Bundespräsident Moritz Leuenberger und Regierungspräsidentin Verena Diener eröffnen Teilstück der Westumfahrung Zürich

Zur Eröffnung des ersten Teils der Westumfahrung Zürich haben heute Bundespräsident Moritz Leuenberger, die Zürcher Regierungspräsidentin Verena Diener und der Birmensdorfer Gemeindepräsident Jakob Gut gemeinsam das traditionelle Band durchschnitten. Ab kommendem Montag, 3. Juli 2006, wird die Umfahrung Birmensdorf gleichermassen Verbesserungen für den motorisierten Verkehr wie für die Bevölkerung von Birmensdorf bringen. Die Eröffnung der gesamten Westumfahrung Zürich mit dem Uetlibergtunnel ist für Herbst 2008 geplant. Die Westumfahrung Zürich ist als Verbindung zwischen der A1 (Zürich – Bern) und der A3 (Zürich – Chur) sowie der künftigen A4 Knonaueramt (Zürich – Zentralschweiz) ein Bauwerk von nationaler Bedeutung.

Bevor der motorisierte Verkehr über die Reppischtal- und die Lunnerentalbrücke sowie die Tunnels Eggrain, Hafnerberg und Ristet rollt, gehört die Umfahrung Birmensdorf dem Langsamverkehr. Von Freitagabend, 30. Juni, bis am Sonntagabend, 2. Juli 2006, feiert Birmensdorf die Entlastung der Gemeinde von einem Teil des Durchgangsverkehrs mit einem Volksfest - dem «Birmi Tunnelfäscht». Am «Tag der offenen Tunnels», am Samstag, 1. Juli 2006, stehen Informationen zum Bau der Westumfahrung, die Besichtigung der Anlagen und diverse Demonstrationen insbesondere zur Sicherheit in den Tunnels im Zentrum der Aktivitäten.

Zur offiziellen Einweihungsfeier begrüsste Regierungspräsidentin Verena Diener eine illustere Gästeschar - darunter den Verkehrsminister und Bundespräsidenten Moritz Leuenberger sowie den Birmensdorfer Gemeindepräsidenten Jakob Gut. Gemeinsam durchschnitten die drei das blau-weisse Eröffnungsband. «Wir eröffnen heute ein besonderes Stück Autobahn: Knapp drei Kilometer lang führt es nur wenige hundert Meter durch offenes Gelände; der Rest verläuft durch Tunnels und über Brücken. Gut acht Jahre lang wurde hier unter anspruchsvollen geologischen Bedingungen gebaut. Allerdings befinden wir uns mit dem Terminprogramm nicht ganz auf Kurs» sagte Regierungspräsidentin Diener, «denn wir übergeben die Umfahrung von Birmensdorf zwei Jahre früher dem Verkehr als geplant!» Darüber zeigte sich natürlich ganz besonders Gemeindepräsident Jakob Gut erfreut: «Endlich kann Birmensdorf aufatmen!» Die Bevölkerung von Birmensdorf wird damit früher als geplant vom Durchgangsverkehr entlastet.

Ein modernes, auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Verständnis von motorisierter Mobilität ist gemäss Regierungspräsidentin Verena Diener auf den Ausgleich aller legitimen Interessen angelegt. «Der moderne Strassenbau ist ein breit abgestütztes Miteinander von Mobilität, Schutz der Menschen und Rücksichtnahme auf die Natur.» Die Umfahrung Birmensdorf setzt dies in vorzüglicher Weise um.

Landschafts- und Umweltschutz

Der Interessensausgleich zwischen Mobilität, Immissionsschutz der Bevölkerung und Rücksichtnahme auf die Landschaft hat zu einer aufwändigen Streckenführung mit Tunnels und Brücken geführt. Zur Kompensation von Beeinträchtigungen der Natur wurden zusätzlich Ersatzmassnahmen ergriffen, das heisst neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschaffen. So schlafen jetzt unter der Reppischtalbrücke Fledermäuse. Für den Flussregenpfeifer stehen neue Kiesflächen zur Verfügung; Steinhaufen und Wurzelstöcke werden zum neuen Zuhause von Echsen und Schlangen und in ausgedolten und revitalisierten Bächen leben Fische und kleinste Wassertiere.

