Beispiel «Mit MyBuxi die Lücken im Verkehrsnetz schliessen»

Ein Bus mit Aufschrift «MyBuxi» steht vor einem Schiffsanleger am Greifensee

Maur möchte eine Mobilität ohne Auto fördern und unterstützen. Neu kann die Bevölkerung das Angebot von mybuxi nutzen. Der E-Bus von mybuxi ist täglich 18 Stunden im Einsatz und ergänzt den öffentlichen Verkehr mit rund 200 zusätzlichen Haltestellen. Besonders bei jüngeren und älteren Menschen kommt das Angebot sehr gut an, auch dank speziellen Angeboten zu besonderen Anlässen und der Unterstützung beim Buchen der Fahrten.

Ausgangslage

Maur hat sich zum Ziel gesetzt, die Dörfer innerhalb der Gemeinde besser zu erschliessen und damit die Attraktivität einer Mobilität ohne Auto zu fördern. Denn weniger Individualverkehr führt zu weniger Emissionen, Lärm und Platzbedarf. Keine leichte Aufgabe bei den weitläufig verteilten Dörfern Maur, Aesch (Forch), Ebmatingen, Binz und Uessikon, die zudem durch einige Höhenmeter voneinander getrennt sind. Eine Umfrage zeigte, dass das bestehende Angebot des öffentlichen Verkehrs mit rund 30 Bushaltestellen den Mobilitätsbedarf der Bevölkerung nur unzureichend gerecht wurde.

Neues Angebot mit flexibleren Fahrzeiten

Deshalb ergänzt die Gemeinde das bestehende ÖV-Angebot mit mybuxi. Buxi steht für BUs TaXI und kann bei Bedarf genutzt werden. Der E-Bus bedient über 200 flexibel anpassbare Haltestellen und verkehrt nach Bedarf. Fahrten lassen sich spontan oder bis zu zwei Wochen im Voraus bequem per App buchen. Zentraler Knotenpunkt ist der Bahnhof Forch, an dem rund die Hälfte der Fahrten starten oder enden. Die aktuell 20 Fahrerinnen und Fahrer engagieren sich ehrenamtlich und sind mit weiteren Freiwilligen in einem lokalen Verein organisiert. In der Anfangsphase wurden Sie von einem professionellen Fahrer  unterstützt.

Hohe Zufriedenheit bei den Fahrgästen

Die ersten Rückmeldungen fallen äussert positiv aus: Eine Umfrage unter den Nutzenden zeigt eine hohe Zufriedenheit, was die Pünktlichkeit angeht. Bei im Voraus gebuchten Fahrten erreicht mybuxii die  Haltestellen mit weniger als einer Minute Verspätung. Bei spontan gebuchten Fahrten kann die Wartezeit teilweise 10 Minuten betragen, da die App bei der Routenplanung die im Voraus gebuchten Fahrten  priorisiert. Das wissen die Fahrgäste zu schätzen: Bereits über 6000-mal chauffierte der E-Bus Fahrgäste seit dem Start des Pilotprojekts im Juni 2025 durch die Region. Über 1400 Nutzende sind bei mybuxi registriert, was  rund 13% der Bevölkerung in Maur entspricht.

Bei Jüngeren und Älteren sehr beliebt

Besonders bei Jugendlichen und älteren Menschen stösst mybuxi auf grosses Interesse. Jugendliche erreichen damit einfach und sicher das ausserhalb gelegene Jugendhaus oder auch die Sporttrainings. Mit dem Einverständnis der Eltern können auch unter 12-Jährige das Angebot selbstständig nutzen. Gleichzeitig unterstützt mybuxi ältere Menschen dabei, mobil zu bleiben und weiterhin aktiv am sozialen Leben teilzuhaben.

Anreize schaffen für den Umstieg

Damit mybuxi rasch bekannt wurde, setzte die Gemeinde auf gezielte Anreize. Besonders die kostenlosen Jahresabonnemente für 16- und 17-Jährige erwiesen sich als Erfolg: Sie machten das Angebot in Familien und Freundeskreisen bekannt. Auch Gratisfahrten an die Viehschau oder die Chilbi halfen dabei, Berührungsängste abzubauen und neue Nutzerinnen und Nutzer zu gewinnen. Ältere Menschen erhalten an den Seniorennachmittagen Unterstützung für die Buchung per App. Wer keine Möglichkeit hat, digital zu buchen, kann die Fahrten über das Kontaktcenter der Forchbahn buchen. Gleichzeitig sprach die Gemeinde gezielt frisch Pensionierte als Fahrerinnen und Fahrer an. 

Inzwischen hat sich das Angebot etabliert und wurde auf die Nachbargemeinde Küsnacht ausgeweitet. Der Pilotbetrieb läuft noch bis Ende 2026. Danach entscheidet die Gemeindeversammlung über das Fortführen des Angebots.

Portraitbild Deborah Zulliger

«Entscheidend war, dass wir von Beginn an auf Qualität gesetzt haben. Durch gezielte Anreize, persönliche Unterstützung und ein attraktives Angebot konnte sich mybuxi in kurzer Zeit etablieren.»

Deborah Zulliger, Stabstelle Energie, Gemeinde Maur

Finanzierung

Für die Aufbauphase und den Pilotbetrieb kalkulierte die Gemeinde Maur mit Kosten von 11.50 CHF pro Einwohnerin und Einwohner sowie Jahr. Tatsächlich lagen die Kosten mit 13.50 CHF etwas höher, unter anderem aufgrund des anfänglichen Einsatzes professioneller Fahrerinnen und Fahrer.

Zum Vergleich: Für die bestehende Buslinie im Gemeindegebiet wendet die Gemeinde jährlich rund 75 CHF pro Einwohnerin und Einwohner auf. Die Linien bedienen 30 Haltestellen und verkehren werktags im Halbstunden-Takt sowie am Wochenende bis zu einer bestimmten Uhrzeit im Stundentakt. Wirtschaftlich profitieren beide Partner vom Angebot: Allfällige Gewinne werden zwischen mybuxi und den Gemeinden der mybuxi Region ZH Ost hälftig aufgeteilt.

Tipps und Tricks fürs Planen

Gerade in weitläufigen ländlichen Gebieten bietet mybuxi einen echten Mehrwert. Für den Erfolg des Angebots sind eine sorgfältige Einführung und die laufende Weiterentwicklung entscheidend.

  • Von Beginn an ein attraktives Angebot bereitstellen
  • Bei Bedarf professionelle Fahrerinnen und Fahrer einsetzen
  • Laufende Bewerbung des Angebots 
  • Lokale Anlässe für Aktionen nutzen
  • Jugendliche gezielt anwerben
  • Ältere Menschen bei der Nutzung der App unterstützen

Kontakt Gemeinde Maur

Deborah Zulliger

Stabstelle Energie

deborah.zulliger@maur.ch
+41 43 366 13 87

Portraitbild Deborah Zulliger

Weiterführende Informationen

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Kontakt

Impuls Mobilität – Geschäftsstelle