Volksschule. Konsolidierte Beurteilung der Lehrmittelsituation im Hinblick auf die Implementierung des Lehrplans 21.

Inhaltsverzeichnis

Beschluss Bildungsrat
2016 / 23
Sitzungsdatum
24. Oktober 2016

Ausgangslage

Im Bildungsratsbeschluss vom 27. April 2015 (BRB 21/2015) wurde festgehalten, dass sich das Lehrmittelangebot im Hinblick auf die Einführung des Lehrplans 21 günstig entwickelt. Dies erstens, weil der Kanton Zürich einen eigenen Lehrmittelverlag hat, und zweitens, dank der Lehrmittelkoordination und Unterstützung der Interkantonalen Lehrmittelzentrale (ilz) bei Lehrmittelfragen und bei der Implementierung des Lehrplans 21.

Seit dem Projektabschluss «Lehrmittelpolitik im Kanton Zürich» (BRB 35/2012) haben der Lehrmittelverlag Zürich und das Volksschulamt die Lehrmittelerarbeitung auf den Lehrplan 21 ausgerichtet. Explizit wird dies im jeweiligen Anforderungskatalog festgehalten, der für jedes neue Lehrmittel in einem obligatorischen Fachbereich (Mathematik, Deutsch, Französisch, Natur und Technik, Englisch sowie Religion und Kultur) erstellt wird. In der Lehrmittelerarbeitung spielt die Mitwirkung der Lehrpersonen eine zentrale Rolle hinsichtlich der Akzeptanz und Tauglichkeit im Schulfeld.

Mit Bildungsratsbeschluss vom 14. November 2015 (BRB 50/2015) wurde eine erste konsolidierte Beurteilung des Lehrmittelangebots vorgelegt. Im Beschluss wurde das Volksschulamt beauftragt, im Herbst 2016 eine aktualisierte Fassung einzureichen. Diese liegt nun vor (siehe Beilage «Konsolidierte Beurteilung des Lehrmittelangebots»). Sie zeigt den Zeitpunkt der Einführung der Lehrmittel auf jeder Schulstufe und die Entwicklungen in den Deutschschweizer Lehrmittelverlagen. Die Nutzung des Online-Angebots ist dabei nicht berücksichtigt. Weiter wird unterschieden, ob die Kosten explizit durch die Einführung des Lehrplans 21 ausgelöst wurden oder die jeweilige Vorgänger Lehrmittelreihe altershalber ersetzt werden muss. Überdies wird die Situation bzw. der Stand beurteilt (Situation ist günstig = grün; Massnahmen sind eingeleitet = gelb; Situation ist kritisch = rot). Ergänzt wird die Beurteilung durch eine erste Schätzung der Kostenfolgen (gebundene Kosten) für die Gemeinden. Mit dieser Grobkostenschätzung steht den Schulbehörden eine Orientierungshilfe für die Budgetierung in den kommenden Jahren zur Verfügung.

Neben der Selbstdeklaration der Schweizer Verlage stützt sich die konsolidierte Beurteilung auf die Publikationen der Interkantonalen Lehrmittelzentrale (ilz) aus der Reihe «Die Lehrmittelsituation in den Fachbereichen im Hinblick auf die Einführung des Lehrplans 21» ab:

  • Grobbeurteilung der aktuellen Situation, Juli 2013;
  • Ergänzungsbericht: Natur, Mensch, Gesellschaft und Musik, April 2014;
  • Zusatzbericht: Fachbereich Bewegung und Sport, Februar 2015;
  • Fachbericht: Lehrmittel für den 1. Zyklus, Spiel-, Lehr- und Lernmaterialien, Februar 2016;
  • Fachbericht: Medien und Informatik, Februar 2016.

Resultate der konsolidierten Lehrmittelbeurteilung im Herbst 2016

In der konsolidierten Beurteilung vom Herbst 2016 gibt es im Hinblick auf die Implementierung des Lehrplans 21 keinen Fachbereich mehr, der als kritisch (rote Ampel) beurteilt werden muss (siehe Beilage «Konsolidierte Beurteilung des Lehrmittelangebots»).

