Corona-Journal Chef KFO vom 19. April 2020

In der vergangenen Woche wurde bei allen Gemeindevertretern telefonisch oder persönlich nachgefragt, wo welche Unterstützung nötig ist. Das Absperren von Hotspots, also von Plätzen und Strecken, wo sich jeweils zu viele Leute auf zu wenig Platz treffen und daher das Einhalten des vorgeschriebenen 2-Meter-Abstands nicht möglich ist, hat sich bewährt. Davon konnte ich mich am Wochenende wieder mit dem Sicherheitsdirektor zuerst im Raum Bülach und dann im Oberland überzeugen. Es sind viele Leute unterwegs, doch die Abstände werden mehrheitlich eingehalten. Für uns gilt weiterhin: Die Polizei hilft, motiviert und berät. Hin und wieder muss sie aber eingreifen. So hat die Stapo Zürich zurecht eine als Autocorso gedachte Demonstration verhindert. Es handelt sich um eine verbotene Veranstaltung, was ein Vergehen darstellt.

Am 16. April orientierte ich unsere Regierung über die neusten Zahlen und Prognosen: Aktuell ist die Ansteckungsrate unter 1, was bedeutet, dass die Verbreitung des Coronavirus abnimmt, doch schon bei einer Ansteckungsrate von 1,2 wäre das Resultat eine zweite Welle. Wir sind also nicht aus der Gefahrenzone. Und gleichentags gab der Bundesrat bekannt, dass er im Mai und Juni Lockerungen vorsieht.

Es war in dieser Woche unser wichtigstes Ziel, sämtliche Alters- und Pflegeheime mit dem nötigen Schutzmaterial auszurüsten. Hier hat es die aktive Unterstützung der KFO gebraucht, ebenso wie in der Gesundheitsdirektion, wo mehrere Kaderleute der Kantonspolizei seit Wochen aushalfen. Die Gesundheitsdirektorin hat mich nun kürzlich informiert, dass der KFO-Teilstab auf Ende des Monats aus ihrer Direktion herausgelöst und dessen Aufgabe dem eigenen Personal übertragen werden kann. Sie möchte einzig weiterhin auf den bisherigen Chef des Teilstabs zählen können, was selbstverständlich völlig in Ordnung ist.

Als Schwerpunkte für die kommende Woche habe ich folgende Aufträge erteilt: Ich möchte ein KFO-Konzept für eine Besuchsregelung in Alters- und Pflegeheimen im Sinne eines Musters. Sodann braucht es ein Konzept für die Beschaffung, Finanzierung und Verteilung von Schutzmasken im privaten und öffentlichen Sektor sowie ein Konzept für die Umsetzung der vom Bundesrat angekündigten Änderungen der Covid-Verordnung. Dazu zählt auch das Fitmachen der Hotline für den zu erwartenden Ansturm von Fragestellenden.

Dem früheren US-Präsidenten Abraham Lincoln wird das Sprichwort zugeschrieben: «Don’t change horses in midstream.» Dementsprechend wurde am Freitag bekanntgegeben, dass der Regierungsrat mein Mandat als Kommandant und Chef KFO, das eigentlich Ende April geendet hätte, bis zum Ende der ausserordentlichen Lage verlängert hat.

Die KFO beschäftigte neben dem Virus ein zweites Thema verstärkt: Im Fachstab (mit den Amtschefs) wie im Führungsstab (mit den operativen Ressorts) wurde die derzeitige Trockenheit besprochen. Die Warnstufe wurde heraufgesetzt. Es ist mir aber ein Anliegen, dass nicht einzelne Gemeinden von sich aus die Warnstufe verschärfen oder gar ein generelles Feuerverbot aussprechen. Wenn die Leute – neben den Einschränkungen wegen des Coronavirus – in ihrem Vorgarten nicht mehr den Grill benutzen könnten, wäre das ein zusätzlicher Dämpfer. Deshalb erfolgt ein entsprechender Aufruf an alle Gemeinden, sich an die einheitliche Empfehlung der KFO zu halten.

Thomas Würgler, Chef KFO
 

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