Westumfahrung: Arbeiten sind im Zeitplan – Eröffnung am 4. Mai 2009

Rund fünf Monate vor der Eröffnung der Westumfahrung Zürich befinden sich die Arbeiten an diesem Jahrhundertbauwerk im Zeitplan. Die veranschlagten Kosten belaufen sich auf 2,85 Milliarden Franken. Aktuell findet die Installation der letzten elektrotechnischen Anlagen mit entsprechenden Tests statt. Damit kann das neue Autobahnteilstück am 4. Mai 2009 termingerecht dem Verkehr übergeben werden.

Wer auf der Autobahn A3 am Ostportal des Uetlibergtunnels vorbeifährt, erhält den Eindruck eines fertigen Bauwerks: Die Signalisationstafeln sind montiert, die Markierungsarbeiten ausgeführt. Allerdings täuscht der äussere Eindruck darüber hinweg, dass die Arbeiten im Tunnel noch auf Hochtouren laufen. Aktuell werden die letzten Signale und elektrotechnischen Einrichtungen fertig montiert und es finden ausgiebige Tests sowie Schulungen für die Bedienung der Anlagen statt.

«Nur so ist gewährleistet, dass der Uetlibergtunnel und der Aeschertunnel bei der Verkehrsfreigabe am 4. Mai den Anforderungen an die Sicherheit gerecht werden können», sagt Hans Meier, Abteilungsleiter Verkehrstechnik Strasse beim kantonalen Tiefbauamt. Er verweist darauf, dass ein Tunnel bezüglich Sicherheit viel grössere Anforderungen zu erfüllen hat als eine Strecke auf offener Strasse. «Und dass der Ernstfall immer wieder einmal eintreten kann, zeigen die Tunnelunglücke der vergangenen Jahre.» Sobald alle Installationen auf ihre Tauglichkeit geprüft worden sind, werden die Rettungsorganisationen mit ihren Übungen beginnen.

Seit 2006 bereits in Betrieb sind der Eggraintunnel und der Hafnerbergtunnel. Noch im Bau befindet sich die A4 im Knonaueramt, die vom Autobahndreieck Zürich-West nach Zug führt. Dieses Teilstück wird am 13. November 2009 dem Verkehr übergeben. «Für die Verkehrstechnik ist es somit eine zusätzliche Herausforderung, die Systeme der bereits in Betrieb genommenen Strecken mit denjenigen der neuen Bauwerke zu verknüpfen. Und wenn dann die A4 durchs Knonaueramt im Herbst 2009 in Betrieb genommen wird, erfolgt dieser Prozess gleich noch einmal», sagt Hans Meier.

Mehraufwand und Teuerung kompensiert

Der Spatenstich für die Westumfahrung erfolgte am 13. September 1996. In diesen 12 ½ Jahren sind die Vorschriften für Tunnelbauten immer wieder verschärft worden und die Anforderungen bezüglich Sicherheit gestiegen. Es bedurfte deshalb im Bereich der elektrotechnischen Anlagen und der Signalisation immer wieder Anpassungen. Dieser Mehraufwand und die Teuerung konnten kompensiert werden. «Es sieht so aus, als dass die Westumfahrung nicht mehr als die 2,85 Milliarden Franken kostet, die 1994 veranschlagt wurden», sagt Baudirektor Markus Kägi. Das Bauwerk sei deshalb nicht nur eine bautechnische Meisterleistung, sondern auch bezüglich Kostenmanagement ein Vorzeigeobjekt.

Natur aufwertende Ausgleichsmassnahmen

Entsprechend der Forderung im Natur- und Heimatschutzgesetz müssen im Nationalstrassenbau Verluste an Naturwerten kompensiert werden. Dieser Forderung wurde beim Bau der Westumfahrung mehrfach nachgekommen. So wurde zum Beispiel die Reppisch unterhalb von Birmensdorf naturgerecht umgestaltet. Beim Autobahndreieck Zürich-West wurden am Fischbach grosse ökologisch wertvolle Flächen als Hochwasserrückhalteraum geschaffen.

Durch die grosszügige Wiederbelebung des Sihlraumes beim Autobahndreieck Zürich-Süd entstand unter den vier neuen Autobahnbrücken ein grosszügiger Freiraum für die Tier- und Pflanzenwelt. Gleichzeitig wird mit dieser Umgestaltung die Zürcher Allmend als Erholungs- und Freizeitgebiet aufgewertet. «Im Falle der Sihl-Renaturierung kann dank der Westumfahrung ein grosses Stück Land der Natur und der Bevölkerung zurückgegeben werden», sagt Hans Georg Gsell von der Abteilung Wasserbau des Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft.


Weitere Informationen zur Westumfahrung Zürich gibt es auf der Website www.westumfahrung.ch.

(Medienmitteilung der Baudirektion)

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