Schutz der Menschen

Heute fahren im Durchschnitt jeden Tag mehr Autos durch Birmensdorf als durch den Gotthardtunnel. Mit der Eröffnung des neuen Autobahnteilstücks wird davon ausgegangen, dass diese Verkehrsmenge auf die Hälfte reduziert werden kann. Für die Birmensdorfer Bevölkerung bedeutet das mehr Ruhe, bessere Luft, grössere Sicherheit und eine Steigerung der Lebensqualität. Dies wird mit flankierenden Massnahmen unterstützt: Das Zentrum von Birmensdorf erhält ein neues Gesicht. Die Durchgangsstrassen werden begrünt, der öffentliche Verkehr erhält mehr Raum sowie Fahrplansicherheit. Zudem wird der Dorfplatz zu neuem Leben erweckt. Gleichzeitig kann der Durchgangsverkehr mit der Autobahn verflüssigt werden: für Jakob Gut eine klassische «win-win-Situation».

Verkehrsachse bringt Regionen näher zueinander

Der neue Autobahnabschnitt ist Teil der Westumfahrung und der Autobahn A4 durch das Knonaueramt. Mit deren für die kommenden Jahre vorgesehenen Fertigstellung wird eine gesamtschweizerisch wichtige Lückenschliessung im Hochleistungsstrassen-Netz vorgenommen. Die neue Autobahn wird eine leistungsfähige Verbindung zwischen der Ostschweiz, dem Mittelland und der Innerschweiz schaffen. Sie bringt Wirtschaftsgebiete und bevölkerungsreiche Regionen näher zueinander. Zugleich wird sie – über Birmensdorf hinaus – Teile der Stadt Zürich und die Dörfer im Knonaueramt vom Durchgangsverkehr entlasten. Die Eröffnung der gesamten Westumfahrung Zürich mit dem Aescher- und Uetlibergtunnel ist für Herbst 2008, diejenige der N4 Knonaueramt für 2009/2010 geplant.

Die Zeit, welche zwischen dem Netzbeschluss der Eidgenössischen Räte vor 40 Jahren und dem Baubeginn der N4 im Knonaueramt vergangen ist, sei von den an der Planung, Projektierung und Realisierung Beteiligten dazu genutzt worden, überzeugende Lösungen zu realisieren, stellte Regierungspräsidentin Verena Diener fest. Einen besonderen Dank richtete die Magistratin an den Bundespräsidenten: «Dass wir heute dieses Autobahnteilstück einweihen dürfen, verdanken wir nicht zuletzt unserem Bundespräsidenten Moritz Leuenberger. Er hat das Projekt nicht nur gutgeheissen, sondern dem Kanton Zürich auch die für eine schnelle Realisierung erforderliche finanzielle Unterstützung gewährt.»

Abschliessend bedankte sich die Regierungspräsidentin bei den Behörden sowie den Einwohnerinnen und Einwohnern von Birmensdorf und der umliegenden Gemeinden – einerseits für die gute Zusammenarbeit, andererseits für die aufgebrachte Geduld: «Ich wünsche uns allen, dass das neue Autobahnteilstück rundum seinen Nutzen entfalten und die anvisierten positiven Effekte schaffen wird.»


Weitere Informationen zur Westumfahrung

Zahlen und Fakten zur Westumfahrung Zürich

Teileröffnung 2006:
 
   
Länge des neuen Autobahnteilstücks 2930 Meter
   
Tunnels: Eggraintunnel 500 Meter
  Hafnerbergtunnel 1385 Meter
   
Brücken: Reppischtalbrücke 220 Meter
  Lunnerentalbrücke 140 Meter
   
Kosten total CHF 560 Millionen
Anteil Tunnelbau CHF 380 Millionen
Anteil Brückenbau CHF 40 Millionen
Trassee, Kunstbauten CHF 140 Millionen
   
   
Gesamtprojekt Westumfahrung Zürich:  
Gesamtlänge der Westumfahrung 10,6 Kilometer
davon in Tunnels 8,4 Kilometer
   
Gesamtkosten Westumfahrung Zürich (Preisbasis 1994) CHF 2,85 Milliarden
Finanzierungsanteil Bund 80 Prozent
Finanzierungsanteil Kanton Zürich 20 Prozent
Gesamteröffnung mit dem Aescher- und Uetlibergtunnel Herbst 2008

(Medienmitteilung der Baudirektion)

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