Geführte Streifzüge durch die Zürcher Kulturlandschaft
Medienmitteilung 09.04.2008
Die Kantonsarchäologie und die kantonale Denkmalpflege feiern 2008 ihr 50-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass finden acht geführte Exkursionen zu ausgewählten archäologischen und denkmalpflegerischen Schauplätzen in der Zürcher Landschaft statt. Besichtigt werden sowohl römische Wachtürme und mittelalterliche Burgen als auch Wohnbauten und Industrieanlagen aus der Neuzeit. Die Exkursionen werden je einmal im Frühjahr und einmal im Herbst durchgeführt. Sie sind kostenlos und finden jeweils am Samstag statt. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich.
Im Jahr 2008 feiern die Kantonsarchäologie und die kantonale Denkmalpflege Zürich ihr 50-jähriges Bestehen. Mit Ausstellungen, Publikationen und geführten Streifzügen durch die Zürcher Kulturlandschaft treten die beiden Fachstellen an die Öffentlichkeit. Im Frühjahr und im Herbst 2008 werden nun für die interessierte Bevölkerung des Kantons Zürich je acht kulturgeschichtliche Exkursionen angeboten. Fachleute aus Archäologie und Denkmalpflege leiten die sieben Wanderungen und eine Velotour zu historischen Bauten und archäologischen Fundstellen. Sie stellen Jahrtausende alte Gräber und Siedlungsreste vor, aber auch römische Wachtürme, mittelalterliche Burgen, Kirchen und Klöster sowie Riegelhäuser, Mühlen, Brücken, Wohnbauten und Industrieanlagen aus der Neuzeit. Die Exkursionen geben gleichzeitig einen Einblick in die Tätigkeit der kantonalen Fachstellen, die diese vielfältigen Zürcher Kulturdenkmäler erforschen und schützen.
Das Wichtigste rund um die Exkursionen
Die Exkursionen sind kostenlos und werden bei jedem Wetter durchgeführt. Da die Teilnehmerzahl beschränkt ist, ist eine Anmeldung erforderlich. Zu jeder Tour ist ein Faltblatt erhältlich mit Beschreibungen der kulturgeschichtlichen Objekte und Informationen zur Route.
Das Programm, die Faltprospekte und das Anmeldeformular zu den acht Exkursionen sind zu finden unter www.jubilaeum08.zh.ch unter der Rubrik Exkursionen. Auf der genannten Website sind zudem weitere Informationen rund um das Jubiläumsjahr der Archäologie und der Denkmalpflege Kanton Zürich abrufbar.
Programm
19. April 2008 und 20. September 2008
Programm: Am Greifensee reichen die ersten menschlichen Spuren in die mittlere Steinzeit zurück (9500–6000 v. Chr.). Seeufersiedlungen aus Jungsteinzeit und Spätbronzezeit, Grabhügel sowie mittelalterliche Burgen und Kirchen zeugen ebenso von der reichen Geschichte wie neuere Bauten. Auf der Zeitreise fasziniert das Nebeneinander von Denkmälern, Naturschutzreservat und Naherholungsgebiet.
Höhepunkte: Schloss und Städtchen Greifensee, Fahrt mit dem historischen Dampfschiff «Greif», Kirche Maur, Grabhügel im Murholz, Jugendherberge «im Rohrbuck» in Fällanden.
Dauer: 7 Stunden 15 Minuten, davon 2 Stunden 30 Minuten Wanderzeit.
Teilnehmerzahl: Maximal 20 Personen für das Vormittagsprogramm und die Dampfschifffahrt. Weitere Personen können um 13.30 Uhr in Mauer-See hinzukommen.
26. April 2008 und 27. September 2008
Programm: Inmitten reizvoller Flachmoore entdeckt man Zeugen einer vielfältigen Kulturlandschaft. Ein Burgstädtchen, Grabhügel der älteren Eisenzeit (800–450 v. Chr.), bedeutende Fachwerkbauten und eine Kirche aus dem Rokoko bilden die Höhepunkte der Wanderung. Vielerorts bieten sich prächtige Ausblicke auf Bachtel, Pfannenstiel und Voralpen.
Höhepunkte: Schloss und Städtchen Grüningen, Grabhügel im Strangenholz, Kirche Hombrechtikon. Weitere Objekte werden von aussen betrachtet.
Dauer: 7 Stunden 15 Minuten, davon 3 Stunden 15 Minuten Wanderzeit.
3. Mai 2008 und 30. August 2008
Programm: Im alten Kulturland zwischen dem Rhein und der Thur finden sich zahlreiche Spuren einer Jahrtausende dauernden Siedlungsgeschichte. Das Spektrum reicht von urgeschichtlichen Befestigungen bis zu den schmucken Fachwerkdörfern der Neuzeit. Die fruchtbaren Schwemmböden lieferten das Getreide für das Brot, während die Südseiten der Hügel seit römischer Zeit als Rebberge genutzt werden und so der Gegend den Namen Weinland gaben.
Höhepunkte: Haldenmühle Andelfingen, Infanteriebunker Rheinau, «Unterer Hirschen» Marthalen, Schloss Wyden Ossingen.
