Fachmittelschulen: Zuteilung der Profile sowie der Fach- und Berufsmaturitäten; Regelung für die Übergangsjahrgänge

Inhaltsverzeichnis

Beschluss Bildungsrat
2006 / 46
Sitzungsdatum
4. Dezember 2006

Ausgangslage

Am 12. Juli 2006 hat der Regierungsrat beschlossen, die Diplommittelschulen auf Beginn des Schuljahres 2007/2008 in Fachmittelschulen (FMS) umzuwandeln. Dabei hat er dem vorgeschlagenen Konzept zugestimmt (RRB Nr. 1023/2006). Nach diesem Konzept ist die Ausbildung folgendermassen aufgebaut: Nach einem Basisjahr mit gleichem Unterrichtsinhalt für alle Schülerinnen und Schüler folgt eine zweijährige, richtungsgetrennte Schulphase. Wird diese erfolgreich beendet, erlangen die Schülerinnen und Schüler einen Fachmittelschulausweis, der auf das gewählte Profil (Berufsfeld) ausgerichtet ist. Das vierte Jahr dient in der Regel der Vorbereitung auf die Fachmaturität oder auf die Aufnahmeprüfung in die Pädagogische Hochschule Zürich. Schülerinnen und Schüler mit der Profilwahl Gesundheit schliessen hingegen nach dem vierten Jahr mit dem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) und einer Berufsmaturität (BM) ab. Der Aufbau ist der nachfolgenden Abbildung zu entnehmen. Ebenfalls bildet die Abbildung die verschiedenen Richtungen mit den zugehörigen Profilen ab.

Richtungen mit den zugehörigen Profilen

Abschluss  EFZ Fage und BM  FM Naturwiss.  FM Musik  FM Theater  Aufnahmeprüfung an PHZH  FM K+I 
FMS 4. Jahr  Praxisjahr und LAP Praxisjahr und FM-Arbeit  Prakt. Tätigk. FMArbeit  Prakt. Tätigk. FMArbeit  Bestehender 20-wöchiger Vorkurs  Prakt. Tätigk. FM-Arbeit 
Abschluss  FMSA Gesundheit FMSA Naturwiss.  FMSA Theat.  FMS A Musik  FMSA Pädagogik  FMSA K+I 
FMS 3. Jahr  Richtung Gesundheit und Naturwissenschaften  Richtung Gesundheit und Naturwissenschaften  Richtung Kunst  Richtung Kunst  Richtung Pädagogik und Kommunikation  Richtung Pädagogik und Kommunikation 
FMS 2. Jahr  Richtung Gesundheit und Naturwissenschaften  Richtung Gesundheit und Naturwissenschaften  Richtung Kunst  Richtung Kunst  Richtung Pädagogik und Kommunikation  Richtung Pädagogik und Kommunikation 
FMS 1. Jahr  Basisjahr (u.a. Profilwahl) Basisjahr (u.a. Profilwahl) Basisjahr (u.a. Profilwahl) Basisjahr (u.a. Profilwahl) Basisjahr (u.a. Profilwahl) Basisjahr (u.a. Profilwahl)

(FM – Fachmaturität, FMSA – Fachmittelschulabschluss, K+I – Kommunikation, Information, EFZ – eidg. Fähigkeitszeugnis,BM – Berufsmaturität, LAP - Lehrabschlussprüfung)

Profilzuteilung

Die Kantonsschulen Zürich Birch und Rychenberg führen heute je eine Diplommittelschule.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über den gegenwärtigen Stand und die Entwicklung der Schülerzahlen in den letzten Jahren.

