Der Zürcher Wirtschaft fehlen bald die Arbeitskräfte

Immer mehr Beschäftigte treten in den kommenden Jahren in den Ruhestand. Dies hat Folgen für den Arbeitsmarkt und das Wirtschaftswachstum: Soll sich die Zürcher Wirtschaft wie über die letzten 20 Jahre weiterentwickeln, fehlen bis ins Jahr 2050 rund 210’000 Arbeitskräfte, wie eine neue Studie zeigt. Mit einer Steigerung der Produktivität, einer besseren Ausschöpfung des Potenzials im Inland und einer Erhöhung des Rentenalters kann dem Arbeitskräftemangel entgegengewirkt werden.

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Aufzeichnung der Medienkonferenz vom 9. Dezember 2021
Aufzeichnung der Medienkonferenz vom 9. Dezember 2021 Aufzeichnung der Medienkonferenz vom 9. Dezember 2021

Jedes Jahr steigt der Anteil der Personen, die ins Rentenalter kommen. Heute sind 17 Prozent der Zürcher Bevölkerung über 64 Jahre alt, 2050 werden es bereits 23 Prozent sein. Gleichzeitig schrumpft der Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Die Konsequenz daraus: Der Zürcher Wirtschaft fehlen je länger, je mehr die Arbeitskräfte, um weiterhin ein mit den letzten zwei Jahrzehnten vergleichbares Wirtschaftswachstum zu erzielen.

Eine neue Untersuchung der Fachstelle Volkswirtschaft des Amts für Wirtschaft und Arbeit stellt den Bedarf an Arbeitskräften dem Bruttoinlandprodukt (BIP) gegenüber. Wenn das BIP in den nächsten Jahren so weiterwachsen soll wie bisher, benötigt die Zürcher Wirtschaft bei gleichbleibendem Produktivitätswachstum im Jahr 2050 rund 1’370’000 Arbeitskräfte. Wird das Arbeitskräftepotential gleich ausgeschöpft wie heute, werden jedoch nur 1’160’000 Arbeitskräfte bereitstehen.

Negative Auswirkungen auf den Wohlstand 

Gemäss dieser Modellrechnung fehlen also 2050 rund 210’000 Personen auf dem Zürcher Arbeitsmarkt. Wenn diese Lücke nicht gefüllt oder kompensiert werden kann, droht bis 2050 eine kumulierte Einbusse im BIP von rund 400 Milliarden Franken. Dies wiederum hätte Auswirkungen auf die Einkommen, die Steuereinnahmen und die Finanzierung der Sozialversicherungen.

Wird die Entwicklung des BIP pro Kopf als Gradmesser herangezogen, bleibt der Effekt bestehen, allerdings weniger stark: Wenn das BIP pro Kopf im gleichen Mass wie bisher wachsen soll, so fehlen im Jahr 2050 auf dem Zürcher Arbeitsmarkt rund 55’000 Beschäftigte. In der Schweiz sind die negativen Auswirkungen der Demografie noch grösser, sowohl bezogen auf das BIP als auch auf das BIP pro Kopf.

Breite Palette an möglichen Gegenmassnahmen

Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, sind diverse Massnahmen und Handlungsfelder denkbar. So würde zum Beispiel eine Steigerung der Arbeitsproduktivität insbesondere dank der Digitalisierung den Arbeitskräftemangel lindern. Auch eine Erhöhung und Flexibilisierung des Rentenalters, mehr Zuwanderung und eine bessere Ausschöpfung des inländischen Arbeitskräftepotenzials würden gemäss der Studie für Entlastung sorgen.

Die vollständige Studie und Informationen zur Wirtschaftslage finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Zürcher Wirtschaftsmonitoring unter zh.ch/wirtschaftsmonitoring.

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