Regierungsrat lehnt Volksinitiative «Ja zur Husi» ab
Medienmitteilung 01.12.2005
Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat, die Volksinitiative zur Weiterführung der Haushaltskurse an kantonalen Mittelschulen «Ja zur Husi» den Stimmberechtigten zur Ablehnung zu empfehlen. Angesichts der angespannten finanziellen Lage hält es der Regierungsrat für vertretbar, diese Kurse zu streichen.
Im Rahmen des Sanierungsprogrammes 04 hat der Regierungsrat die Abschaffung der Hauswirtschaftskurse an den Mittelschulen beschlossen. Dies führte zum Abbau von rund 25 Stellen und jährlich wiederkehrenden Einsparungen von 4,2 Millionen Franken.
Die Aufhebung der Hauswirtschaftskurse an kantonalen Mittelschulen betrifft die Schülerinnen und Schüler der Langgymnasien. Dies sind rund 12 Prozent aller Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I; die übrigen 88 Prozent der Schülerinnen und Schüler erhalten weiterhin hauswirtschaftlichen Unterricht. Zu diesen gehören auch jene Mittelschülerinnen und Mittelschüler, die von der Sekundarschule in das Kurzgymnasium übertreten und somit bereits vor ihrem Eintritt in die Mittelschule drei Wochenlektionen Haushaltunterricht erhalten haben. Der Regierungsrat weist darauf hin, dass es gemäss Reglement über die Anerkennung von gymnasialen Maturitätsausweisen Ziel der Maturitätsausbildung ist, die Absolventinnen und Absolventen zur Hochschulreife zu führen, grundlegende Kenntnisse zu vermitteln sowie die geistige Offenheit und Fähigkeit zum selbstständigen Urteilen zu fördern. Hauswirtschaftskunde gehört nicht zum Fächerkanon von Maturitätsschulen. Die Absolventinnen und Absolventen der Mittelschulen sind aber auf Grund der an sie gestellten Anforderungen zur Erreichung der Maturität in der Lage, die für die Erhaltung der Gesundheit wichtigen Zusammenhänge zwischen Ernährung, Gesundheit und Bewegung zu erkennen. Sie können sich somit das Wissen im Bereich der Hauswirtschaft in Eigenkompetenz und zu einem für sie geeigneten Zeitpunkt selber aneignen.
Angesichts der angespannten Lage der kantonalen Finanzen ist es deshalb vertretbar, die Hauswirtschaftskurse an den kantonalen Mittelschulen zu streichen. Dabei gilt es auch zu berücksichtigen, dass die Internatskurse in Hauswirtschaft mit Vollkosten von rund 3100 Franken pro Schülerin oder Schüler eine sehr teure Ausbildungsform darstellen. Die Annahme der Initiative und die damit verbundene Wiedereinführung der Hauswirtschaftskurse hätten einmalige Aufbaukosten von rund 11 Millionen Franken und jährlich wiederkehrende Kosten von rund 4,2 Millionen Franken zur Folge.
(Medienmitteilung des Regierungsrates)
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