Breitkölbchen

Artname deutsch
Breitkölbchen
Artname lateinisch
Platanthera sp.
Aktionsplan
Nein
Ziellebensraum
Feuchtwald
Fauna/Flora
Flora
Forstkreis
FK1, FK2, FK3, FK4, FK5, FK6, FK7

Weisses Breitkölbchen

Blühendes Weisses Breitkölbchen in einem Wald neben einem Wurzelanlauf eines Baumes
Weisses Breitkölbchen Quelle: Foto: Beat Wartmann

Artbeschrieb

Weisses Breitkölbchen (Platanthera bifolia)

Blühende Weisse Breitkölbchen mit Wald im Hintergrund
Habitus des Weissen Breitkölbchens Quelle: Foto: Patrick Veya

Blüte des Weissen Breitölbchens

Nahaufnahme der Blüten eines Weissen Breitkölbchens
Blüte des Weissen Breitkölbchens Quelle: Foto: Beat Wartmann
  • 20-80 cm hoch
  • Meist 2 grosse, eiförmig-lanzettlich, glänzend grüne grund- und gegenständige Blätter (namensgebend!)
  • Blüten weiss, Lippe gegen die Spitze grünlich werdend
  • Fächer der Staubbeutel parallel
  • Sporn sehr lang (bis 4cm), spitz auslaufend, mit Nektar (viele andere Orchideen-Arten bieten den Bestäubern keine Belohnung)
  • Blütezeit Mai bis Mitte August; Samenreife bei frühen Exemplaren ab Ende Juli, Samen verbleiben aber oft lange in den Kapseln
  • Anhand der lange bleibenden Samenständen kann man die Gattung bis in den Winter noch erkennen
  • Duftet abends stark

Grünliches Breitkölbchen (Platanthera chlorantha)

Grünliches Breitkölbchen auf einer Wiese mit Wald im Hintergrund
Habitus des Grünlichen Breitkölbchens Quelle: Foto: Patrick Veya

Blüte des Grünlichen Breitkölbchens

Nahaufnahme der Blüte eines Grünlichen Breitkölbchens
Blüte des Grünlichen Breitkölbchens Quelle: Foto: Beat Wartmann

Unterscheidet sich vom Weissen Breitkölbchen durch folgende Merkmale:

  • Blüten grünlich-weiss, Lippe grünlich
  • Fächer der Staubbeutel nach unten spreizend
  • Sporn gegen die Spitze hin flach gedrückt, verdickt, stumpf
  • Allgemein robuster, grösser Abmessungen (Gundblattbreite, Länge und Breite des Blütenstandes, usw.)
  • Duftet abends nur schwach

Die beiden Arten können nur im blühenden Zustand voneinander unterschiesen werden.

Hybriden zwischen den beiden Arten mit intermediären Merkmalen können vorkommen.

Ähnliche Arten

Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ist in vegetativem Zustand äusserlich schwer von der Kleinen Schwarzwurzel auseinanderzuhalten und unterscheidet sich durch folgenden Merkmale:

Die Arten müssen im blühenden Zustand bestimmt werden – dann besteht zu anderen Gattungen/Arten keine Verwechslungsgefahr.
Anhand des typischen Samenstandes kann man die Zugehörigkeit zur Gattung Breitkölbchen (Platanthera sp.) noch bis in den Winter hinein erkennen.

Pflege und Gefährdung

Weisses Breitkölbchen (Platanthera bifolia)

Was hilft der Art?

  • Regelmässige Mahd ab September, Fruchtstände nach Möglichkeit auch stehen lassen
  • Bei früherem Schnitt Pflanzen markieren und später schneiden oder stehen lassen
  • Wuchsorte entbuschen und mähen (müssen dauerhaft licht bleiben)

Was gefährdet die Art?

  • Zu früher Schnitt von Wegrändern-/böschungen

Grünliches Breitkölbchen (Platanthera chlorantha)

Was hilft der Art?

  • Regelmässige Mahd ab September
  • Bei früherem Schnitt Pflanzen
  • markieren und später schneiden oder stehen lassen
  • Wuchsorte entbuschen und mähen (müssen dauerhaft licht bleiben)

Was gefährdet der Art?

  • Zu früher Schnitt von Wegrändern-/böschungen, Überschüttungen mit Wegabraum-Material

Lebensraumansprüche und Vorkommen

Weisses Breitkölbchen (Platanthera bifolia)

  • Wechselfeuchte bis mässig trockene, nährstoffarme, humusreiche, dichte Böden in halbschattigen Lagen
  • Lichte Laub- und Nadelwälder, besonders Föhrenwälder
  • Riedwiesen, Magerwiesen, Halbtrockenrasen

Grünliches Breitkölbchen (Platanthera chlorantha)

  • Wechselnasse, feuchte bis nasse, basenreiche, nährstoffarme, humusreiche, dichte Böden in halbschattigen Lagen
  • Schattige Waldwiesen, lichte Buchen- oder Nadelmischwälder
  • Quellfluren, Flachmoore, meidet Halbtrockenrasen

Nach Delarze

2.3.1 - Pfeifengraswiese (Molinion)

Arten mit gleichen/ähnlichen Ansprüchen (nicht abschliessend)

Weisses Breitkölbchen (Platanthera bifolia)

Flora

  • Lichtbedürftige Waldarten:
  • Ästige Graslilie (Anthericum ramosum), siehe Steckbrief
  • Straussblütige Margerite (Tanacetum corymbosum)
  • Vogelfuss-Segge (Carex ornithopoda)

Grünliches Breitkölbchen (Platanthera chlorantha)

Flora

  • Birngrün (Orthilia secunda)
  • Fieder-Zwenke (Brachypodium pinnatum), wenn nicht zu dicht
  • Rotes Waldvögelein (Cephalanthera rubra), siehe Steckbrief

Weiteres

  • Duft erinnert an Hyazinthen (Namensgebung!)
  • Beide Arten werden durch nachtaktive Falter bestäubt

Kontakt

Amt für Landschaft und Natur – Abteilung Wald

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