Studien- und Berufswahl an den Zürcher Mittelschulen; Kantonales Rahmenkonzept

Inhaltsverzeichnis

Beschluss Bildungsrat
2016 / 08
Sitzungsdatum
7. März 2016

Ausgangslage

Seit 2001 werden jedes dritte Jahr alle Schulabgängerinnen und -abgänger befragt, die zwei Jahre zuvor eine Zürcher Maturität abgelegt haben. 2012 erfolgte diese Befragung im Rahmen des Projekts «Benchmarking Sekundarstufe II, Teilprojekt 3» der Nordwestschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz (NW EDK). Dabei zeigte sich, dass sich die Maturandinnen und Maturanden des Kantons Zürich weniger gut auf die Studienund Berufswahl vorbereitet fühlten als die Maturandinnen und Maturanden anderer Kantone. Zudem absolvierten vergleichsweise viele Abgängerinnen und Abgänger von Zürcher Mittelschulen ein Zwischenjahr, bevor sie ein Studium in Angriff nahmen. Aufgrund dieser Ergebnisse beauftragte der Bildungsrat am 16. Juni 2014 das Mittelschul- und Berufsbildungsamt (MBA), zusammen mit den Zürcher Mittelschulen, der Studien- und Laufbahnberatung des Amtes für Jugend und Berufsberatung (AJB) sowie den Verantwortlichen von Bildungsinstitutionen der Tertiärstufe ein kantonales Rahmenkonzept für die Unterstützung der Mittelschülerinnen und -schüler in Fragen der Studien- und Berufswahl zu erstellen (BRB Nr. 19/2014). Dieses Rahmenkonzept soll die allen Zürcher Mittelschulen gemeinsamen Zielsetzungen, Eckwerte und Angebote umfassen. Überdies enthält es Ausführungen zu den überfachlichen Kompetenzen, die für eine zielführende Studien- und Berufswahl notwendig sind sowie einen Katalog von guten Praxisbeispielen.

Kantonales Rahmenkonzept zur Studien- und Berufswahl an Zürcher
Mittelschulen

Entwicklungen im Bereich Studien- und Berufswahl an den Mittelschulen

Die Bildungsplanung erarbeitete im Vorfeld des erwähnten Bildungsratsbeschlusses eine Zustandsanalyse über das aktuelle Angebot betreffend Studien- und Berufswahl an den Zürcher Mittelschulen: Mehrere Mittelschulen hatten eigene schulspezifische Angebote zur Beratung bei der Studien- und Berufswahl entwickelt oder ihre bestehenden Konzepte erweitert. Auf gesamtschweizerischer Ebene wurde die Thematik ebenfalls aufgenommen: So enthält das Projekt «Gymnasiale Maturität – langfristige Sicherung des prüfungsfreien Hochschulzugangs» der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) ein Teilprojekt 4 «Studien- und Laufbahnberatung». Der Bildungsrat hat dazu im März 2015 Stellung genommen und auf das sich in Erarbeitung befindliche Rahmenkonzept hingewiesen (BRB Nr. 13/2015).

Ziele bei der Entwicklung des Rahmenkonzepts

Das Rahmenkonzept bezieht sich neben den Kenntnissen über die Ausbildungslandschaft und die Berufswelt auch auf weitere überfachliche Kompetenzen, die bei der Studien- und Berufswahl relevant sind. Es umfasst die Angebote der Mittelschulen und von Dritten. Es erstreckt sich über alle Phasen des Gymnasiums, vom Schuleintritt bis zur Matura und macht Angaben zur Beratung von Schulabbrecherinnen und Schulabbrechern (sog. Dropouts). Sodann zeigt es die Bedeutung der Thematik auf.

Das Rahmenkonzept beinhaltet Eckwerte mit gewissen Mindestanforderungen an alle schulspezifischen Studien- und Berufswahl-Konzepte. Es gibt den Mittelschulen Spielraum und unterstützt sie mit Praxisbeispielen und Kontaktmöglichkeiten.

Das MBA hat das Rahmenkonzept in Zusammenarbeit mit Vertretungen der Mittelschulen, der Bildungsplanung, des AJB sowie der Studienberaterinnen und Studienberater der Universität Zürich, der ETH Zürich und des Kantons Schwyz erarbeitet. Um die Praxistauglichkeit des Rahmenkonzepts sicherzustellen, wurde es ausserdem mit Vertretungen der Schulleiterkonferenz und der Lehrpersonenkonferenz der Mittelschulen diskutiert.

