Allgemeines. Leitlinien «Bildung und Integration»

Inhaltsverzeichnis

Beschluss Bildungsrat
2008 / 05
Sitzungsdatum
14. Januar 2008

Auftrag

Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen sozialen, sprachlichen und kulturellen Milieus erfolgreich zu schulen und zu bilden – das ist eine der grossen Herausforderungen des Zürcher Bildungswesens. Der Bildungsrat führt eine Kommission unter dem Namen «Forum Migration und Integration» (nachfolgend «Forum» genannt). Die Kommission hat den Auftrag, im angesprochenen Bereich den Informationsaustausch zwischen wichtigen Partnern zu gewährleisten sowie aktuelle Probleme früh zu erfassen und Lösungsvorschläge zu erarbeiten Mit demselben Mandat hat der Bildungsrat das «Forum» im Speziellen damit beauftragt, die bildungsrätlichen Empfehlungen aus dem Jahr 1995 zu überprüfen und dem Bildungsrat aktualisierte Empfehlungen vorzulegen.

Ausarbeitung der Leitlinien

Das «Forum» hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich aus Vertretungen der Schulpräsidien, der Lehrerschaft, verschiedener Sprachgruppen sowie des Volksschulamts zusammensetzte. Das Mittelschul- und Berufsbildungsamt wurde einbezogen. Die Arbeitsgruppe hat den Bericht «Bildung, Integration und soziokulturelle Vielfalt» ausgearbeitet. Einem Entwurf hat das Plenum des «Forums» am 11. November 2005 zugestimmt. Der Bildungsrat hat den Entwurf am 23. Januar 2006 zuhanden einer Vernehmlassung verabschiedet.

Zur Vernehmlassung wurden interessierte Organisationen und Verbände eingeladen, auf einem Fragebogen ihre Beurteilung sowie ihre Bemerkungen und Änderungsvorschläge bis zum 31. Mai 2006 einzureichen. Es sind insgesamt 30 Stellungnahmen eingegangen. Eine grosse Mehrheit der eingegangenen Stellungnahmen unterstützt den Bericht grundsätzlich und beurteilt ihn als nützliche Orientierungs- und Planungsgrundlage. Auch innerhalb aller einzelnen Gruppen von Akteuren (Lehrerschaft, Pädagogische Fachleute, Schulleitungen, Schulgemeinden, Institute der Lehrerbildung, Organisationen der Eltern, der Migration und der Arbeitswelt) überwiegt die Zahl der zustimmenden Stellungnahmen. Zugleich sind viele Änderungswünsche und -vorschläge eingegangen. Diese kommen zu einem grösseren Teil aus der Lehrerschaft und der pädagogischen Fachwelt. In der Überarbeitung des Entwurfs wurden alle Vorschläge übernommen, die zu Präzisierungen und sachlichen Verbesserungen führen. Begründete und mehrmals genannte Änderungswünsche wurden berücksichtigt. Das «Forum» hat dem Bericht in einer überarbeiteten Fassung am 21. November 2006 zugestimmt.

Die Bildungsdirektion hat den ausführlichen und detaillierten Bericht des «Forums» zu zehn Leitlinien zusammengefasst.

Zweck und Inhalte der Leitlinien

Zweck und Zielgruppen

Die zehn Leitlinien beschreiben Zielsetzungen und wichtige Massnahmen für die nächsten fünf bis zehn Jahre. Sie haben den Stellenwert eines Leitbildes. Sie richten sich an die Schulpflegen, die Schulleitungen, die Lehrerschaft und weiteres Fachpersonal, aber auch an interessierte Eltern und eine weitere interessierte Öffentlichkeit. Angesprochen sind die Volksschule sowie der Frühbereich und die Berufs- und Mittelschulen. Damit möchte der Bildungsrat dazu beitragen, dass die vielen beteiligten Akteure mit einer gemeinsamen Ausrichtung an der Lösung der anstehenden Aufgaben mitwirken.

Inhalt

Die Leitlinien beruhen auf den Grundsätzen der Bundesverfassung und der Kantonsverfassung zur Bildung und zur Integration. Prioritäten, die der Regierungs- und der Bildungsrat formuliert haben, liegen den Leitlinien ebenfalls zugrunde: eine Verstärkung der Leistungsund Integrationskraft der Volksschule mit dem neuen Volksschulgesetz; eine Verstärkung der Sprachförderung in Folge der PISA-Resultate; das Bestreben, möglichst allen Jugendlichen eine nachobligatorische Bildung zu ermöglichen. Vier prioritäre Handlungsfelder werden festgelegt: «Sprache», «Chancengleichheit», «Respekt und sozialer Zusammenhalt» sowie «Partnerschaft und Öffentlichkeitsarbeit». Zu jedem der vier Handlungsfelder sind Leitziele beschrieben, und es wird auf wichtige Massnahmen hingewiesen. Jedes der vier Handlungsfelder wird Schulstufen übergreifend behandelt.

Verbreitung

Die Leitlinien werden im Schulblatt und auf der Website der Bildungsdirektion veröffentlicht. Der Bericht des «Forums Migration und Integration», der die Grundlage für die Leitlinien bildet und weiterführende Erläuterungen umfasst, soll für Interessierte als Broschüre und auf der Website zugänglich sein.

Antrag

Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Bildungsrat:

  • Die Leitlinien «Bildung und Integration» werden erlassen. Der vorbereitende Bericht der Kommission «Forum Migration und Integration» und die Auswertung der Vernehmlassung werden zur Kenntnis genommen.
  • Die Bildungsdirektion wird in Zusammenarbeit mit der bildungsrätlichen Kommission «Forum Migration und Integration» beauftragt, dem Bildungsrat alle drei Jahre Bericht zu erstatten über Entwicklungen und Umsetzungen in den Bereichen, welche die Leitlinien ansprechen.
  • Publikation: Schulblatt, Webseite der Bildungsdirektion
  • Mitteilung an: Forum Migration und Bildung (Mitglieder); Verband Zürcher Schulpräsidien VZS; Synodalvorstand, Lehrpersonenkonferenzen; Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband; Mittelschullehrerverband; Berufsschullehrerverband; VPOD Zürich Lehrberufe; SekZH; Verein Zürcher Lehrpersonen Deutsch als Zweitsprache VZL-DaZ; HSKLehrkräfteverband Zürich HSKLVZ; Trägerschaften der Kurse HSK (Koordinationsgruppe der Kurse HSK); Vereinigung der Schulleiterinnen und Schulleiter; Schulleiterkonferenz der Berufsschulen und der Mittelschulen; PHZH (Rektorat , Prorektorate Ausbildung und Weiterbildung); HfH; Vereinigung der Schulpsychologen; ZAHW, Departement Soziales, Zürcher Berufsverband der Logopädinnen; Vereinigung Zürcher Arbeitgeberorganisationen VZA; Kantonaler Gewerbeverband KGV; Gewerkschaftsbund Kanton Zürich GBKZ; Vereinigung der Elternorganisationen im Kanton Zürich VEZ; Schule und Elternhaus S + E; Frauenzentrale Winterthur; Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK, Sekretariat und Kommission Bildung und Migration); Kantonale Beauftrage für Integrationsfragen, Bildungsdirektion (Bildungsplanung, AJB, MBA, HSA, VSA)

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