Bildungsrätliche Kommission für Schulinformatik

Inhaltsverzeichnis

Beschluss Bildungsrat
2008 / 02
Sitzungsdatum
14. Januar 2008

Ausgangslage

Unter dem Begriff ICT (Informations- und Kommunikationstechnologien) wird schwergewichtig der Umgang mit dem Computer verstanden. Dies ist nicht ausreichend, insbesondere weil dem Aspekt des Umgangs mit Kommunikationstechnologien zu wenig Beachtung geschenkt wird.
Die Informatik hat in der Zürcher Schule eine lange Tradition. Bereits am 29. Dezember 1983 wurde die kantonale Fachgruppe Informatik mit dem Auftrag geschaffen, sich um Fragen der Informatik an der Volksschule zu kümmern und dem Erziehungsrat über erforderliche Massnahmen Bericht zu erstatten.
Am 26. Februar 1985 beschloss der Erziehungsrat auf Antrag der Fachgruppe ein Entwicklungsprojekt Informatik für die Oberstufe der Zürcher Volksschule. Seither begleitete die Fachgruppe Informatik als erziehungsrätliche Kommission die Entwicklung der Schulinformatik auf der Oberstufe, bis ihr Zuständigkeitsbereich mit dem Beschluss des Erziehungsrats vom 27. Mai 1997 auch auf die Primarstufe erweitert wurde.
Im weiteren Verlauf erweiterte sich ihr Tätigkeitsbereich zunehmend auch auf Belange der Sekundarstufe II und auf stufenübergreifende Themen. Mit seinem Beschluss vom 1. Februar 2000 bestätigte der Bildungsrat die Ausweitung des Aufgabenbereichs der Kommission sowie die entsprechende Umbenennung in «Bildungsrätliche Kommission für Schulinformatik».

Aktuell beschäftigt sich die Kommission mit allen Fragen im Kontext von Informations- und Kommunikationstechnologie und Bildung auf allen Schulstufen bis zur Sekundarstufe II und der Lehrerbildung. Gemäss dem BRB vom 29. November 2004 repräsentieren die 13 Mitglieder der Kommission Lehrpersonen der Primar- und Sekundarstufe der Volksschule sowie der Mittelschulen, die Lehrerbildung, die betriebliche Weiterbildung, das Institut für Informatik der Universität sowie die Bildungsdirektion (Volksschulamt, Mittelschul- und Berufsbildungsamt sowie Generalsekretariat, Bildungsplanung).
Da die Kommission bisher die neuen Aufgaben auch ohne ausdrückliche Formulierung des Auftrags erfolgreich bearbeitete und ihre Zusammensetzung weitgehend dem erweiterten Aufgabenbereich entsprach, wurden das Mandat und die personelle Zusammensetzung der Kommission in den vergangenen Jahren nur punktuell angepasst.

Erwägungen

Informations- und Kommunikationstechnologie im Bildungswesen ist ein komplexer Bereich, der sich weiterhin rasch entwickelt. Dem ist nur zu begegnen, wenn die beteiligten Akteure eng zusammenarbeiten, ihre Anstrengungen gut koordinieren und wenn sie Entwicklungen frühzeitig erkennen und entsprechende Massnahmen rasch einleiten können. Die Entwicklungen in diesem Bereich haben direkte Auswirkungen auf Lehrpläne und Lehrmittel, und Entscheide sind oft von grosser Tragweite - nicht zuletzt im finanziellen Bereich - und müssen daher sorgfältig vorbereitet und breit abgestützt sein. Die bildungsrätliche Kommission für Schulinformatik leistet einen wesentlichen Beitrag, um diesen Herausforderungen gerecht zu werden. Es ist zu erwarten, dass auch in Zukunft vermehrt Aufgaben zu bewältigen sind, die einen grossen Anspruch an die Koordination zwischen den Schulstufen stellen. Der Aufgabenbereich der Kommission hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Der Auftrag wurde jedoch bisher nur mit punktuellen Korrekturen angepasst, ohne ihn grundlegend neu zu formulieren. Der Kommission soll deshalb ein an die aktuellen Gegebenheiten angepasstes Mandat erteilt sowie ihre Zusammensetzung entsprechend geregelt werden. Die institutionelle Zusammensetzung der Kommission widerspiegelt die aktuellen Aufgabenbereiche der betroffenen Bildungsstufen. Es soll jedoch weiterhin die Möglichkeit bestehen, Experten zu konsultieren und Arbeitsgruppen einzusetzen.
Die gegenwärtigen Mitglieder der Kommission sind für die Amtsdauer 2003/2007 gewählt. Die Kommission muss für die Legislaturperiode 2007/2011 neu gewählt werden.