Stand und die Entwicklung der Schülerzahlen

    Kantonsschule Zürich Birch  Kantonsschule Zürich Birch  Kantonsschule Zürich Birch  Kantonsschule Rychenberg  Kantonsschule Rychenberg  Kantonsschule Rychenberg 
    Schuljahr  Schuljahr  Schuljahr  Schuljahr  Schuljahr  Schuljahr 
    04/05 05/06  06/07  04/05  05/06  06/07 
1. Klasse  Klassen  6 6 7 3 3 2
   Schüler /innen 141 152 158 65 69 50
2. Klasse Klassen  6 6 6 3 3 3
  Schüler /innen 135 148 142 60 63 69
3. Klasse  Klassen  5 6 6 2 3 3
  Schüler /innen 113 126 145 48 58 65

Bei den künftigen Fachmittelschulen ist kein Ausbau der Kapazitäten vorgesehen. Die Umwandlung der Diplommittelschulen in Fachmittelschulen ist mit den gegenwärtigen Ressourcen zu realisieren. Dabei wird vom bisherigen Bestand von 27 Klassen für das erste bis dritte Schuljahr ausgegangen. Mittelfristig ist von 24 Klassen auszugehen. Nach dem vom Regierungsrat verabschiedeten Konzept ist zudem zu beachten, dass die Richtung Kunst pro Jahrgang auf eine Klasse beschränkt ist. Dem Entscheid über die Zuteilung der Richtungen mit den entsprechenden Profilen sind die gegenwärtigen Raumverhältnisse zugrunde zu legen. Für die Zuteilung der Richtungen bzw. Profile ist in analoger Anwendung von §4 Ziffer 3 des Mittelschulgesetzes vom 13. Juni 1999 der Bildungsrat zuständig.

Die Leitungen der beiden Kantonsschulen wurden am 23. Januar 2006 eingeladen, ihre Vorstellungen zur Zuteilung der Profile zu äussern. Mit Schreiben vom 8. März 2006 unterbreiteten sie der Projektgruppe «Umwandlung der Diplommittelschulen in Fachmittelschulen» den nachfolgenden Vorschlag, bei welchem sie die Kriterien wie folgt berücksichtigt haben:

Anzahl Klassen FMS am Standort

In Winterthur können, beschränkt durch das Raumangebot, maximal neun FMS-Klassen geführt werden, in Zürich werden es im Startjahr voraussichtlich 18, mittelfristig weniger Klassen sein.

Auslastung der Unterrichtszimmer / Nutzung der Räume für Naturwissenschaften

Die Räume für den naturwissenschaftlichen Fachunterricht sind in Winterthur bereits stark ausgelastet, an der Kantonsschule Zürich Birch besteht demgegenüber eine Unternutzung der bestehenden Räume, hingegen sind die Räume für den sprachlichen und mathematischen Unterricht stark genutzt.

Schulkultur und Personelles

Eine ausschliessliche Zuteilung der Profile Naturwissenschaften und Gesundheit an die Kantonsschule Rychenberg würde an der Kantonsschule Zürich Birch, abgesehen von der Unternutzung der naturwissenschaftlichen Räume, zu einer bedeutenden Verringerung des naturwissenschaftlichen Anteiles und zu einer nicht gewünschten Verschiebung in der Schulkultur führen, da die FMS die grösste Abteilung der Kantonsschule Zürich Birch bildet.

Klassenbildung und Schulorganisation

Die am einzelnen Standort mögliche maximale Anzahl FMS-Klassen sollte bezüglich der Profile so zusammengesetzt werden, dass sie eine optimale Klassenbildung sowie die Zusammenarbeit der Schulen fördert und die Umteilung von Schülerinnen und Schülern entsprechend der Raumnutzung erlaubt. Dies ist am ehesten möglich, wenn das Basisjahr und die zahlenmässig stärkste Richtung – d.h. die Richtung Pädagogik und Kommunikation – sowohl in Winterthur als auch in Zürich geführt werden. Die von der Schüleranzahl her kleineren Profile sollen dagegen an einem Standort durchgeführt werden.

Zusammenarbeit mit den Gesundheitszentren

Verkehrstechnisch ist die Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Ausbildung im Gesundheitswesen in Winterthur (ZAG) von beiden FMS-Standorten aus realisierbar. Für eine allfällige Zusammenarbeit mit dem privaten Careum Bildungszentrum in Zürich liegt die Kantonsschule Zürich Birch deutlich günstiger.

