«Gymnasium 2022»

Mit dem Projekt «Gymnasium 2022» bereiten sich die Zürcher Gymnasien auf die Zukunft vor. Im Rahmen des Projekts sollen die Gymnasien ihren Unterricht auf den Lehrplan 21 abstimmen, den MINT-Bereich stärken und neue Fächer einführen.

Inhaltsverzeichnis

Inhalte des Projekts

Ausgangslage

Die Projektarbeiten im Bereich Untergymnasium wurden unter anderem durch politische Forderungen nach einer Stärkung des naturwissenschaftlich-technischen Unterrichts im Untergymnasium angestossen. Derzeit entfällt im Schnitt knapp die Hälfte der Lektionen im Untergymnasium auf Sprachfächer, MINT-Fächer machen dagegen nur rund ein Viertel der Stundentafeln aus. Die Stundentafeln der einzelnen Schulen sind zudem teilweise sehr unterschiedlich. Auch die Einführung des Lehrplans 21 in der Volksschule ist ein Auslöser für die Projektarbeiten im Untergymnasium. Die eintretenden Schülerinnen und Schüler müssen auf dem richtigen Kompetenzstand abgeholt werden. Zudem muss sichergestellt werden, dass Schülerinnen und Schüler aus Untergymnasium und Sekundarschule auf der gymnasialen Oberstufe gemeinsam unterrichtet werden können. Beides erfordert Anpassungen der Stundentafeln und Lehrpläne der Untergymnasien.

Im Bereich Obergymnasium war vor allem die auf gesamtschweizerischer Ebene beschlossene Einführung des obligatorischen Fachs «Informatik» ausschlaggebend für die Projektinitialisierung. Die Einführung des Lehrplans 21 und die angepassten Stundentafeln und Lehrpläne im Untergymnasium ziehen auch im Obergymnasium einen Abstimmungsbedarf nach sich. Darüber hinaus wird aktuell an keinem öffentlichen Zürcher Gymnasium das Schwerpunktfach «Philosophie/Pädagogik/Psychologie» angeboten.

Die aktuellen Rechtsgrundlagen für die Zürcher Gymnasien sind mangelhaft. Die kantonalen Vorgaben zur Maturität stammen aus dem Jahr 1996 und sind als Anhang zu einem Bildungsratsbeschluss veröffentlicht. Die Vorgaben sind inhaltlich unvollständig und nicht aktuell. Im Rahmen des Projekts sollen die Rechtsgrundlagen daher aktualisiert werden. Im Zuge dieser Aktualisierung werden auch die im Unter- und Obergymnasium vorgenommenen Massnahmen rechtlich verankert.

Untergymnasium

  • Einführung einer Rahmenstundentafel mit schulischer Freiheit
  • Erhöhung der MINT-Dotation
  • Abstimmung der Lehrpläne auf den Lehrplan 21
  • Einführung der Fächer «Informatik» und «Religion, Kulturen, Ethik»
  • Ermöglichung eines zweisprachigen Bildungsgangs für alle Schulen

Obergymnasium

  • «Informatik» wird eingeführt; im Projekt wird eine Mindestdotation erarbeitet
  • Abstimmung der Lehrpläne auf den Lehrplan 21 und die neuen Lehrpläne und Stundentafeln im Untergymnasium
  • Einführung des Schwerpunktfachs «Philosophie/Pädagogik/Psychologie»
  • Ausweitung der Jahrespromotion auf das zweitletzte Jahr 

Zeitplan und Vorgehen

 

  • 2019: Erarbeitung der Rahmenvorgaben in Form eines Unterrichtsreglements und der Handreichungen für die Schulen
  • 2020: Vernehmlassung und Beschluss des neuen Unterrichtsreglements durch den Bildungsrat
  • Ab 2021: Arbeiten an den Schulen an Stundentafeln, Lehrplänen und Fachschaftsrichtlinien gemäss den Rahmenvorgaben
  • Ende 2022: Beschluss Bildungsrat zu den schulischen Lehrplänen und Stundentafeln
  • Ab 2023: Umsetzung an den Schulen

Vernehmlassungsvorlage

Im Sommer 2020 hat die Vernehmlassung zu den Reglementsänderungen stattgefunden. Nachfolgend sind die wesentlichen Inhalte der Vernehmlassungsvorlage aufgelistet.

