Fingerhut / Eisenhut

Artname deutsch
Fingerhut / Eisenhut
Artname lateinisch
Digitalis spp. / Aconitum spp.
Aktionsplan
Nein
Ziellebensraum
Lichter Wald
Fauna/Flora
Flora
Forstkreis
FK 1, FK2, FK3, FK4, FK5, FK6, FK7

Gelber Fingerhut

Gelb blühender Gelber Fingerhut an einem Waldrand
Gelber Fingerhut Quelle: Foto: François Clot

Artbeschrieb

Gelber Fingerhut (Digitalis lutea)

Gelber Fingerhut mit Krautpflanzen und Wald im Hintergrund
Gelber Fingerhut. Foto: Jonas Frei Quelle: Foto: Jonas Frei

Gelben Fingerhut mit kahlen Blätter

Gelber Fingerhut mit kahlen Blättern auf einem Waldboden
Kahle Blätter des Gelben Fingerhuts Quelle: Foto: Thomas Meyer
  • 50-100 cm hoch
  • Stängel und Blätter kahl
  • Blätter lanzettlich, fein gezähnt, 2-3 cm breit und bis 14 cm lang
  • Blütenstand einseitswendige Traube
  • Blüten 1,5-2,5 cm lang, hellgelb, innen bärtig
  • Krone eng glockenförmig, Durchmesser Mündung 5-8 mm
  • Oberlippe spitz zweizipflig, Mittellappen der Unterlippe lang und spitz
  • Blütezeit Juni-August

Grossblütiger Fingerhut (Digitalis grandiflora)

Grossblütiger Fingerhut in leicht lückig bewachsener Vegetation
Grossblütiger Fingerhut Quelle: Foto: Peter Bolliger

Grossblütigen Fingerhut

Grossblütiger Fingerhut mit behaarten Blättern und Stiel auf krautig-schwarzer Umgebung
Behaarte Blätter und Stiel des Grossblütigen Fingerhuts (v.a. Blattunterseite auf den Nerven behaart). Quelle: Foto: Thomas Meyer

Unterscheidet sich vom Gelben Fingerhut durch folgende Merkmale:

  • Stängel und Blätter, v.a. auf den Nerven, locker kraus behaart
  • Blätter bis 25 cm lang, unregelmässig gezähnt
  • Blüten 3-4,5 cm lang, gelb, innen hellbraun gefleckt, nicht bärtig
  • Krone glockig-bauchig, Mündung 15-20 mm
  • Oberlippe stumpf, +/- ganzrandig, Unterlippe kurz dreieckig, manchmal zurückgerollt
  • Kelchzipfel schmal-lanzettlich

Hybride zwischen den beiden Gigitalis-Arten sind möglich und auch in der Natur bekannt (z.B. Üetliberg).

Gelber Eisenhut (Aconitum lycoctonum)

Gelber Eisenhut auf einer Wiese mit Waldrand und Einzelbäumen im Hintergrund
Gelber Eisenhut auf einer Wiese mit Waldrand und Einzelbäumen im Hintergrund Quelle: (https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5e/2017-07-22_%2827%29_Aconitum_lycoctonum_%28wolf%27s-bane%29_at_D%C3%BCrrenstein_%28Ybbstaler_Alpen%29.jpg)

Gelber Eisenhut mit geteilten Blätter

Gelber Eisenhut mit geteilten Blättern und Buchenlaub im Hintergrund
Handförmig geteilte Blätter des Gelben Eisenhuts Quelle: Foto: Thomas Meyer
  • 30-70 cm (-160 cm) hoch
  • Grundständige Blätter bis nahe dem Grund 5-oder 7-teilig, bis 15 cm
  • 1-3 Stängelblätter, ähnlich den Grundblättern
  • Blütenstand meist verzweigt mit bogig aufsteigenden Ästen
  • Blüten blassgelb
  • Blüten nicht mit (grünem) Kelch und Krone, sondern einfacher Blütenhülle (Perigon)
  • Oberstes Blütenblatt bildet einen auffälligen Helm, ca. 3mal so hoch wie breit
  • Blütezeit Juni-August

Unterscheidet sich grundsätzlich vom Fingerhut. Die Arten gehören auch zwei verschiedenen Familien an, die nicht nache versandt sind. Die gefühlte Nähe zwischen den Arten ergibt sich einzig aus dem Habitus der gelben glockenartigen Blüten - und aus dem Deutschen Namen <Hut>.