Auf dieser Basis beantragen die beiden Schulleitungen – vorbehältlich allfällige Umteilung - folgende Zuteilung:

Die Projektgruppe «Umwandlung der Diplommittelschulen in Fachmittelschulen» hat an ihrer Sitzung vom 24. August 2006 die Frage der Zuteilung behandelt. Sie unterstützt den Antrag der beiden Schulleitungen. Diese Lösung ergibt die grösstmögliche Flexibilität für die Steuerung der Anzahl der Klassen an beiden Standorten. Sie führt auch zur gewünschten stärkeren Auslastung der naturwissenschaftlichen Räume der Kantonsschule Zürich Birch und entlastet gleichzeitig die Unterrichtsräume der sprachlichen und historischen Fächer an dieser Schule. Da in den Profilen Musik und Theater nicht ohne weiteres und jedenfalls nicht regelmässig mit der Bildung einer ganzen Klasse gerechnet werden kann, müssen hier Lösungen für eine kostengünstige Realisierung des Schulprogramms gefunden werden (Bildung von Teilklassen). Dies ist an der Kantonsschule Rychenberg im Zusammenhang mit der Richtung Pädagogik und Kommunikation und dem bestehenden Unterricht im Gymnasium gewährleistet. Das Profil Gesundheit kann am Standort Zürich Oerlikon verkehrs- und stundenplantechnisch sowohl in Zusammenarbeit mit dem ZAG in Winterthur als auch mit dem Careum in Zürich realisiert werden.

Regelung für die Übergangsjahrgänge

Das Anerkennungsreglement der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren, EDK, vom 12. Juni 2003 enthält hinsichtlich der Abschlüsse folgende Übergangsregelung: Schülerinnen und Schüler, die 2004 in die FMS eingetreten sind, können als letzter Jahrgang 2007 ihre Ausbildung mit dem Diplom abschliessen. Danach werden von der EDK ausschliesslich FMS-Abschlüsse anerkannt. Die FMS wird auf Beginn des Schuljahres 2007/2008 eingeführt. Schülerinnen und Schüler, die bei der Einführung der Fachmittelschulen bereits die zweite und dritte Klasse der ehemaligen Diplommittelschule besuchen, werden sich demnach auf einen Fachmittelschulausweis vorbereiten. Es ist zu regeln, welche Profile diesen Schülerinnen und Schülern in der Übergangszeit bis 2009 angeboten werden können. Ebenfalls zu regeln ist, an welchen Schulen der entsprechende Unterricht erteilt werden kann.

Die im Anerkennungsreglement und dessen Richtlinien für den Vollzug vom 22. Januar 2004 vorgesehenen Vorgaben werden von den beiden Zürcher Diplommittelschulen mit Bezug auf die allgemein bildenden Fächer als auch mit Bezug auf die berufsfeldbezogenen Fächer im Rahmen des obligatorischen und des Wahlpflichtangebots bereits erfüllt. Lediglich für das Profil Gesundheit sowie für die Richtung Kunst sind zusätzliche Anpassungen erforderlich, die in der Übergangszeit noch nicht verwirklicht werden können. Angesichts dessen und unter Berücksichtigung des zu erwartenden Wahlverhaltens der Schülerinnen und Schüler an den Diplommittelschulen werden im Rahmen der Übergangslösung lediglich die drei Profile Naturwissenschaften, Kommunikation und Information sowie Pädagogik angeboten. Die nötigen Wahlpflichtfächer für diese drei Profile verlangen keine Ausweitung des bisherigen Angebots, so dass bei den Übergangslehrgängen keine zusätzlichen Kosten entstehen. Diese Profile werden während der Übergangszeit beide Fachmittelschulen anbieten.

Für die Profile Naturwissenschaften sowie Kommunikation und Information ist im Konzept gemäss RRB Nr. 1023/06 eine Fachmaturitätsstufe vorgesehen, die im Rahmen des 4. Jahres zu realisieren ist. Bei der Fachmaturität Naturwissenschaften wird die Zusammenarbeit mit Berufsfachschulen zu prüfen sein. Diese Zusammenarbeit kann während der Übergangszeit noch nicht verwirklicht werden. Dennoch können die beiden Kantonsschulen bereits während der Übergangszeit die Bedingungen für die Anerkennung einer Fachmaturität gemäss Anerkennungsreglement mit der Absolvierung eines Praktikums im 4. Jahr und dem Verfassen einer Fachmaturitätsarbeit erfüllen.

