Mittelschulen; Angebot des gymnasialen Maturitätsprofils Philoso­phie/Päd­agogik/Psy­chologie (PPP)

Inhaltsverzeichnis

Titel
Mittelschulen; Angebot des gymnasialen Maturitätsprofils Philosophie/Pädagogik/Psychologie (PPP)
Beschluss Bildungsrat
2022/18
Sitzungsdatum
3. Oktober 2022

Zuständigkeit des Bildungsrates

Der Bildungsrat ist zuständig für die Zuteilung der Schultypen und Maturitätsprofile an die kantonalen Mittelschulen (vgl. § 4 Ziff. 3 des Mittelschulgesetzes vom 13. Juni 1999 [MSG, LS 413.21]).

Ausgangslage

Mit dem Projekt «Gymnasium 2022» wurde das Angebot des gymnasialen Maturitätsprofils Philosophie/Pädagogik/Psychologie (PPP) im Kanton Zürich rechtlich verankert (RRB Nr. 898/2021, BRB Nrn. 11/2021 und 18/2021). In seinem Beschluss vom 25. Oktober 2021 legte der Bildungsrat fest, dass das neue Maturitätsprofil koordiniert eingeführt und ab dem Schuljahr 2024/25 angeboten werden soll (BRB Nr. 18/2021). Die Schulleiterkonferenz der Zürcher Mittelschulen (SLK) als koordinierendes Gremium verständigte sich darauf, dass eine koordinierte Einführung nur dann gelingen kann, wenn das gymnasiale Maturitätsprofil PPP zum Einführungszeitpunkt flächendeckend im ganzen Kanton eingeführt wird. Um diese flächendeckende Einführung zu erreichen, teilte die SLK den Kanton in zehn Gebiete ein (sogenannte Schulcluster). In allen Schulclustern soll, so der Vorschlag der SLK, das Maturitätsprofil PPP angeboten werden. Damit soll sichergestellt werden, dass die Anfahrtswege für die Schülerinnen und Schüler zumutbar sind und es nicht zu vielen Umverteilungen zwischen den Schulen kommt. Aufgrund von Erfahrungen aus anderen Kantonen, die das PPP-Profil bereits eingeführt haben, wird im Kanton Zürich damit gerechnet, dass rund 10–15% der Schülerinnen und Schüler das Maturitätsprofil PPP wählen werden.

Angebot des gymnasialen Maturitätsprofils PPP in den Kantonsteilen

In fünf der zehn Schulcluster befindet sich je eine Mittelschule, die alle bisher wählbaren Maturitätsprofile anbietet (sogenanntes Vollangebot): Diese Schulen werden alle das neue Profil anbieten, um weiterhin ein Vollangebot sicherzustellen. 

  • Cluster «Bülach/Unterland»: Kantonsschule Zürcher Unterland
  • Cluster «Stadt Zürich Nord»: Kantonsschule Zürich Nord
  • Cluster «Limmattal/Knonaueramt»: Kantonsschule Limmattal
  • Cluster «Uster»: Kantonsschule Uster
  • Cluster «Wetzikon/Oberland»: Kantonsschule Zürcher Oberland

Cluster «Linke Seeseite»: Ziel ist es, dass die Kantonsschule Zimmerberg längerfristig ein Vollangebot anbietet. Zurzeit befindet sich die Schule noch im Aufbau, seit sie ihren Betrieb 2020/21 aufgenommen hat (BRB Nrn. 16/2018, 2/2019 und 2/2020). 

In den übrigen vier Schulclustern befinden sich je mehrere Mittelschulen mit jeweils einem Teilangebot:

  • Cluster «Winterthur»: Kantonsschule Im Lee; Kantonsschule Rychenberg; Kantonsschule Büelrain
  • Cluster «Rechte Seeseite»: Kantonsschule Küsnacht; Kantonsschule Uetikon am See
  • Cluster «Stadt Zürich Südwest»: Kantonsschule Wiedikon; Kantonsschule Enge; Kantonsschule Freudenberg
  • Cluster «Stadt Zürich Pfauen»: Mathematisch-Naturwissenschaftliches Gymnasium Rämibühl, Realgymnasium Rämibühl, Literargymnasium Rämibühl; Kantonsschule Hottingen; Kantonsschule Hohe Promenade; Kantonsschule Stadelhofen

Mit Ausnahme der Kantonsschule Zimmerberg haben alle Mittelschulen mit Vollangebot einen Prozess in die Wege geleitet, um einen Antrag auf Führen des Maturitätsprofils PPP zu stellen. Ebenfalls haben in allen Kantonsgebieten, die je von mehreren Mittelschulen mit Teilangebot abgedeckt werden, einzelne Schulen einen solchen Prozess gestartet. Damit zeichnet sich über den gesamten Kanton Zürich hinweg ein grundsätzlich positives Bild bezüglich einer flächendeckenden Einführung des Maturitätsprofils PPP im Schuljahr 2024/25 ab.

