Kanton stärkt kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung weiter
Medienmitteilung 07.05.2026
Der Bedarf an kinder- und jugendpsychiatrischen Leistungen steigt seit einigen Jahren. Mit den getroffenen Massnahmen stärkt der Kanton Zürich die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen weiter – von der Prävention bis zur Versorgung – und baut insbesondere im ambulanten Bereich zusätzliche Angebote aus.
Der Bedarf an kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgungsleistungen nimmt seit einigen Jahren zu. Der Regierungsrat hat in den vergangenen Jahren wie auch in der laufenden Legislatur Massnahmen zur Förderung der Versorgung im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie getroffen, um die stationäre und ambulante Grundversorgung sicherzustellen und zu einer besseren psychiatrischen Versorgung für Kinder und Jugendliche im Kanton beizutragen (vgl. RRB Nr. 598/2021, RRB Nr. 1476/2022 und RRB Nr. 871/2023). Mit den umgesetzten Massnahmen konnte die Situation im stationären Bereich verbessert werden. Im ambulanten Bereich sind jedoch weiterhin zusätzliche Massnahmen angezeigt.
Die Gesundheitsdirektion und die Bildungsdirektion haben ein breites Massnahmenpaket zur Umsetzung der Volksinitiative «Gesunde Jugend Jetzt» erarbeitet (vgl. Medienmitteilung vom 6. Juni 2024). Der Kantonsrat hat den vom Regierungsrat beantragten Kredit zur Umsetzung der kantonalen Volksinitiative «Gesunde Jugend jetzt!» von 5,7 auf 10,7 Millionen Franken erhöht. Der zusätzliche Betrag dient der Unterstützung der Weiterbildung von Psychologinnen und Psychologen zu psychologischen Psychotherapeutinnen und -therapeuten im Kinder- und Jugendbereich. Die Umsetzung des Massnahmenpakets hat im Jahr 2026 begonnen. Bewährte Angebote werden weitergeführt und gezielt ausgebaut, gleichzeitig kommen neue Angebote hinzu.
Mit Prävention früh ansetzen und Resilienz fördern
Programme aus dem kantonalen Aktionsprogramm (KAP) setzen gezielt in frühen Lebensphasen an. Dazu gehören beispielsweise Lebenskompetenztrainings für Kinder und Jugendliche, das Programm «Body Talk» zur Förderung eines gesunden Körperbildes sowie Fortbildungen zur psychischen Gesundheit für Schulen und Eltern. Diese Angebote tragen dazu bei, die psychische Widerstandsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Ausserdem werden die zahlreichen Angebote im Präventionsbereich noch bekannter gemacht.
Versorgung ausbauen und Fachkräfte fördern
Parallel dazu werden die Versorgungsangebote erweitert und stärker vernetzt, um Betroffene schneller und bedarfsgerecht zu unterstützen:
- Mit «Resident Days» werden Medizinstudierende für die Kinder- und Jugendpsychiatrie sensibilisiert. Die Veranstaltungen werden durch die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich organisiert.
- Das bewährte Krisen-, Abklärungs-, Notfall- und Triagezentrum (KANT) der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich hilft mit dem neuen ambulanten Kriseninterventionsangebot «Juki» Kinder und Jugendliche in akuten Krisen zu stabilisieren und stationäre Einweisungen zu vermeiden.
- Spitalambulatorien der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich bauen Gruppenangebote für Kinder, Jugendliche und Eltern aus.
- Abklärungskapazitäten bei ADHS und Essstörungen werden an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich und am Sozialpädiatrischem Zentrum des Kantonsspitals Winterthur gezielt erweitert.
- Künftig soll die digitale Plattform «Mental Hub» einen Überblick über die Angebotslandschaft sowie Unterstützung bei der Suche nach passenden Therapeutinnen und Therapeuten bieten.
- Im Zusammenhang mit den vom Kantonsrat zusätzlich beschlossenen Beiträgen zur Weiterbildung von Psychologinnen und Psychologen zu psychologischen Psychotherapeutinnen und -therapeuten im Kinder- und Jugendbereich hat die Gesundheitsdirektion per 1. Januar 2026 Leistungsvereinbarungen mit den Psychiatrien abgeschlossen.
Ziel all dieser Massnahmen ist eine nachhaltige Verbesserung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sowie eine bedarfsgerechte, gut koordinierte Versorgung im Kanton Zürich.