Ähnliche Arten

Der Rote Fingerhut (Gigitalis pupurea) unterscheidet sich vom Grossblütigen Fingerhut durch folgende Merkmale:

  • Krone hellpurpur selten weiss; innen mit dunkelroten, weis umrandeten Flecken
  • Blütezeit Juni-September
  • Neophyt, aus Gärten verwildert

Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)

Hellpurpure Blüten des Roten Fingerhuts mit verschwommener Krautschicht im Hintergrund
Blüten des Roten Fingerhuts. Quelle: Foto: Jürg Vogt

Pflege und Gefährdung

Für alle drei Arten

Was hilft der Art?

  • Lichte Stellen erhalten und fördern
  • Entbuschen
  • Bei der Holzerei Rücksicht nehmen
  • Bestand beobachten

Lebensraumansprüche und Vorkommen

Gelber Fingerhut (Gigitalis lutea)

  • Mässig feuchte, basenreiche humose Böden in halbschattigen Lagen
  • Lichte, krautreiche Wälder, Waldhänge, Waldschläge
  • Lichte Eichen- und Buchenwälder
  • Steinige Hänge, in Staudengesellschaften an Wegböschungen

Delarze
5.2.1 - Kalkreiche Schlagflur (Atropion)

Mögliche Waldgesellschaften nach E&K (nicht abschliessend):

  • Typischer Waldmeister-Buchenwald (7)
  • Typischer Lungenkraut-Buchenwald (9)
  • Lungenkraut-Buchenwald mit Immenblatt (10)
     

Grossblütiger Fingerhut (Digitalis grandiflora)

  • Frische, steinige, nährstoffreiche, lockere Böden in halbschattigen, eher kühlen Lagen (im Kanton Zürich)
  • Lichte, krautreiche Wälder
  • Waldlichtungen, Waldschläge, Waldränder, Böschungen
  • Hochstaudengesellschaften und Säume, Grasfluren
  • Stein-Geröllhalden

Delarze
5.2.3 - Hochgrasflur des Gebirges (Calamagrostion) (nicht im Kanton Zürich)

Mögliche Waldgesellschaften nach E&K (nicht abschliessend):

  • Typischer Waldmeister-Buchenwald (7)
  • Waldhirsen-Buchenwald (8)
  • Typischer Lungenkraut-Buchenwald (9)
  • Typischer Zahnwurz-Buchenwald (12)
  • Typischer Tannen-Buchenwald (18)

Gelber Eisenhut (Aconitum Iycoctonum)

  • Frische bis feuchte, basenreiche, humusreiche Böden in kühlen, schattigen Lagen
  • Lehm- und Tonböden
  • Schluchtwälder, Auenwälder, Laubmischwälder

Delarze
5.2.4 - Hochstaudenflur des Gebirges (Adenostylion) (nicht im Kanton Zürich)
6.2.5 - Tannen-Buchenwald
6.3.1 - Ahorn-Schluchtwald

Mögliche Waldgesellschaften nach E&K (nicht abschliessend):

  • Hirschzungen-Ahorn-Schluchtwald (22)
  • Typischer Tannen-Buchenwald (18)

Arten mit gleichen/ähnlichen Ansprüchen (nicht abschliessend)

Gelber Fingerhut (Gigitalis lutea)

Flora

  • Salbeiblättriger Gamander (Teucrium scorodonia)
  • Tollkirsche (Atropa bella-donna)
  • Wasserdost (Eupatorium cannabinum)

Grossblütiger Fingerhut (Digitalis grandiflora)

Flora

  • Waldreitgras (Calamagrostis arundinacea)

    Gelber Eisenhut (Aconitum Lycoctonum)

  • Berg-Ahorn (Ace pseudoplatanus)
  • Christophskraut (Actaea spicata)
  • Fuchs' Greiskraut (Senecio ovatus)
  • Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis)
  • Wald-Geissbart (Aruncus dioicus)

Weiteres

Gelber Fingerhut (Digitalis lutea)

  • Stark bis tödlich giftig
  • Vermutlich Kulurfolger (Archäophyt), Hinweis darauf bieten disjunktes Vorkommen und deutliche Vorliebe für Strassenböschungen und Waldschläge

Grossblütiger Fingerhut (Digitalis grandiflora)

  • Stark bis tödlich giftig
  • Vermutlich Kulturfolger (Archäophyt), hat rasches Ausbreitungspotenzial

Gelber Eisenhut (Aconitum lycoctonum)

  • Stark bis tödlich gültig
  • Spezifische Bestäubung
  • Wird hauptsächlich von Hummeln bestäubt, Blüten enthalten reichlich Nektar
  • Hummeln fliegen Blütenstand unten an (weibliche Blütenstadien) und verlassen ihn nach Besuch der oberen Blüten (männliche Blütenstadien)

Kontakt

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