ebenfalls anpassen.


In einer Ostschweizer Kampagne wurden 34 Tattoo- und Permanent-Make-up-Farben durch das Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen AVSV St. Gallen unter anderem auf Nickel, Schwermetalle, Konservierungsmittel und kanzerogene Stoffe (Nitrosamine und Primäre Aromatische Amine) untersucht.

Tattoo auf einem Bein
Tattoo auf einem Bein Quelle: Mirjam Widmer, Kantonales Labor

Von den untersuchten Proben waren 10 Proben (29 %) aufgrund von Höchstwertüberschreitungen oder verbotener Inhaltsstoffe zu beanstanden. Bei ca. der Hälfte der Proben fehlte der Warnhinweis «Enthält Nickel. Kann allergische Reaktionen auslösen», obwohl Nickel enthalten war.


Von 10 Proben aus dem Kanton Zürich mussten 6 zum Teil auf Grund mehrfacher Mängel beanstandet werden. 4 Proben enthielten Spuren von Nickel, ohne korrekte Angabe des erforderlichen Warnhinweises. Bei einer Probe lag der gemessene Nickel-Gehalt über 60 mg/kg und damit um einiges über dem neuen Höchstwert von 5 mg/kg.


In 2 Proben wurde das kanzerogene NDELA (N-Nitrosodiethanolamin) und in einer Schwermetallrückstände nachgewiesen. In einer weiteren Probe war das verbotene Konservierungsmittel Benzisothiazolinon (BIT) enthalten. Dies ging bereits aus der Kennzeichnung dieser Probe hervor und hätte vom Inverkehrbringer auch ohne Analyse erkannt werden können.


Die betroffenen Betriebe reagierten zum Teil überrascht. Die beanstandeten Produkte wurden aber umgehend aus den Sortimenten entfernt und entsorgt. Und wir werden mit Nachkontrollen dafür sorgen, dass diese Produkte nicht bald wieder im Regal stehen werden.
 

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