Mandat

Die bildungsrätliche Kommission für Schulinformatik betrachtet den Auftrag aus dem BRB
vom 29. November 2004 nach wie vor als zentrale Aufgabe. Sie hat die «Strategie der EDK
im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) und Medien vom 1. März
2007» zur Kenntnis genommen. Darin bekräftigt die EDK ihr Engagement für ICT und Medien
und setzt neue Schwerpunkte auf allen Schulstufen. Die EDK legt die Prioritäten auf die gesamtschweizerische
Zusammenarbeit im Bereich von ICT sowie auf die folgenden Punkte:

  • Lehrpläne / Unterricht: Die Integration von ICT und Medien in die geplanten sprachregionalen Lehrpläne ist vorgesehen und liegt in der Verantwortung der Sprachregionen. Auf nationaler Ebene will die EDK die Entwicklung von ICT-Standards im Rahmen des HarmoS- Konkordats prüfen.
  • Ein neuer Schwerpunkt wird bei der Produktion von elektronischen Lehr- und Lerninhalten (eContent) gesetzt. Die EDK sieht ihre Rolle in der Vernetzung der Anbieter. Weiter will sie bestehende Produkte, pädagogisches Wissen und «Good Practice» über den Schweizerischen Bildungsserver zugänglich machen.
  • Die EDK will 2008 den Stand der Umsetzung ihrer 2004 erlassenen Empfehlungen zur Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen in ICT erheben. Eine wichtige Massnahme in diesem Bereich betrifft die regional koordinierte Ausbildung von Lehrpersonen, welche ihrerseits Lehrpersonen in ICT und Medienpädagogik ausbilden. Bis im Juli 2007 werden rund 1500 Lehrerinnen und Lehrer eine solche Ausbildung absolviert haben. Die Anerkennung dieser Zusatzausbildung erfolgt gesamtschweizerisch durch die EDK.
  • Die EDK will zusammen mit dem Bund den Betrieb des Schweizerischen Bildungsservers (www.educa.ch) langfristig sichern. Der Bildungsserver wird seit 2001 gemeinsam von Bund (BBT/SBF) und Kantonen (EDK) geführt und finanziert im Umfang von CHF 2.2 Mio. pro Jahr.
  • Seit mehreren Jahren unternehmen Kantone, Bund und Privatwirtschaft gemeinsam Anstrengungen, um den Schulen günstige Voraussetzungen bei der ICT-Infrastruktur
  • zu bieten (Hard- und Software, Zugang zum Internet). Die bestehenden Verträge mit den privaten Anbietern sollen weitergeführt und wo nötig durch neue ergänzt werden. Weiter spricht sich die EDK in ihrer ICT-Strategie dafür aus, auch den technischen und pädagogischen Support über die kantonalen Fachstellen (in allen Kantonen vorhanden) zu erhalten und auszubauen.
  • Die Schweizerische Fachstelle für Informations- und Kommunikationstechnologien im Unterricht (SFIB) wird weiterhin den gesamtschweizerischen Informationsaustausch im ICT-Bereich wahrnehmen, namentlich durch nationale Netzwerke und Veranstaltungen. Die SFIB wurde 1989 als gemeinsame Institution von Bund (BBT) und Kantonen (EDK) eingerichtet; seit 2006 tragen die Kantone den Grossteil der Kosten für den SFIB-Grundauftrag allein.