Aufbau und Umsetzung des Rahmenkonzepts

Das Rahmenkonzept enthält die zu verfolgenden Eckwerte, einen Studienwahl-Fahrplan und Ausführungen dazu.

Gestützt auf das Rahmenkonzept, insbesondere unter Berücksichtigung der Eckwerte, erstellt jede Schule ihr eigenes Studien- und Berufswahl-Konzept. Dieses setzt sich zusammen aus dem schulspezifischen Studienwahl Fahrplan und einer Dokumentation, in welcher erläutert wird, wie die Schule die Eckwerte erreichen will. Erläuterungen zum Studienwahl-Fahrplan und zu den überfachlichen Kompetenzen, eine Linkliste, Praxisbeispiele sowie eine Checkliste zu den Eckwerten sind Beilagen des Rahmenkonzepts und stehen den Schulen als Hilfe zur Erstellung und Umsetzung des Studien- und Berufswahl-Konzeptes zur Verfügung. Die Studien- und Berufswahl-Konzepte der Schulen müssen dem MBA bis Ende des Schuljahres 2016/2017 eingereicht und dem Bildungsrat im Herbst 2017 zur Kenntnisnahme vorgelegt werden.

Bei der Erarbeitung und Umsetzung des Rahmenkonzepts werden die Mittelschulen durch das MBA unterstützt. Die schulspezifischen Studien- und Berufswahl-Konzepte müssen ab Beginn des Schuljahres 2018/19 umgesetzt werden.

Die Erarbeitung und Umsetzung des schulspezifischen Studien- und Berufswahl-Konzeptes ist innerhalb des ordentlichen Schulbudgets zu erfüllen.

Zielüberprüfung

Die Veränderungen, die sich mit der Umsetzung der Studien- und Berufswahl-Konzepte ergeben, werden im Rahmen der alle drei Jahre stattfindenden Ehemaligenbefragungen (nächste Befragung 2018) systematisch analysiert und dem Bildungsrat zur Kenntnis gebracht. Ziel der Verbesserung der Studien- und Berufswahlangebote ist, dass der Anteil an Studierenden, die das Studium wechseln oder abbrechen, zurückgeht, und der Anteil an Studierenden, die mit ihrer Studienwahl langfristig zufrieden sind, zunimmt. Zudem ist davon auszugehen, dass es weniger Jugendliche geben wird, die sich aufgrund von mangelnder Unterstützung bei der Studien- und Berufswahl für ein Zwischenjahr entscheiden.

Das MBA wird die Umsetzung des Rahmenkonzepts im Rahmen der regelmässig stattfindenden Schulkontakte begleiten und durch die Organisation eines Erfahrungsaustausches zwischen den Mittelschulen unterstützen. Dabei wird insbesondere das Angebot zur Beratung von Schulabbrecherinnen und Schulabbrechern (sog. Dropouts) berücksichtigt.

Antrag

Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Bildungsrat:

  • Das kantonale Rahmenkonzept zur Studien- und Berufswahl an Zürcher Mittelschulen vom 19. Januar 2016 wird genehmigt.
  • Die Studien- und Berufswahl-Konzepte werden dem Bildungsrat im Herbst 2017 zur Kenntnisnahme vorgelegt.
  • Die Mittelschulen setzen ihre schulspezifischen Studien- und Berufswahl-Konzepte spätestens ab Beginn des Schuljahres 2018/2019 um.
  • Publikation des Bildungsratsbeschlusses in geeigneter Form im Schulblatt und im Internet.
  • Mitteilung an den Präsidenten der Präsidentenkonferenz Schulkommissionen Mittelschulen, Herrn Eric Huggenberger; den Präsidenten der Schulleiterkonferenz Mittelschulen, Herrn Christoph Wittmer; den Präsidenten der Lehrpersonenkonferenz, Herrn Marcel Meyer; den Mittelschullehrpersonenverband; das Amt für Jugend und Berufsberatung sowie das Mittelschul- und Berufsbildungsamt.

Kontakt

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Adresse

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