Alpenrosen
Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron spp. )
Artbeschrieb
Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron ferrugineum)
- Bis 1 m hoher Zwergstrauch
- Blätter immergrün, derb, oval oder lanzettlich, wechselständig, 1.5-4 cm lang, ganzrandig, Rand nach unten gebogen, oberseits dunkelgrün glänzend, unterseits rostbraun, kahl, keine Wimpern
- Blüten leuchtend rot, zu 6-12 in doldigen Trauben am Ende der Zweige, Kronblätter ca. 1.5 cm lang
- Blütezeit Juni – August
Behaarte Alpenrose (Rhododendron hirsutum)
Blätter der Behaarten Alpenrose
- Bis 1 m hoher Zwergstrauch
- Blätter immergrün, derb, oval, wechselständig, 1-3 cm lang, ganzrandig, beidseits grün, oben heller, Unterseite drüsig rostbraun getüpfelt, Blattrand mit ca. 1 mm langen Wimpern, feinwellig, nicht umgebogen
- Blüten hellrot, Kelchzipfel länglich-lanzettlich, lang bewimpert, Blütenstände gedrängt, Einzelblüten glockenförmig, Blütenstiele ca. 1.5 cm lang
- Blütezeit Mai – Juli
Ähnliche Arten
Ausser den beiden in diesem Steckbrief beschriebenen Alpenrosen kommen im Wald im Kanton ZH keine ähnlichen Arten vor.
- Pflege und Gefährdung
Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron ferrugineum):
Was hilft der Art?
- Zuwachsende/verdunkelnde Waldstellen vermehrt auflichten
- Nicht mähen
Was gefährdet die Art
- Verbuschung, fortlaufende Sukzession
- Verdunkelung von (lichten) Wäldern infolge Kronenschluss
Behaarte Alpenrose (Rhododendron hirsutum):
Was hilft der Art?
- Zuwachsende/verdunkelnde Waldstellen vermehrt auflichten
- Wenn sie nicht mehr zur Blüte gelangen, benötigen sie wieder mehr Licht
- Nicht mähen
Was gefährdet die Art?
- Verbuschung, fortlaufende Sukzession
- Verdunkelung von (lichten) Wäldern infolge Kronenschluss
- Ansonsten wenig gefährdet, da bei uns meist auf schwer zugänglichen Felspartien.
Lebensraumansprüche und Vorkommen
Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron ferrugineum):
- Kalkmeidend
- Lichtreiche bis leicht beschattete, frische bis feuchte, nährstoff- und basenarme, kalkarme bis kalkfreie, saure, humose Stellen
- Nadelwälder
- Zwergstrauchheiden
- Moorränder
- Weiden
Nach Delarze (Charakterart)
- 5.4.1 - Subatlantische Zwergstrauchheide (Ginsterheide) (Calluno-Genistion)
- 5.4.5 - Mesophile subalpine Zwergstrauchheide (Alpenrosenheide) (Rhododendron-Vaccinion)
- 6.6.1 - Tannen-Fichtenwald (Abieti-Piceion)
- 6.6.2 - Heidelbeer-Fichtenwald (Vaccinio-Piceion)
- 6.6.3 - Lärchen-Arvenwald (Larici-Pinetum cembrae)
- 6.6.4 - Lärchenwald (Junipero-Laricetum)
- 6.6.5 - Bergföhrenwald (Erico-Pinion uncinatae)
Behaarte Alpenrose (Rhododendron hirsutum):
- Auf Kalk
- Felsen, Felsschutt
- Zwergstrauchheiden
- Bergföhrenwälder
Nach Delarze (Charakterart)
5.4.3 – Subalpine Kalkheide (Erikaheide) (Ericion)
6.6.4 - Lärchenwald (Junipero-Laricetum)
6.6.5 - Bergföhrenwald (Erico-Pinion uncinatae)
Arten mit gleichen/ähnlichen Ansprüchen (nicht abschliessend)
Für beide Arten:
Fauna
- Gämse (Rupicarpa rupicarpa)
- Mauerfuchs (Lasiommata megera)
- Braunauge (Lasiommata maera)
- Gelbringfalter (Lopinga achine)
Weiteres
Sehr giftig! (beide Arten)
Die Alpenrosen enthalten in allen Pflanzenteilen Giftstoffe und werden vom Weidevieh gemieden. Aus diesem Grund tragen sie in den Bergkantonen stark zur Verbuschung von Weiden bei. Früher wurden sie als Brennmaterial verwendet, was die Ausbreitung eindämmte.
Im Überschneidungsgebiet der beiden Alpenrosen-Arten kommt auch relativ häufig die Hybrid-Form Rhododendron x intermedium vor.
Beide Alpenrosenarten können vom Pilz Exobasidium rhododendri befallen werden. Er verursacht anfangs gelblichweisse, unförmige, fleischige Wucherungen, die sich zu den bekannten rötlichen «Alpenrosen-Galläpfeln» entwickeln.
Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron ferrugineum):
Wichtiger Rohbodenpionier.
Kontakt
Amt für Landschaft und Natur – Abteilung Wald