Die bildungsrätliche Kommission für Schulinformatik möchte das Strategiepapier der EDK als ein zentrales Aufgabenfeld in der kommenden Legislaturperiode angehen. Sie will es analisieren, Schlüsse ziehen und die daraus folgenden nötigen Handlungen initiieren und begleiten.

Mutationen

Ronnie Fink und Edi Schäfer, PHZH, treten aus der bildungsrätlichen Kommission für Schulinformatik aus. Als Nachfolger wird Prof. Dr. Thomas Merz-Abt, Fachbereichsleiter Medienbildung, vorgeschlagen.

Dr. Martin Wirthensohn, Bildungsplanung, bisheriger Sekretär der Geschäftsstelle der Kommission für Schulinformatik, ist aus der Bildungsdirektion ausgetreten. Als Nachfolger und neuer Sekretär der Geschäftsstelle wird René Moser, Volksschulamt, vorgeschlagen.

Der Name der Kommission

Der Begriff «Schulinformatik» impliziert eine ausgesprochen technische Auffassung von Informatik. Der Ansatz der Medienpädagogik wird durch die bisherige Namensgebung ausser Acht gelassen. Um diesen stärker zu gewichten, erachtet es die Kommission als angebracht, künftig statt als «bildungsrätliche Kommission für Schulinformatik» unter dem Namen «bildungsrätliche Kommission für Medien und ICT» aufzutreten.

Antrag

Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Bildungsrat:

  • Das Mandat der Kommission für Schulinformatik wird für die Legislaturperiode 2007/2011 wie folgt festgelegt: Die Kommission führt das im BRB vom 29. November 2004 erhaltene Mandat weiter. Sie übernimmt insbesondere die Aufgabe, das Strategiepapier der EDK vom 1. März 2007 zu analysieren, zu gewichten und Schlüsse zu ziehen. Sie initiiert Handlungen und steuert die daraus folgenden Entwicklungen.
  • Unter Verdankung der geleisteten Dienste werden folgende Mitglieder der Kommission für Schulinformatik entlassen: Ronnie Fink, PHZH Edi Schäfer, PHZH
  • Unter Verdankung der geleisteten Dienste wird Martin Wirthensohn als Sekretär der Kommission für Schulinformatik entlassen.
  • Für die Amtsdauer 2007/2011 bzw. bis zum Erreichen der Altersgrenze gemäss RRB Nr. 64/1939 werden als Mitglieder der Kommission für Schulinformatik ernannt: Peter Fuchs, Vorsitz, Bildungsrat Hans-Rudolf Dietiker, Volksschulamt Rolf Siegrist, Mittelschul- und Berufsbildungsamt Rudolf Hofmann, Hochschulamt Jürg Maag, Lehrerschaft der Primarstufe der Volksschule Peter Randegger, Schulleiter der Volksschule (VSLZH) Martin Lüscher, Lehrerschaft der Mittelschulen Michael Roser, Lehrerschaft der Berufsschulen Barbara Schäuble, Verband Zürcherischer Schulpräsidentinnen und Schulpräsidenten (VZS) Cornel Jacquemart, Schulleiterkonferenz der Mittelschulen Kurt Eisenbart, Schulleiterkonferenz der Berufsschulen Thomas Merz, Pädagogische Hochschule Zürich Jurai Hromcoviç, Zürcher Hochschulinstitut für Schulpädagogik und Fachdidaktik
  • René Moser, Volksschulamt, wird als Sekretär für die bildungsrätliche Kommission für Schulinformatik ernannt.
  • Mitteilungen an die Genannten, das Volksschulamt sowie die Abteilung Finanzen der Bildungsdirektion.
  • Die «Bildungsrätliche Kommission für Schulinformatik» wird neu «Bildungsrätliche Kommission für Medien und ICT» genannt.

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