Für eine lebendige Reppisch – Revitalisierungsprojekt in Landikon
Medienmitteilung 14.06.2010
Das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) kann dank dem naturemade-star-Fonds des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich (ewz) einen weiteren Abschnitt der ökologisch besonders wertvollen Reppisch aufwerten. In Landikon bei Birmensdorf erhält der Fluss seinen ursprünglichen, geschwungenen Lauf zurück. Im naturnah gestalteten Gewässer und am Ufer entstehen Lebensräume für selten gewordene heimische Tiere und Pflanzen. Der Uferweg lädt zum Entdecken und Verweilen in der Natur. Ermöglicht wird das Projekt durch den naturemade-star-Fonds von ewz, der die Revitalisierung fast vollumfänglich finanziert.
Die Reppisch ist mit ihren 20 Kilometern Länge vom Türlersee bis zur Limmat eines der ökologisch wertvollsten Fliessgewässer im Kanton Zürich. Um diesen Reichtum zu erhalten und weiter zu fördern, setzt das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) seit 1998 das Natur- und Lebensraumkonzept Reppisch um. Nun folgt als vorläufig letzte Etappe die ökologische Aufwertung eines 400 Meter langen Abschnitts unterhalb Landikon im Bereich Schliffer auf Birmensdorfer Boden.
Die Natur kehrt zurück, der Hochwasserschutz bleibt
Im Rahmen des Projekts werden die Uferverbauung und die Schwellen im Fluss entfernt. Die heute begradigte Reppisch erhält ihren natürlich geschwungenen Lauf zurück. Es entsteht ein breiteres Flussbett, das Wasser teilt sich wie ursprünglich in Haupt- und Seitenarme. Dank der Aufhebung der Barrieren und der neu geschaffenen abwechslungsreichen Lebensräume im Wasser kehren die einst dort ansässigen Fische zurück – oft bedrohte Arten wie das Bachneunauge. Sie steigen, ihrem natürlichen Instinkt folgend, in der Reppisch auf und legen dort ihren Laich ab.
Das Ufer wird stellenweise mit natürlichen Materialien befestigt, andernorts kann es sich den Naturkräften folgend verändern. Bepflanzungen mit heimischen Gewächsen säumen das Gewässer, bestehende Einzelbäume bleiben wenn möglich erhalten. So entstehen auch an Land neue Lebensräume für seltene Kleintiere und Pflanzenarten, die heute durch die fortschreitende Besiedlung und Kultivierung der Landschaft immer mehr verschwinden. Als Biotop für seltene Amphibienarten legt das AWEL zwei Mulden an, in denen sich Wasser sammelt und sich Geburtshelferkröten und Erdkröten besonders wohl fühlen. Trotz der Revitalisierung bleibt die Reppisch auch bei Hochwasser in ihrem Bett – sie tritt weiterhin nur bei extremem Hochwasser über die Ufer.
Neuer Uferweg für Erholungssuchende
Der Uferweg wird dem neuen Flusslauf angepasst. Erholungssuchende können, der Reppisch folgend, die sich neu entfaltende Natur erleben und entdecken.
Im Oktober fertig
Die Bauarbeiten beginnen am 21. Juni 2010 und dauern bis im Oktober 2010. Während dieser Zeit wird der Fussweg entlang der Reppisch umgeleitet. Das AWEL bittet um Verständnis für Lärm und Mehrverkehr durch die Bauarbeiten.
Finanziert durch den naturemade-star-Fonds von ewz
Das Projekt wird grösstenteils durch den naturemade-star-Fonds von ewz finanziert. Mit der naturemade star-Zertifizierung seiner Kraftwerke hat sich ewz verpflichtet, diesen Fonds mit einem Rappen pro verkaufte Kilowattstunde Ökostrom aus den zertifizierten Kraftwerken zu speisen. Es stehen somit künftig pro Jahr rund 2,2 Millionen Franken für solche ökologische Aufwertungsmassnahmen bereit. Auf diese Weise kommt das Engagement der ewz-Kundinnen und -Kunden, die Ökostrom kaufen, direkt der Natur zu Gute.
Natürliche Flussläufe – für Mensch und Natur
Mehr Natur
Natürliche Bach- und Flusslandschaften gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Schweiz. Die Natur braucht abwechslungsreiche Gewässer mit unterschiedlichen Wassertiefen und Strömungsverhältnissen und einer reichen Ufervegetation, wie sie sich ursprünglich überall durch die Landschaft schlängelten. Nur hier können viele bei uns heimische Pflanzen und Tiere überleben oder sich wieder ansiedeln.
Mehr Hochwassersicherheit
Naturnahe Bäche und Flüsse fliessen in einem breiteren Bett und können mehr Wasser aufnehmen – sie treten seltener über die Ufer.
Mehr Erholung
An naturnahen Flüssen und Bächen hält sich der Mensch gerne auf, um durchzuatmen und sich von der Hektik des Alltags zu erholen. Ursprüngliche Wasserlandschaften laden zum Spazieren, Verweilen, Geniessen, Entdecken und Beobachten der Natur ein. Unweit der Siedlungsgebiete gelegen, sind sie ideale Naherholungsgebiete für Gross und Klein.
Sauberes Grundwasser, sauberes Trinkwasser
Je abwechslungsreicher ein naturnahes Fliessgewässer ist, desto besser kann es organische Schadstoffe abbauen und sich so selbst reinigen. Aus natürlichen Bach- und Flussbetten versickert mehr Wasser in den Untergrund. Dort wird es gefiltert, als Grundwasser gespeichert und dient uns als kostbares Trinkwasser.
Geringe Kosten, grosser Gegenwert
Technische Lösungen für den Hochwasserschutz sind meist kostspielig und benötigen regelmässigen Unterhalt. Viele dieser Kosten lassen sich einsparen, wenn der Bach oder Fluss wieder mehr Raum erhält und sein Bett auf natürliche Weise gestaltet ist. Der dort gedeihende Reichtum an heimischen Pflanzen und Tieren stellt einen unschätzbaren Wert für uns und kommende Generationen dar.
Heute ist die Reppisch im Schliffer verbaut und begradigt – sie kann sich nicht natürlich entfalten.
Wie hier bei Stallikon fliesst die Reppisch nach der Revitalisierung wieder in einem natürlichen Bett – das Leben kehrt zurück .
(Gemeinsame Medienmitteilung der Baudirektion und des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich)
Hinweis
Diese Meldung ist vor 2018 erschienen. Gegenüber der ursprünglichen Fassung sind alle Bilder, Links und Downloads entfernt worden. Dies beim Wechsel zum neuen kantonalen Webauftritt 2020.
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