Alpenrosen

Artname deutsch
Alpenrosen
Artname lateinisch
Rhododendron spp.
Aktionsplan
Nein
Ziellebensraum
Lichter Wald
Fauna/Flora
Flora
Forstkreis
FK3

Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron spp. )

Blühende Rostblättrige Alpenrose auf einer Wiese.
Blühende Rostblättrige Alpenrose Quelle: Foto: Thomas Meyer

Artbeschrieb

Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron ferrugineum)

Nahaufnahme einer Blattober- und Unterseite der Rostblättrigen Alpenrose.
Ober und Unterseite der Rostblättrigen Alpenrose mit der namensgebenden rostbraunen Unterseite. Foto Quelle: Foto: Thomas Meyer
  • Bis 1 m hoher Zwergstrauch
  • Blätter immergrün, derb, oval oder lanzettlich, wechselständig, 1.5-4 cm lang, ganzrandig, Rand nach unten gebogen, oberseits dunkelgrün glänzend, unterseits rostbraun, kahl, keine Wimpern
  • Blüten leuchtend rot, zu 6-12 in doldigen Trauben am Ende der Zweige, Kronblätter ca. 1.5 cm lang
  • Blütezeit Juni – August

Behaarte Alpenrose (Rhododendron hirsutum)

Behaarte Alpenrose mit einzelnen Blüten und Farn im Hintergrund
Habitus der Behaarten Alpenrose. Quelle: Foto: Thomas Meyer

Blätter der Behaarten Alpenrose

Nahaufnahme von Blättern der Behaarten Alpenrose auf einem Stein
Blätter der Behaarten Alpenrose, welche bewimpert und beidseitig grün sind. Quelle: Foto: Thomas Meyer
  • Bis 1 m hoher Zwergstrauch
  • Blätter immergrün, derb, oval, wechselständig, 1-3 cm lang, ganzrandig, beidseits grün, oben heller, Unterseite drüsig rostbraun getüpfelt, Blattrand mit ca. 1 mm langen Wimpern, feinwellig, nicht umgebogen
  • Blüten hellrot, Kelchzipfel länglich-lanzettlich, lang bewimpert, Blütenstände gedrängt, Einzelblüten glockenförmig, Blütenstiele ca. 1.5 cm lang
  • Blütezeit Mai – Juli

Ähnliche Arten

Ausser den beiden in diesem Steckbrief beschriebenen Alpenrosen kommen im Wald im Kanton ZH keine ähnlichen Arten vor.

  • Pflege und Gefährdung

Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron ferrugineum):

Was hilft der Art?

  • Zuwachsende/verdunkelnde Waldstellen vermehrt auflichten
  • Nicht mähen

Was gefährdet die Art

  • Verbuschung, fortlaufende Sukzession
  • Verdunkelung von (lichten) Wäldern infolge Kronenschluss

Behaarte Alpenrose (Rhododendron hirsutum):

Was hilft der Art?

  • Zuwachsende/verdunkelnde Waldstellen vermehrt auflichten
  • Wenn sie nicht mehr zur Blüte gelangen, benötigen sie wieder mehr Licht
  • Nicht mähen

Was gefährdet die Art?

  • Verbuschung, fortlaufende Sukzession
  • Verdunkelung von (lichten) Wäldern infolge Kronenschluss
  • Ansonsten wenig gefährdet, da bei uns meist auf schwer zugänglichen Felspartien.

Lebensraumansprüche und Vorkommen

Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron ferrugineum):

  • Kalkmeidend
  • Lichtreiche bis leicht beschattete, frische bis feuchte, nährstoff- und basenarme, kalkarme bis kalkfreie, saure, humose Stellen
  • Nadelwälder
  • Zwergstrauchheiden
  • Moorränder
  • Weiden

Nach Delarze (Charakterart)

  • 5.4.1 - Subatlantische Zwergstrauchheide (Ginsterheide) (Calluno-Genistion)
  • 5.4.5 - Mesophile subalpine Zwergstrauchheide (Alpenrosenheide) (Rhododendron-Vaccinion)
  • 6.6.1 - Tannen-Fichtenwald (Abieti-Piceion)
  • 6.6.2 - Heidelbeer-Fichtenwald (Vaccinio-Piceion)
  • 6.6.3 - Lärchen-Arvenwald (Larici-Pinetum cembrae)
  • 6.6.4 - Lärchenwald (Junipero-Laricetum)
  • 6.6.5 - Bergföhrenwald (Erico-Pinion uncinatae)

Behaarte Alpenrose (Rhododendron hirsutum):

  • Auf Kalk
  • Felsen, Felsschutt
  • Zwergstrauchheiden
  • Bergföhrenwälder

Nach Delarze (Charakterart)

5.4.3 – Subalpine Kalkheide (Erikaheide) (Ericion)
6.6.4 - Lärchenwald (Junipero-Laricetum)
6.6.5 - Bergföhrenwald (Erico-Pinion uncinatae)

Arten mit gleichen/ähnlichen Ansprüchen (nicht abschliessend)

Für beide Arten:

Fauna

  • Gämse (Rupicarpa rupicarpa)
  • Mauerfuchs (Lasiommata megera)
  • Braunauge (Lasiommata maera)
  • Gelbringfalter (Lopinga achine)

Weiteres

Sehr giftig! (beide Arten)

Die Alpenrosen enthalten in allen Pflanzenteilen Giftstoffe und werden vom Weidevieh gemieden. Aus diesem Grund tragen sie in den Bergkantonen stark zur Verbuschung von Weiden bei. Früher wurden sie als Brennmaterial verwendet, was die Ausbreitung eindämmte.

Im Überschneidungsgebiet der beiden Alpenrosen-Arten kommt auch relativ häufig die Hybrid-Form Rhododendron x intermedium vor.

Beide Alpenrosenarten können vom Pilz Exobasidium rhododendri befallen werden. Er verursacht anfangs gelblichweisse, unförmige, fleischige Wucherungen, die sich zu den bekannten rötlichen «Alpenrosen-Galläpfeln» entwickeln.

Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron ferrugineum):

Wichtiger Rohbodenpionier.

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