In den Schulclustern «Linke Seeseite» und «Stadt Zürich Südwest» indessen könnte im Schuljahr 2024/25 gesamthaft eine Angebotslücke entstehen. Da auch das nahegelegene Cluster «Stadt Zürich Pfauen» von einer solchen betroffen wäre, gilt es dieses in den Planungsarbeiten zu berücksichtigen. Aufgrund der erwarteten Nachfrage und der Prognosen zu Schülerinnen- und Schülerzahlen im Schuljahr 2024/25 wird davon ausgegangen, dass in den Schulclustern «Linke Seeseite», «Stadt Zürich Südwest» und «Stadt Zürich Pfauen» im Einführungsjahr zwischen acht und zwölf Klassen im Maturitätsprofil PPP gebildet werden müssen. In den genannten Clustern haben die Kantonsschule Wiedikon, die Kantonsschule Enge, das Literargymnasium Rämibühl und die Kantonsschule Hottingen den Prozess zur Einführung des Maturitätsprofils PPP in die Wege geleitet. Diese Schulen rechnen damit, dass sie gemeinsam acht Klassen im Maturitätsprofil PPP bilden können, womit die  erwartete Nachfrage von 10% der Schülerinnen und Schüler abgedeckt werden könnte. Eine Nachfrage am oberen Ende des erwarteten Spektrums von 10–15% würde jedoch zu einer Vielzahl von schwierigen Umteilungsentscheidungen führen.

Zudem gilt es zu beachten, dass die Berechnung der Anzahl Klassen auf eine zeitgerechte Fertigstellung von zwei Bauvorhaben zur Schulraumerweiterung abstellt. Sollte eines dieser Bauvorhaben Verzögerungen erfahren, kann womöglich auch eine Nachfrage am unteren Ende des erwarteten Spektrums nicht abgedeckt werden. 

Schlussfolgerung

Der Bildungsrat nimmt die detaillierten Vorbereitungsarbeiten und Herausforderungen der einzelnen Mittelschulen zur Kenntnis. Die Strategie der SLK, den Kanton in Schulcluster zu unterteilen, damit in allen Gebieten ein ausreichendes Angebot an PPP-Klassen auf Schuljahr 2024/25 bereitgestellt werden kann, wird begrüsst. 

Der Bildungsrat ersucht das Mittelschul- und Berufsbildungsamt und die SLK, ein Notfallszenario auszuarbeiten, damit die Nachfrage nach dem Maturitätsprofil PPP auch dann abgedeckt werden kann, wenn in den Schulclustern «Linke Seeseite», «Stadt Zürich Südwest» und «Stadt Zürich Pfauen» die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die das Maturitätsprofil PPP wählen, das Angebot übersteigt oder wenn sich eines oder beide Bauvorhaben, die der Berechnung der Anzahl Klassen zugrunde liegt, verzögern. Die Vorbereitungsarbeiten und die Herausforderungen der jeweiligen Mittelschulen in den vorgenannten Gebieten sind bei der Ausarbeitung einer alternativen Strategie zu berücksichtigen. 

Vor diesem Hintergrund ersucht der Bildungsrat die Schulkommission der Kantonsschule Zimmerberg, die als Schule mit Vollangebot vorgesehen ist, im Sinne einer Gesamtstrategie zur Abdeckung des Bildungsangebots im gesamten Kanton bis zum Ende des Kalenderjahres 2022 einen Antrag auf Einführung des Maturitätsprofils PPP spätestens auf das Schuljahr 2026/27 zu stellen. Mit diesem Einführungszeitpunkt sechs Jahre nach Aufnahme des Schulbetriebs würde das neue Maturitätsprofil an der Kantonsschule Zimmerberg entlang der gleichen zeitlichen Strukturierung wie an der Kantonsschule Uetikon am See eingeführt. Zusätzlich gilt es zu beachten, dass die Nachfrage nach Plätzen im Maturitätsprofil PPP über die Jahre ansteigen könnte, wenn das neue Angebot einmal angelaufen und etabliert ist. Um einen solchen Anstieg abzufangen, ist das Gesamtsystem auf eine zeitnahe Einführung des Maturitätsprofils PPP an der Kantonsschule Zimmerberg angewiesen. 

Antrag

Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Bildungsrat:

  • Die flächendeckende Einführung des Maturitätsprofils PPP ist weiterzuverfolgen.
  • Das Mittelschul- und Berufsbildungsamt und die SLK werden ersucht, ein Notfallszenario auszuarbeiten, damit auch eine hohe Nachfrage nach dem PPP-Maturitätsprofil «Linke Seeseite», «Stadt Zürich Südwest» und «Stadt Zürich Pfauen» abgedeckt werden kann.
  • Die Schulkommission der Kantonsschule Zimmerberg wird ersucht, bis zum Ende des Kalenderjahres 2022 einen Antrag auf Einführung des Maturitätsprofils PPP spätestens auf das Schuljahr 2026/27 zu stellen.
  • Mitteilung an die Präsidentin der Präsidialkonferenz der Schulkommissionen der Mittelschulen, Evelyn Schertler Kaufmann, den Präsidenten der Schulleiterkonferenz Mittelschulen, Andreas Niklaus.

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