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Die Vernehmlassungsvorlage sieht für das Untergymnasium eine Rahmenstundentafel einschliesslich schulischer Freiheiten vor. 30 Wochenlektionen sollen fix zugeteilt werden. Bis zu 4 Lektionen können die Schulen zusätzlich verteilen. Mindestens 1.5 dieser Lektionen müssen dem MINT-Bereich zugeordnet werden.

Vorschläge Mindestdotationen Untergymnasium

Fachbereich Fach Mindestdotation
Sprachen Deutsch
Französisch
Englisch
Latein
3.5
3
2.5
3
MINT Mathematik
Biologie
Chemie
Physik
Informatik
MINT nicht spezifiziert
4.5
1
0.5
0.5
0.5
1.5
Geistes- und Sozialwissenschaften Geschichte
Geografie
Religionen, Kulturen, Ethik
2
1.5
0.5
Kunst Bildnerisches Gestalten
Musik
2
2
Sport Sport 3
Schulische Freiheit Schulische Freiheit <2.5

Die Stundentafeln der Untergymnasien können damit zwischen 31.5 und 34 Lektionen umfassen. Im MINT-Bereich können die Schulen entweder neue Gefässe wie Robotik, Technik oder Labor schaffen oder bestehende MINT-Fächer stärken.

Die Stundentafeln der Untergymnasien können damit zwischen 31.5 und 34 Lektionen umfassen. Im MINT-Bereich können die Schulen entweder neue Gefässe wie Robotik, Technik oder Labor schaffen oder bestehende MINT-Fächer stärken. Die Schulen sollen neben der vorgesehenen Mindestdotation im Fach «Religionen, Kulturen, Ethik» verpflichtet werden, die Kompetenzen aus dem Bereich in weiteren 0.5 Lektionen zu vermitteln. Die Schulen können dies umsetzen, indem sie die Dotation des Faches entsprechend erhöhen oder indem sie die Inhalte portfolioartig in andere Fächern integrieren oder in Block- oder Projektgefässen unterrichten.

Die Lehrpläne des Untergymnasiums sollen auf den Lehrplan 21 abgestimmt werden. Dazu wird unter anderem die Einführung des Fachs «Informatik» angestrebt, wie dies auch bei den Sekundarschulen der Fall ist.

Am Obergymnasium wird das Fach Informatik eingeführt und eine Mindestlektionenanzahl vorgegeben. In der Vernehmlassungsvorlage ist eine Dotation von 4 Jahreslektionen festgeschrieben. Am Obergymnasium ist dies die einzige durch das Projekt «Gymnasium 2022» vorgegebene Mindestdotation.

Das Projekt «Gymnasium 2022» sieht vor, dass die Gymnasien ihre Lehrpläne systematisch überarbeiten. Die Lehrpläne bleiben weiterhin schulspezifisch.
Neu sollen die Gymnasien in allen Fächern Fachschaftsrichtlinien einführen. In diesen konkretisieren die Fachschaften die Ziele und Inhalte der Fachlehrpläne. Die Fachschaftsrichtlinien sind für alle Mitglieder der jeweiligen Fachschaft verbindlich. Sie werden durch die Schulleitung erlassen und bei Bedarf angepasst.

Für Lehrpläne und Fachschaftsrichtlinien sind die folgenden Eckwerte in die Vernehmlassung gegeben:

  Lehrpläne Fachschaftsrichtlinien
Inhalt Fachinhalte & Grobziele Unterrichtsinhalte & Lernziele
Mindestauflösung 2 Jahre 1 Jahr
Genehmigung Bildungsrat Schulleitung
Veröffentlichung Internet Intranet

Unterstützung Informatiklehrpersonen

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Auf das Schuljahr 2023/24 wird an den Zürcher Mittelschulen neu das Fach Informatik sowohl im Unter- als auch im Obergymnasium eingeführt.

Um auf den Einführungszeitpunkt ausreichend fertig ausgebildeter Informatiklehrpersonen rekrutieren zu können, wird die Ausbildung dieser Lehrpersonen vom Kanton Zürich gezielt gefördert.

Alle Informationen zu den nötigen Voraussetzungen und den Umfang der Unterstützung finden sich im Flyer «Informatiklehrperson gesucht!»

Kontakt

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