Die wichtigsten Entwicklungen seit Herbst 2015 (BRB 50/2015) sind:

a) Fächer mit einem Lehrmittelobligatorium

Es bestätigt sich, dass die obligatorischen Lehrmittel in Mathematik, Deutsch (inkl. DaZ), Französisch, Englisch, Natur und Technik sowie Religion und Kultur entweder bereits weitgehend den Vorgaben des Lehrplans 21 entsprechen oder sie werden derzeit vom Lehrmittelverlag Zürich erarbeitet.

Mit der Inkraftsetzung des Zürcher Lehrplans 21 wird Ethik neu zum obligatorischen Fach Religion und Kultur dazukommen. Der Bildungsrat hat den Lehrmittelverlag Zürich am 7. März 2016 beauftragt, 2017 ein entsprechendes Lehrmittelkonzept vorzulegen (BRB 10/2016).

Fächer ohne Lehrmittelobligatorium

Im nicht-obligatorischen Bereich hat sich die Situation im Fachbereich Medien und Informatik (MI) leicht entspannt. Im Auftrag des Lehrmittelverlags Zürich ist ein Konzept für ein Lehrmittel entwickelt worden, das die Medienpädagogik und die Informatik abdecken wird. Sobald eine Feinplanung und ein Musterkapitel vorliegen, werden diese der Kantonalen Lehrmittelkommission (KLK) und dem Bildungsrat vorgestellt.

Auch im Bereich Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH) hat sich die Situation leicht verbessert: Der Lehrmittelverlag Zürich führt Abklärungen durch und der Schulverlag Plus plant konkrete Schritte zur Lehrmittelentwicklung. Bis ein Konzept seitens Lehrmittelverlag Zürich vorliegt, sollten die offenen Fragen der Stundendotation und der nötigen Qualifikation der Lehrperson geklärt sein. Der Bereich Haushalt ist durch das bewährte Lehrmittel Tiptopf abgedeckt.

Auch die Lehrmittelsituation im Fach Musik (3. Zyklus) entwickelt sich positiv: Der Schweizer Singbuchverlag (SEK ZH, TG und SG) entwickelt aktuell das Lehrmittel Musik aktiv für die 1. bis 3. Sekundarstufe. Die Einführung ist für das Schuljahr 2017/18 geplant.

Fazit

Die Lehrmittelsituation im Hinblick auf die Implementierung des Lehrplans 21 entwickelt sich weiter positiv: Die Schulen werden bei der Einführung des Zürcher Lehrplans 21 geeignete Lehrmittel zur Verfügung haben oder Überbrückungsmöglichkeiten kennen, die den kantonalen Lehrmittel-Vorgaben entsprechen.

Antrag

Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Bildungsrat:

  • Die Übersicht «Konsolidierte Beurteilung des Lehrmittelangebotes» wird zur Kenntnis genommen.
  • Publikation des Bildungsratsbeschlusses in geeigneter Form im Schulblatt und im Internet.
  • Mitteilung an: alle Schulpflegen; das Schul- und Sportdepartement der Stadt Zürich, SSD; das Departement Schule und Sport Winterthur; DSS; den Verband Zürcher Schulpräsidien, VZS; den Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter des Kantons Zürich, VSLZH; den Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband, ZLV z. H. der Stufenorganisationen; den Vorstand der Lehrpersonenkonferenz, LKV; die Kantonale Elternmitwirkungsorganisation Zürich, KEO; den Verband Zürcher Privatschulen, VZP; den Berufsverband der Sekundarlehrkräfte des Kantons Zürich, SekZH; den Schweizerischen Verband des Personals öffentlicher Dienste, Region Zürich, Lehrberufe, vpod Zürich Lehrberufe; den Verein Zürcher Lehrpersonen Deutsch als Zweitsprache, VZL-DaZ; die Lehrpersonenkonferenz der Berufsfachschulen, LKB; die Lehrpersonenkonferenz der Mittelschulen, LKM; der Mittelschullehrpersonenverband Zürich, MVZ; die Pädagogische Hochschule Zürich, PHZH; das Institut Unterstrass an der PHZH, unterstrass.edu; die Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik; HfH; die Interkantonale Lehrmittelzentrale, ilz; die Schweizer Schulen im Ausland mit Patronat des Kantons Zürich; die Bildungsdirektion des Kantons Zürich: Lehrmittelverlag Zürich, Bildungsplanung, Volksschulamt.

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