222 Denkmaltag
Medienmitteilung 31.08.2010
Der Europäische Tag des Denkmals öffnet am Sonntag, 12. September 2010, in der Gemeinde Rüti und im Ritterhaus Bubikon zahlreiche Türen und Tore von Baudenkmälern. Archäologie und Denkmalpflege des Kantons Zürich bieten ein reichhaltiges Programm zum Thema «Stationen am Lebensweg». In Rüti reicht dieses von den Spuren des ehemaligen Prämonstratenserklosters über die prachtvollen historistischen Villen bis zum Krematorium. In Bubikon werden Rundgänge durch das geschichtsträchtige Ritterhaus angeboten.
Die mit dem Zyklus des Lebens verbundenen Bauwerke wie Spital, Schule, Kirche, Arbeitsort und Friedhof erzählen Wesentliches über den Umgang mit den zentralen Themen des Lebens – Geburt, Freuden und Leiden, Tod. Sie stellen eine Gruppe von Kulturgütern dar, die als öffentliche Bauaufgabe Bedeutung erhalten und im Ortsbild eine prägende Stellung einnehmen. Diese Kulturgüter begleiten unser Leben auch im Alltag: die Schule, die wir besuchen, das Spital, in dem wir operiert wurden, oder der Arbeitsweg, der an historischen Bauten vorbeiführt.
Am Sonntag, 12. September 2010, widmet sich die Archäologie und Denkmalpflege des Kantons Zürich diesen spannenden Kulturgütern «Am Lebensweg» in der Gemeinde Rüti und im Ritterhaus Bubikon. Nach der offiziellen Eröffnung mit dem Gemeindepräsidenten von Rüti, Anton Melliger, folgt von 11 bis 15.30 Uhr ein vielfältiges Programm an Führungen und Rundgängen, die kostenlos und ohne Voranmeldung besucht werden können. Archäologie und Denkmalpflege betreiben beim Amthaus den ganzen Tag einen Informationsstand, der auch als Besammlungspunkt für verschiedene geführte Besichtigungen dient.
Kirchliche Bauten mit langer Geschichte
In die ferne Vergangenheit von Rüti tauchen die Führungen zum ehemaligen Prämonstratenserkloster, dessen Ursprung ins frühe 13. Jahrhundert zurückreicht, und der dazu gehörenden Klosterkirche ein. Die klösterlichen Spuren – das Pfarrhaus von 1316 sowie der Chor der Kirche – prägen bis heute den zentralen Amthofplatz in Rüti. Die Geschichte von Rüti kann auch in der Gemeindechronik im Amthaus vertieft studiert werden.
Zeugen des wirtschaftlichen Aufschwungs
Von Rütis Aufschwung als industrielles Zentrum zeugen die prachtvollen historistischen Unternehmervillen und die ehemaligen Fabrikanlagen. Unweit des Bahnhofs steht die um 1900 durch den bekannten Architekten Jacques Gros erstellte Villa Felsberg samt Billardpavillon, Wohnsitz des Fabrikanten Hermann Hess-Honegger; thronend über dem Fabrikareal in der Joweid die so genannte Villa Séquin, die 1876 für Caspar Honegger erbaut und 1895/96 von Carl Arnold Séquin zum Neorenaissance-Palazzo umgebaut wurde. Als bedeutendste noch erhaltene repräsentative Seidenwebereianlage des Kantons Zürich gilt die ehemalige mechanische Seidenstoffweberei in Rüti. Einen Leckerbissen der besonderen Art stellt das kleine Firmenmuseum in der ehemaligen Produktionshalle der Embru dar. Dort können klassische Originalmöbel aus den Bereichen Schule, Büro, Wohnen und Spital besichtigt werden, die in uns allen persönliche Erinnerungen wecken. Peter Lepel, langjähriger Mitarbeiter der Embru und leidenschaftlicher Möbelsammler, weiss denn auch zu jedem Ausstellungsstück eine Geschichte zu erzählen.
Krankenasyl und Krematorium
Zwei Führungen widmen sich explizit dem Thema der öffentlichen Bauaufgabe. Sie gelten dem Krankenasyl von 1885 und dem 1929 eingeweihten Krematorium. Diese beiden Gebäudeanlagen sind seit Anbeginn durch ein streng vorbestimmtes Bauprogramm geprägt und bieten in ihrer Entwicklung bis in die Gegenwart spannende Aspekte.
Rundgänge im Ritterhaus Bubikon
Auch beim Ritterhaus in Bubikon präsentieren Archäologie und Denkmalpflege ab 11 Uhr ein spannendes Programm, das um 16.30 Uhr mit den Schlussworten des Gemeindepräsidenten von Bubikon, Bruno Franceschini, einem Konzert des «Trio Räss» und einem Aperitif ausklingen wird. Das Ritterhaus ist heute das einzige in seiner Anlage gut erhaltene Ordenshaus der Malteserritter in der Schweiz. Es zeigt sich als eine ausserordentlich wertvolle Gebäudegruppe des 13. bis 16. Jahrhunderts in unverbauter Umgebung. Die Geschichte des Ritterordens, die Gebäudeanlage, die aktuelle Ausstellung «Schweizer Bergleben» von Peter Ammon sowie eine Führung in die aus der Bauzeit stammende Kapelle mit ihren einzigartigen romanischen Wandmalereien sind Themen der angebotenen Rundgänge.
Im Oldtimer zwischen Rüti und Bubikon pendeln
Den Überblick zu allen Aktivitäten in Rüti und Bubikon vom 12. September gibt ein Programmflyer, der unter www.denkmalpflege.zh.ch heruntergeladen werden kann. Zwischen den zwei Zentren des Angebots – dem Amthofplatz in Rüti und dem Ritterhaus in Bubikon verkehrt den ganzen Sonntag über ein Shuttlebus mit historischem Charme: ein Saurer Oldtimerbus von 1926.
Weitere Veranstaltungen zu den Europäischen Tagen des Denkmals finden in Zürich, Winterthur und Dübendorf-Stettbach statt. Informationen dazu sowie zum Schweizerischen Gesamtprogramm finden sich unter www.hereinspaziert.ch
Die Europäischen Tage des Denkmals
Die ersten Tage des Denkmals wurden 1984 in Frankreich durchgeführt. Seit 1991 gehören sie zum kulturellen Engagement des Europarates. Heute sind die Denkmaltage eine internationale Veranstaltung, die in fast 50 Ländern durchgeführt wird. In den vergangenen Jahren öffneten im Schnitt jeweils etwa 35›000 Bauten dem Publikum ihre Türen. Ziel der Europäischen Tage des Denkmals ist es, in der Öffentlichkeit das Interesse an der Erhaltung unserer Kulturgüter zu wecken. Zudem geben die Denkmalpflege-Ämter Einblicke in ihre tägliche Arbeit. Die Nationale Informationsstelle für Kulturgütererhaltung (NIKE) beim Bundesamt für Kultur koordiniert den Anlass auf Bundesebene. Sie bestimmt jedes Jahr ein Thema, so 2010 «Am Lebensweg – Cycles de vie – I cicli della vita».
(Medienmitteilung der Baudirektion)
Hinweis
Diese Meldung ist vor 2018 erschienen. Gegenüber der ursprünglichen Fassung sind alle Bilder, Links und Downloads entfernt worden. Dies beim Wechsel zum neuen kantonalen Webauftritt 2020.
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