Dauer: 7 Stunden, davon 3 Stunden Fahrzeit.
17. Mai 2008 und 23. August 2008
Programm: Das Territorium westlich der Albiskette wurde im 12./13. Jahrhundert wesentlich von den Freiherren von Eschenbach geprägt. Auf dem Weg begegnet man archäologischen und kunsthistorischen Zeugnissen dieses mittelalterlichen Adelsgeschlechts, trifft auf historische Verkehrswege, auf reiche Anlagen der Wohn- und Industriekultur des «Kappeler Amts» sowie auf ein Juwel der frühgotischen Zisterzienserarchitektur.
Höhepunkte: Ferggerei Zürrer und Kloster Kappel. Weitere Objekte werden von aussen besichtigt.
Dauer: 4 Stunden 30 Minuten, davon 3 Stunden Wanderzeit.
24. Mai 2008 und 6. September 2008
Programm: Die leichte Wanderung führt flussaufwärts durch das Kempttal. Die ältesten menschlichen Spuren der Region reichen in die Mittelsteinzeit um 9000 v. Chr. zurück. Am Pfäffikersee lag vor rund 5000 Jahren eine jungsteinzeitliche Pfahlbausiedlung, die 1997 ausgegraben wurde. Jüngere kulturhistorische Zeugen sind aus der römischen Epoche oder durch die Erdburg Rüti aus dem Frühmittelalter bekannt. Noch aus dem 12. Jahrhundert stammt der Chorturm der Kirche Illnau und die Kirche von Pfäffikon ist eine der bedeutendsten spätgotischen Kirchen der Zürcher Landschaft. Historisch wertvolle Industrieanlagen runden die Wanderung durch das Naturschutzgebiet um den Pfäffikersee ab.
Höhepunkte: Kirche und Sodbrunnen in Illnau, frühmittelalterliche Motte und römischer Gutshof Fehraltorf, Kirche, Pfahlbausiedlung und Industrieanlage Pfäffikon, römisches Kastell Irgenhausen, Naturlandschaft Pfäffikersee.
Dauer: 4 Stunden 30 Minuten, davon 3 Stunden Wanderzeit.
31. Mai 2008 und 20. September 2008
Programm: Vom Bahnhof Winterthur ausgehend wandert man durch das Sulzerareal zu den Arbeitersiedlungen im Tössfeld. Nächste Station ist die reformierte Kirche Töss, dann führt der Weg durch die Quartiere «Chrugeler» und «Nägelsee». Es folgt eine abwechslungsreiche Waldlandschaft mit dem «Totentäli», der Burgruine Alt Wülflingen, der Burgstelle Hoh Wülflingen und der Klosterruine Beerenberg. Den Abschluss bilden die Wespimühle und der Dorfkern von Wülflingen mit der reformierten Kirche.
Höhepunkte: Sulzerareal und Arbeiterquartiere in Winterthur, Burgruine Alt-Wülflingen, Klosterruine auf dem Beerenberg, Wespimühle, Kirche Wülflingen.
Dauer: 5 Stunden 30 Minuten, davon 4 Stunden 30 Minuten Wanderzeit.
31. Mai 2008 und 6. September 2008
Programm: Ausgangspunkt ist Eglisau mit seiner Altstadt, der Stadtkirche mit spätgotischen Ausstattungsteilen sowie der Strassen- und der Eisenbahnbrücke. Von Eglisau wandert man rheinaufwärts zur Mündung der Töss, wo sich die Ruinen eines römischen Wachturms befinden. Am Alten und Neuen Schloss Teufen vorbei führt die leichte, landschaftlich reizvolle Wanderung zur Burgruine Freienstein und zum Industrieareal der Spinnerei Blumer.
Höhepunkte: Kirche und Städtchen Eglisau, römischer Wachturm Tössegg, Schloss Teufen. Degustation im Weingut Schloss Teufen.
Dauer: 6 Stunden, davon 2 Stunden Wanderzeit.
14. Juni 2008 und 27. September 2008
Programm: Ausgangspunkt ist das planmässig angelegte Städtchen Elgg mit der eindrücklichen spätgotischen Kirche im Zentrum. Nach dem Aufstieg zum Schloss Elgg führt der Weg durch eine weite Landschaft mit Wiesen und Wäldern zur Guhwilmühle und weiter zur Burgruine Schauenberg. Über die ehemalige Kuranstalt Gyrenbad und den Weiler Lättenberg erreicht man das Dorf Zell. Die Malereien in der Kirche sind einen Besuch wert.
Höhepunkte: Städtchen und Kirche Elgg, Burgruine Schauenberg, Kirche Zell. Weitere Objekte werden von aussen besichtigt.
Dauer: 6 Stunden, davon 3 Stunden 30 Minuten Wanderzeit.
(Medienmitteilung der Baudirektion)
Hinweis
Diese Meldung ist vor 2018 erschienen. Gegenüber der ursprünglichen Fassung sind alle Bilder, Links und Downloads entfernt worden. Dies beim Wechsel zum neuen kantonalen Webauftritt 2020.
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