Arbeitslosenquote sinkt unter zwei Prozent

Die Arbeitslosenquote im Kanton Zürich lag im Mai bei 1,9 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen ist vor allem im Bau- und Gastgewerbe gesunken. Trotz Unsicherheit bleiben die Beschäftigungserwartungen der Zürcher Unternehmen positiv. Die Arbeitslosigkeit dürfte daher auch in den nächsten Monaten tief bleiben.

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Ende Mai waren 15’879 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) des Kantons Zürich als arbeitslos gemeldet, 1’343 Personen weniger als im Vormonat. Bereinigt um saisonale Effekte hat die Zahl der Arbeitslosen um 565 Personen abgenommen. Die Arbeitslosenquote sank dadurch von 2,0 auf 1,9 Prozent und erreichte damit den tiefsten Wert seit den frühen Nullerjahren. Allerdings sind die Arbeitslosenquoten aufgrund einer Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes 2011 und der Vereinheitlichung der Erfassungsmethode der Stellensuchenden 2018 nur begrenzt vergleichbar.

Rückgang in allen Branchen

Die Arbeitslosigkeit ist in fast allen Branchen gesunken. Am stärksten fiel die Abnahme der Arbeitslosenzahlen im Baugewerbe (-234) und im Gastgewerbe (-212) aus. Deutlich zurückgegangen sind die Arbeitslosenzahlen allerdings auch bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (-171), wo der Rückgang vorwiegend im Bereich Garten- und Landschaftsbau erfolgte. Die genannten Branchen profitieren zum einen von der starken wirtschaftlichen Erholung und den Aufhebungen der Corona-Einschränkungsmassnahmen. Zum anderen sind sie starken saisonalen Schwankungen unterworfen und dürften von den wärmeren Temperaturen profitiert haben.

Gleichzeitig steigen auch die bei den RAV gemeldeten offenen Stellen: Im Mai waren 11’302 offene Stellen gemeldet – 336 Stellen mehr als im Vormonat. Rund ein Drittel der offenen Stellen ist auf die Berufsgruppen der Köche und Servicekräfte (2’096) sowie der Handwerks- und Baufachkräften (1’627) zurückzuführen.

Arbeitslosigkeit dürfte tief bleiben

Die steigende Inflation, die Lockdown-Politik in China, der Ukraine-Krieg und die damit verbunden Sanktionen (z.B. Erdöl-Embargo) sorgen weiterhin für Unsicherheit und stellen globale Konjunkturrisiken dar. Auch wenn die wirtschaftliche Erholung dadurch etwas abgeschwächt werden könnte, gehen Prognosen nach wie vor von einem eher günstigen Wirtschaftsverlauf in der Schweiz aus. Aufgrund der tiefen Arbeitslosigkeit und der hohen Zahl an offenen Stellen, dürfte es für Unternehmen jedoch vermehrt schwieriger werden, passendes Personal zu finden.

Der Optimismus der Zürcher Unternehmen hinsichtlich ihrer Geschäftsaussichten und Beschäftigungserwartungen ist weiter gestiegen – allen voran im Gastgewerbe. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Arbeitslosenquote auch in den nächsten Monaten auf einem tiefen Stand verbleiben wird.

«Die rekordtiefe Arbeitslosigkeit ist ein Zeichen für unseren starken Wirtschaftsstandort. Der robuste Zürcher Arbeitsmarkt darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die Unternehmen zunehmend in verschiedenen Branchen mit einem besorgniserregenden Fachkräftemangel konfrontiert sind», betont Regierungsrätin Carmen Walker Späh. «Es braucht eine bessere Ausschöpfung des inländischen Arbeitskräftepotenzials mit Instrumenten wie der Individualbesteuerung, flexibles Rentenalter und lebenslanges Lernen», so die Volkswirtschaftsdirektorin weiter.

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