Rekordhohe Arbeitslosigkeit im Gastgewerbe und eingetrübte Beschäftigungsaussichten

Im Januar nahm die Arbeitslosigkeit im Kanton Zürich erneut zu, wobei das Gastgewerbe im Branchenvergleich den stärksten Anstieg verzeichnete. Mehrheitlich saisonale, aber auch konjunkturelle Effekte trugen zum Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent bei. Die Wirtschaftslage im Kanton hat sich weiter verschlechtert; die Unternehmen rechnen mit einem weiteren Stellenabbau.

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Ende Januar waren im Kanton Zürich 30'756 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) des Kantons Zürich als arbeitslos gemeldet, 928 Personen mehr als im Vormonat. Mit der derzeitigen Arbeitslosenquote von 3,6 Prozent liegt das Niveau weiterhin 1,2 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.
Pandemiebedingt sind die RAV im Kanton Zürich seit 18. Januar und bis auf weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen. Anmelde- und Beratungsgespräche finden telefonisch oder via Videokonferenz statt.

Rekordhohe Arbeitslosigkeit im Gastgewerbe

Zu Jahresbeginn sind steigende Zahlen in saisonal geprägten Branchen üblich. Insgesamt waren saisonale Effekte im Januar zu rund zweit Dritteln für den Anstieg der Arbeitslosigkeit verantwortlich, der Rest ist auf das eingetrübte konjunkturelle Umfeld zurückzuführen.

Dieses Jahr fiel die Zunahme im Gastgewerbe aussergewöhnlich stark aus (+329). Neben dem saisonalen Anstieg dürften die behördlichen Betriebsschliessungen zum Anstieg beigetragen haben. Die Arbeitslosenquote lag im Januar bei 11,4 Prozent und war damit so hoch wie in keiner anderen Branche. Innerhalb eines Jahres hat sich die Zahl der Arbeitslosen im Gastgewerbe mehr als verdoppelt.

Auch das Baugewerbe (+155) und die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (+140) verzeichneten saisonal bedingt mehr Arbeitslose. Leicht rückläufig war die Arbeitslosigkeit bei den Banken (-32), in der Informatik (-30) sowie im Bereich Erziehung und Unterricht (-18).

Eingetrübte Beschäftigungsaussichten

Die Geschäftslage der Zürcher Unternehmen hat sich im Januar weiter verschlechtert. Gemäss KOF-Konjunkturforschungsstelle stufen im Gastgewerbe inzwischen fast alle Befragten die Geschäftslage als «schlecht» ein. Die Beschäftigungsaussichten deuten auf einen weiteren Stellenabbau hin: Für das erste Quartal 2021 rechnen fast alle Branchen mit weniger Personalbedarf, allen voran das Gastgewerbe. Nur einzelne Dienstleistungsbranchen (aus den Bereichen Verkehr/Information/Kommunikation, Wirtschaftliche Dienstleistungen und Persönliche Dienstleistungen) gehen davon aus, wieder mehr Beschäftigte einzustellen.

Dennoch zeigen die Umfrageergebnisse der KOF-Konjunkturforschungsstelle auch, dass sich die Geschäftserwartungen für das kommende halbe Jahr leicht aufhellen. Inwieweit der Arbeitsmarkt davon profitieren kann, bleibt abzuwarten.

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