Vier Millionen Franken aus dem Fonds für gemeinnützige Zwecke für die Erweiterung des Museums Rietberg

Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat, einen Beitrag von vier Millionen Franken aus dem Fonds für gemeinnützige Zwecke für die Erweiterung des Museums Rietberg zu bewilligen. Der Erweiterungsbau mit Gesamtkosten von rund 39 Millionen Franken löst verschiedene Platz- und Sicherheitsprobleme und trägt dazu bei, dass das Museum seine international bedeutende Stellung erhalten kann.

Das Museum Rietberg wurde 1952 eröffnet. Es ist in der Schweiz das einzige Museum für aussereuropäische Kunst und verfügt über einen ausgezeichneten Bestand an asiatischer, afrikanischer und ozeanischer Kunst. In diesen Bereichen zählt es zu den führenden Häusern in Europa. Einen guten Ruf hat sich das Museum Rietberg in Fachkreisen und beim Publikum auch durch seine Sonderausstellungen erworben; für die internationale Ausstellungstätigkeit ist es zu einer wichtigen Station geworden. Das Museum verzeichnet pro Jahr 60'000 bis 90'000 Eintritte, der ausländische Besucheranteil liegt bei knapp 20 Prozent.

Für den heutigen Publikumsandrang sind die räumlichen Verhältnisse ungenügend, denn weder der Eingangsbereich mit Museumsshop und Garderobe, noch die Ausstellungsräume sind auf die oftmals mehr als 600 Besucherinnen und Besuchern pro Tag ausgerichtet. Zudem entsprechen die Räume nicht mehr den internationalen Ausstellungs- und Sicherheitsstandards; grosse internationale Wanderausstellungen können daher nicht oder nur unzulänglich präsentiert werden. Zu knappe Platzverhältnisse herrschen auch in den Depoträumen, die überfüllt und museumstechnisch ungeeignet sind.

Diese Kapazitätsengpässe bewogen das Museum Rietberg zur Planung eines Erweiterungsbaus. Im Jahr 2002 konnte ein zweistufiger, international ausgeschriebener Architekturwettbewerb abgeschlossen werden, bei dem das Projekt der Architekten Alfred Grazioli, Zürich, und Adolf Krischanitz, Wien, zur Ausführung empfohlen wurde. Das Projekt sieht die unterirdische Verdoppelung der heutigen Ausstellungsfläche vor. Oberirdisch wird nur ein gläserner Eingangskubus sichtbar sein. Treppenhaus und Lift werden hinter dem Glaskubus liegen und in einer Hügelkuppe eingebettet. Dieser Bereich wird den neuen Haupteingang des Museums mit Kasse, Garderoben und Museumsshop bilden. Die Museumscafeteria in der Villa wird um den bisherigen Eingangsbereich vergrössert. Die Gesamtkosten für den Erweiterungsbau betragen rund 39 Millionen Franken. Neben dem Kanton beteiligen sich die Stadt Zürich mit rund 19 Millionen Franken und private Spender und Sponsoren mit rund 16 Millionen Franken an der Finanzierung.

Der Regierungsrat ist der Ansicht, dass das Projekt museumstechnisch, betrieblich und architektonisch überzeugt. Der Neubau ermöglicht es der Institution Rietberg unter anderem, noch attraktivere Ausstellungen zu zeigen. Langfristig hilft das Erweiterungsprojekt dem Museum, seine international bedeutende Stellung zu halten. Der Kantonsbeitrag von vier Millionen Franken aus dem Fonds für gemeinnützige Zwecke hält er aus diesen Gründen für angemessen.

Geschichtliches zum Museum Rietberg

Die Villa Wesendonck, Kerngebäude des heutigen Museums, wurde in den 1850er-Jahren im Auftrag von Mathilde und Otto Wesendonck erbaut. 1871 wurde das Anwesen an die Familie des Baumwollindustriellen Adolf Rieter-Rothpletz aus Winterthur verkauft. Von dieser Familie stammen die Namen «Rieterpark» und «Rietberg». Auf dem Anwesen der Familie Rieter entstanden 1886 die Park-Villa Rieter und die Villa Schönberg. 1945 kaufte die Stadt Zürich den 67'000 Quadratmeter grossen Rieterpark mit den zugehörigen Bauten (die Villa Schönberg mit ihrem Park gelangte erst 1976 in den Besitz der Stadt). 1949 entschieden die Stimmberechtigten der Stadt Zürich, die Villa Wesendonck in ein Museum umzubauen. Es sollte dazu dienen, die Sammlung aussereuropäischer Kunst des Deutschen Eduard von der Heydt zu präsentieren, die dieser der Stadt Zürich vermacht hatte. 1952 wurde das Rietberg Museum in der Villa Wesendonck eröffnet. 1985 wurde das Museum mit zwei unterirdischen Hallen erweitert, die für Sonderausstellungen, aber auch als Kulturgüterschutzräume genutzt werden.

(Medienmitteilung des Regierungsrates)

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Diese Meldung ist vor 2018 erschienen. Gegenüber der ursprünglichen Fassung sind alle Bilder, Links und Downloads entfernt worden. Dies beim Wechsel zum neuen kantonalen Webauftritt 2020.
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