Neue Weiheranlage im Campus Irchel eingeweiht
Medienmitteilung 19.05.2026
Im Zuge der geplanten baulichen Modernisierung des Campus Irchel der Universität Zürich werden zwei bestehende Weiher an einen neuen Standort im Irchelpark verlegt. Die Universität Zürich und die Baudirektion nutzten diese Verlegung für eine ökologische Aufwertung. Fachleute siedeln seltene Tier- und Pflanzenarten in die heute eingeweihte Weiheranlage um.
Regierungsrat und Baudirektor Martin Neukom, Universitätsrektor Michael Schaepman sowie Philipp Schmid von der Quadra GmbH weihten heute die neue Weiheranlage zusammen mit den geladenen Gästen feierlich ein. Die Quadra GmbH war zuständig für die Gestaltung des neuen Lebensraums – zusammen mit diversen Spezialistinnen und Spezialisten, zum Beispiel aus Wasserbau und Bodenkunde.
Weiher verlegt und ökologisch aufgewertet
Der Campus Irchel der Universität Zürich bildet neben dem Hochschulgebiet Zürich Zentrum den zweiten Hauptstandort der Universität. Er wurde 1986 eröffnet und beheimatet naturwissenschaftliche und medizinische Fächer. Um Platz zu schaffen für den geplanten Rochadebau PORTAL UZH werden der Zoologieteich und der Fischteich aufgehoben. Als ökologische Ersatzmassnahme errichteten die Universität Zürich und die Baudirektion des Kantons Zürich im östlichen Teil des Irchelparks eine neue Weiheranlage.
Biodiversität fördern
In der neuen Weiheranlage entstehen Flächen mit Fliessgewässern, Stillgewässern, Uferbereichen sowie Flächen mit wechselfeuchten bis trockenen Magerwiesen und Gehölzen. In dieser Umgebung finden diverse Arten geeignete Lebensräume. Der Weiher trägt dazu bei, dass umliegende Lebensräume für Tiere und Pflanzen besser miteinander vernetzt sind und ermöglicht so die Ausbreitung von Arten. Insofern unterstützt er die Erhaltung und Erhöhung der Biodiversität. Je höher die Biodiversität, desto besser kann die Tier- und Pflanzenwelt auf Veränderungen wie den Klimawandel reagieren.
Wasser erleben
Nicht zuletzt hat die neue Weiheranlage als Landschaftselement eine Bedeutung für das Landschaftsbild und die Freiraumqualität. Da der Irchelpark im kommunalen Inventar der Gartendenkmalpflege enthalten ist und der Campus Irchel im Bundesinventar schützenswerter Ortsbilder figuriert, wurde grosser Wert daraufgelegt, die ursprüngliche Gestalt zu erhalten und die neue Weiheranlage sanft einzubetten. Am Spitalerbach, der den Weiher speist, wurden zwei neue Stellen geschaffen, bei denen die Bevölkerung einfachen Zugang zum Wasser erhält. Finanziert wurden diese beiden Stellen mit Geldern des Förderprogramms #hallowasser, das der Bevölkerung Erlebnisse rund um das Thema Wasser ermöglichen möchte.
Wenn gefährdete Tiere und Pflanzen umziehen
Die Bauarbeiten für die Weiheranlage begannen Anfang 2025. Die Begrünungsarbeiten werden Ende 2026 abgeschlossen. Der ursprüngliche Weiher beheimatete gefährdete und geschützte Arten. Zum Beispiel die Bauchige Schnauzenschnecke (Bithynia leachii), eine kleine Wasserschnecke mit einem fünf bis acht Millimeter grossen Häuschen. Oder die geschützte Wasserfeder (Hottonia palustris), eine Süsswasserpflanze, die mit blassrosa Blüten aus dem Wasser ragt. Fachspezialistinnen und Fachspezialisten siedeln die beiden Arten zusammen mit weiteren Spezies in den neuen Lebensraum um.
(Gemeinsame Medienmitteilung mit der Universität Zürich)
Galerie
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Die Weiheranlage Vogelperspektive während der Bauphase. Quelle: Fotografie: Quadra GmbH Bild «Fotografie der Weiheranlage aus der Vogelperspektive während der Bauphase.» herunterladen -
Arbeiten am noch unbepflanzten Weiher. Quelle: Fotografie: Quadra GmbH Bild «Mitarbeitende arbeiten an der Bepflanzung des noch kahlen Weihers.» herunterladen -
Geschützt und gefährdet: Bauchige Schnauzenschnecke Quelle: Illustration: Hochbauamt Kanton Zürich/Oculus Illustration Bild «Illustration der Bauchigen Schnauzenschnecke.» herunterladen -
Die Wasserfeder ist eine stark gefährdete Pflanzenart. Quelle: Illustration: Hochbauamt Kanton Zürich/Oculus Illustration Bild «Illustration der Wasserfeder, einer Süsswasserpflanze.» herunterladen