Datengrundlagen zum Veloverkehr

Velozähldaten liefern wichtige Erkenntnisse zum Verkehrsverhalten und unterstützen zielgerichtete Entscheidungen in der Verkehrsplanung. Sie unterstreichen die Relevanz der Veloförderung und zeigen, dass der Veloverkehr kein Schönwetterphänomen ist.

Permanente Zählstellen

Seit 2016 wird der Veloverkehr im Kanton Zürich mithilfe permanenter Zählstellen gemessen. Im Unterschied zu anderen Verkehrsmitteln lagen über den Veloverkehr noch vor wenigen Jahren keine oder nur wenige verwertbare Daten vor. Das Netz der Velozählstellen wird laufend ausgebaut, um die Datengrundlagen zu erweitern. Hierfür werden im Rahmen von Strassensanierungen und/oder bei Installationen neuer MIV-Zählstellen auch Velozählstellen realisiert.

Während 2016 die ersten drei Velozählstellen in Betrieb genommen wurden, lieferten 2025 schon insgesamt 97 aktive Zählstellen Daten. 

Die gewonnenen Velozähldaten bilden die Grundlage für die verschiedensten Verkehrsauskünfte. Sie werden unter anderem im kantonalen Verkehrsmodell (KVM-ZH) und im Lärmkataster, der auf der Lärmschutzverordnung (LSV) und der Luftreinhalteverordnung (LRV) basiert, sowie für interne und externe Verkehrsauskünfte verwendet. Zur richtungsgetrennten Erfassung der Velos werden zwei Optosensoren in den Belag der Veloinfrastruktur eingelassen. In regelmässigen Zeitintervallen werden die im Verkehrszählgerät gespeicherten Strassenverkehrsdaten automatisch zur Weiterverarbeitung ausgelesen, plausibilisiert und zur Weiterverwendung übermittelt.

Velofahrer fährt an einer blauen Box vorbei. Diese steht am Rande eines separat geführten Veloweges.
Permanente Velozählstelle im Zürcher Unterland Quelle: Hannes Munzinger

38 Millionen Gründe für die Veloförderung

Im Jahr 2025 wurde die 38-millionste Velofahrt seit Inbetriebnahme der ersten Velozählstellen im Jahr 2016 erfasst – ein eindrucksvoller Erfolg! Jedes einzelne der gezählten Velos profitiert von attraktiv ausgebauten Veloinfrastrukturen. Es lohnt sich, die Veloförderung weiter voranzutreiben, damit zukünftig noch mehr Menschen das Velo als alltägliches Verkehrsmittel nutzen.   

38'036'122 Velofahrten wurden seit Inbetriebnahme der ersten Velozählstelle im gesamten Kanton Zürich gezählt (Stichtag 31.12.2025).

Die Auswertung der Velozähldaten seit 2016 zeigt einen massgeblichen Anstieg der gezählten Velofahrten im Jahr 2020 - ein Zeichen dafür, was im Veloverkehr möglich ist. Trotz eines anschliessenden Rückgangs hat sich die Velonutzung auf einem deutlich höheren Niveau als noch 2016 eingependelt. Das zeigt, dass das Velo zu einem wichtigen Bestandteil unserer täglichen Mobilität geworden ist. Seit 2024 ist erneut eine positive Entwicklung erkennbar. Sie bestärkt die Bestrebungen der Veloförderung, die Attraktivität und Sicherheit von Veloinfrastrukturen weiter auszubauen, um diese positive Entwicklung fortzuschreiben.   

Grafik zeigt die prozentuale Entwicklung der Velozähldaten seit 2016
Entwicklung der kantonalen Velozähldaten (Bezugsjahr 2016, gewichtetes Mittel über alle Zählstellen mit mind. 200 Zähltagen pro Jahr) Quelle: AFM

Das Velo als Ganzjahres-Verkehrsmittel 

Werden Velos nur im Sommer genutzt? Von wegen! Die Auswertung der Velozähldaten seit 2016 zeigt eindeutig, dass das Velo das ganze Jahr über ein wichtiges Verkehrsmittel darstellt. Zwar ist die Velonutzung im Sommer am höchsten, Frühling und Herbst liegen in der Auswertung fast gleichauf. doch auch in den Wintermonaten sind die Velofahrenden im Kanton Zürichregelmässig aktiv. 

Erstmals wurden in den Wintermonaten 2025 über eine Million Velofahrten im Kanton Zürich gezählt.

Diese Erkenntnis bestätigt: Veloförderung ist das ganze Jahr über richtig und wichtig, denn die Veloinfrastrukturen werden im Kanton Zürich über alle Monate hinweg rege von den Velofahrenden genutzt. 

Innerhalb des Jahres zeigt sich ein Anstieg der gezählten Velos bis zum Sommeranfang. Nach einem kurzen Rückgang der Zähldaten im Hochsommer steigt die Anzahl noch einmal an, bevor sie schliesslich bis zum Winteranfang wieder abnimmt. In den Wintermonaten bleibt sie auf einem gleichmässigen Niveau von mindestens 300'000 gezählten Velofahrten pro Monat. Die Auswertung bestätigt, dass ein Ausbau der Veloinfrastruktur den Velofahrenden nicht nur während einzelner Monate zugutekommt, sondern ganzjährig genutzt wird.  

