1. Ausgangslage: Infrastruktur im Wandel
Die zunehmende Belastung von Brücken sowie ein alternder Brückenbestand bringen Herausforderungen für den Erhalt der Brücken mit sich. Präzise Überwachungsmethoden werden zur Risikominimierung daher unabdingbar.
Herausforderungen für den Brückenbestand
Die Schweiz ist ein Land der Brücken. Rund 40'000 Bauwerke verbinden Auto-, Bahn- und Fussverkehrswege und sichern den täglichen Betrieb der Infrastruktur. Viele davon altern jedoch zunehmend. Ihr Unterhalt wird kostspieliger und anspruchsvoller, während zugleich die Anforderungen steigen.
Zunehmende Belastung von Brücken
Die Beanspruchung von Brücken nimmt seit Jahrzehnten kontinuierlich zu und wird mit wachsendem Verkehr und grösseren Transportmengen weiter ansteigen. Auf der Schiene verkehren bereits heute mehr und schwerere Züge mit dichteren Fahrplänen, als es bei der Planung vieler älterer Bauwerke vorgesehen war. Auch auf den Strassen nimmt der Schwerverkehr seit den 1980er-Jahren mit dem Güter-, Liefer- und Logistikverkehr kontinuierlich zu und wird weiter wachsen. Für die Tragwerke bedeutet dies, dass die Ermüdung des Materials und Schädigungsprozesse schneller voranschreiten und der Bedarf an Überwachung, Nachrechnung, Verstärkung und Erneuerung steigt.
Alternder Brückenbestand
Die zunehmende Beanspruchung trifft auf einen alternden Bestand. Viele Brücken stammen aus den 1950er- bis 1980er-Jahren und nähern sich dem Ende ihrer rechnerischen Lebensdauer. Werden Schäden nicht rechtzeitig erkannt, kann dies gravierende Folgen haben. Einstürze gefährden Menschenleben, verursachen enorme Sachschäden und unterbrechen zentrale Verkehrsachsen. Besonders eindrücklich gezeigt hat dies der Einsturz der Morandi-Brücke in Genua im Jahr 2018, bei dem 43 Menschen starben und ein zentraler Verkehrsknoten über Jahre beeinträchtigt blieb. Ein weiteres Beispiel ist die Carolabrücke in Dresden, die 2024 wegen eines Teileinsturzes kurzfristig für den Verkehr gesperrt werden musste. Die beiden Vorfälle aus dem nahen Ausland machen deutlich, wie schnell sicherheitsrelevante Defizite auftreten können.
Der Klimawandel verstärkt diese Herausforderungenzusätzlich. Extreme Wetterereignisse wie Starkregen, Hochwasser, Hitzeperioden oder Frost-Tau-Wechsel treten häufiger auf und setzen Brücken stärker unter Druck. Diese Sonderbelastungenbeschleunigen die Alterung und erhöhen die Unsicherheiten bei der Bewertung der strukturellen Sicherheit. Die Ausgangslage ist klar: Der Bedarf an präzisen Überwachungsmethoden, um Risiken früh zu erkennen und die Infrastruktur sicher, effizient und nachhaltig zu bewirtschaften, wächst.
Bitte geben Sie uns Feedback
Ist diese Seite verständlich?
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Kontakt
Amt für Wirtschaft – Standortförderung
Montag bis Freitag
8.00 bis 12.00 Uhr und
13.30 bis 17.00 Uhr