Demnach kann die Fachmaturität im Bereich Naturwissenschaften bereits während der Übergangszeit von beiden Schulen angeboten werden. Auch beim Profil Kommunikation und Information ist davon auszugehen, dass die Absolventinnen und Absolventen einen Übertritt in eine Fachhochschule planen, was ebenfalls eine Fachmaturität voraussetzt. Diese lässt sich in der erforderlichen Frist auch realisieren.
Wer das Profil Pädagogik gewählt hat, wird sich für die Kurse an der Kantonsschule Zürich Birch interessieren, die auf die Aufnahmeprüfung in die Pädagogische Hochschule Zürich (PHZH) vorbereiten. Diese Kurse werden wie bisher weitergeführt.

Es rechtfertigt sich somit, für die Dauer der Übergangsregelung für das 4. Jahr eine Vorbereitung auf die Fachmaturitäten Naturwissenschaften und Kommunikation und Information anzubieten und den Vorkurs für die Aufnahmeprüfung in die PHZH im bisherigen Umfang weiter zu führen.

Zusammenfassend ergibt sich für die Übergangszeit (Schuljahre 2005/06 – 2007/08 sowie 2006/07 – 2008/09) folgende Zuteilung: Die drei Profile Pädagogik sowie Kommunikation und Information und Naturwissenschaften werden an beiden Fachmittelschulen angeboten. Die Schülerinnen und Schüler der Übergangsjahrgänge beider Fachmittelschulen können im 4. Jahr die Fachmaturität im Bereich Kommunikation und Information als auch die Fachmaturität im Bereich Naturwissenschaften erlangen.

Antrag

Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Bildungsrat:

  • Für die Fachmittelschulen (FMS) werden folgende Profilzuteilungen vorgenommen:
    a) Kantonsschule Rychenberg, Winterthur
    Basisjahr
    Profile: Pädagogik, Kommunikation und Information, Musik, Theater Fachmaturität: Kommunikation und Information, Musik, Theater

    b) Kantonsschule Zürich Birch
    Basisjahr
    Profile: Pädagogik, Kommunikation und Information, Gesundheit, Naturwissenschaften
    Fachmaturität: Kommunikation und Information, Naturwissenschaften
    Berufsmaturität: Gesundheit Zudem bietet die Kantonsschule Zürich Birch weiterhin Kurse an, die auf die Aufnahmeprüfung in die Pädagogische Hochschule Zürich vorbereiten.
  • a) Für die Übergangszeit (Schuljahre 2007/08 und 2008/09) werden an beiden Fachmittelschulen die Profile Pädagogik, Kommunikation und Information sowie Naturwissenschaften angeboten.
    b) Im 4. Jahr bieten die beiden Fachmittelschulen für die Übergangsjahrgänge die Fachmaturitäten Naturwissenschaften sowie Kommunikation und Information an.
  • Mitteilung an Herrn Prof. Dr. Jürg Muraro, Rektor der Kantonsschule Rychenberg; Herrn Prof. Kurt Zangger, Rektor der Kantonsschule Zürich Birch; Herrn Prof. Dr. Alfred Baumgartner, Präsident der Schulleiterkonferenz der Mittelschulen, Kantonsschule Hohe Promenade; Frau Silvia Luginbühl, Schulkommissionspräsidentin Kantonsschule Zürich Birch, Wannenholzstr. 22, 8046 Zürich; Herrn Dr. Ulrich Weiss, Schulkommissionspräsident der Kantonsschule Rychenberg; Hügelweg 19, 8400 Winterthur; Herr Peter Weiss, Präsidentenkonferenz der Schulkommissionen Mittelschulen, Alte Steinacherstr. 11, 8804 Au; Herrn Prof. Rolf Bosshard, Präsident des Mittelschullehrerverbands, Lindenhof 16, 8604 Volketswil; Herrn Prof. Markus Späth-Walter, Präsident des Synodalvorstands, Kirchstr. 26, 8245 Feuerthalen; die Bildungsdirektion, Abteilung Bildungsplanung und das Mittelschul- und Berufsbildungsamt.

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