Diagramme zu gezählten Velofahrten 2025 nach Jahreszeit und Monaten
Auswertung der gezählten Velofahrten 2025 unterschieden nach Jahreszeit und Monat Quelle: AFM

Relevanz des Alltagsveloverkehrs 

Rund drei Viertel der gezählten Velos wurden unter der Woche an den Zählstellen registriert. Dies ist ein Hinweis darauf, dass das Velo für viele alltägliche Wege, wie zur Arbeit oder zur Ausbildung, sowie für Besorgungen genutzt wird und damit einen wichtigen Bestandteil des Alltagsverkehrs darstellt. Mit einem Ausbau der Veloinfrastruktur zielt die Veloförderung daher insbesondere darauf ab, das Velo im Alltag weiter zu fördern.

Ein Vergleich des mittleren DTV zwischen einem Tag unter der Woche (Montag bis Freitag) und einem Tag am Wochenende (Samstag bis Sonntag) zeigt, dass der Unterschied hierbei geringer ausfällt als bei einem Vergleich der absolut gezählten Velofahrten. Die Veloinfrastrukturen im Kanton werden somit über die Woche verteilt sehr ausgeglichen genutzt. Bei einem detaillierten Blick kann sich diese Verteilung jedoch stark unterscheiden.

Attraktiv ausgebaute Veloinfrastrukturen sind somit nicht nur über alle Jahreszeiten, sondern auch über die einzelnen Wochentage hinweg von grosser Bedeutung – schliesslich ist das Velo 365 Tage im Jahr, sieben Tage die Woche ein wichtiges Verkehrsmittel im Kanton Zürich.

Verteilung der gezählten Velofahrten nach Wochentagen
Prozentuale Verteilung der gezählten Velofahrten nach Wochentag (prozentuale Verteilung anhand der absoluten Zähldaten) und Vergleich des DTV an einem Montag - Freitag und einem Samstag - Sonntag (Mittelwert, ohne Berücksichtigung von Feier- oder Brückentagen) Quelle: AFM

GIS-Browser

Seit 2013 wird eine Veloverkehrsdatenbasis aufgebaut und im kantonalen GIS-Browser veröffentlicht. Seither steht sie anderen kantonalen Stellen, Planenden aus den Gemeinden sowie Planungsbüros als Grundlage zur Verfügung. Somit kann der Veloverkehr frühzeitig und angemessen berücksichtigt werden. Zusätzlich zu den Veloverkehrsdaten werden die Temperatur und die Niederschlagsmenge erfasst. Im GIS-Browser des Kantons Zürich sind die Velozähldaten im Layer «Verkehrsmessstellen» abrufbar. Bei Bedarf stellt die Abteilung Betrieb und Sicherheitsausrüstungen im Tiefbauamt Rohdaten zur Verfügung.

Um im innerstädtischen Bereich das effektive Total der Velos im vorgesehenen Zählquerschnitt erfassen zu können, werden situativ Optosensoren auf dem Radstreifen und dem Trottoir verbaut. Die dadurch erhaltenen Zählwerte werden zu einem Zählquerschnitt zusammengefasst und im GIS als eine Velozählstelle veröffentlicht.

Velozähldaten als OGD-Datensatz 

Alle Velozähldaten sind als Open Government Date (OGD) für die öffentliche Nutzung aufbereitet. Sie können hier kostenlos heruntergeladen werden. 

Velozähldatenzentrale Schweiz

Die Velozähldatenzentrale Schweiz sammelt im Auftrag des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) alle verfügbaren Velozähldaten von permanenten Zählstellen in der Schweiz und wertet sie aus. Alle Zählstellen werden online in einer Karte zusammengestellt. Für jede Zählstelle lassen sich die vorhandenen Daten auslesen.

Nutzergenerierte Daten

Die punktuell vorhandenen Zählstellendaten sind nicht flächendeckend. Sie zeigen lediglich den Veloverkehr im jeweiligen Querschnitt der Zählstelle. Im Rahmen des Veloförderprogramms 1 untersuchte die Studie «Eignung von STRAVA-Daten für Fragestellungen des Veloverkehrs», ob die nutzergenerierten STRAVA-Daten mit den Zähldaten permanenter Zählstellen übereinstimmen. Die Datenanalyse ergab eine mittlere monatliche Strava-Erfassungsrate von 6.64 %. Das bedeutet, dass von 100 durch den Kanton erfassten Velofahrenden im betreffenden Zeitraum knapp sieben auch von STRAVA erfasst wurden. Die Übereinstimmung funktioniert besonders an Messstandorten mit vergleichsweise hoher Velofrequenz.

STRAVA Metro

Mit STRAVA Metro bietet Strava einen Datenservice an, der Bewegungsdaten aus der STRAVA‑App anonymisiert, aggregiert und für Städte, Planungsbüros und Forschungsteams aufbereitet. Interessierte können sich für eine Metro Mitgliedschaft bewerben, um kostenfreien Zugang zu den Daten zu erhalten. Dieser steht nicht kommerziellen Akteuren aus der Verkehrs- und Mobilitätsplanung, wie beispielsweise Stadtverwaltungen zur Verfügung. 

Weiterführende Informationen

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Kontakt

Amt für Mobilität – Fachstelle Veloverkehr

Adresse

Neumühlequai 10
8090 Zürich
Route (Google)

E-Mail

velo@zh.ch