Heidekraut / Erika
Heidekraut (Besenheide)
Artbeschrieb
Heidekraut (Besenheide) (Calluna vulgaris)
- 15-50 cm hoher Halb- oder Zwergstrauch
- Reich verzweigt, bogig aufsteigend, besenartiger Wuchs
- Niederliegende, sich bewurzelnde Sprosse
- Junge Sprosse am Stängel flaumig behaart
- Blätter immergrün, 1-3 mm lang und 0.5 mm breit, lanzettlich, ganzrandig, 4zeilig angeordnet, dicht wie Dachziegel überdeckend, fühlen sich trocken und rau an
- Blüten rosa bis violettrot, als dichte vielblütige Traube angeordnet, meist einseitswendig, nickend
- Einzelne Blüten 4zählig mit 4 Kelchblättern (rosa) und am Grund verwachsene Kronblätter mit 4 grossen Zipfeln, mit grünvioletten Aussenhüllblätter
- Blütenstiele flaumig behaart
- Blütezeit Juli bis Oktober
Erika (Schneeheide) (Erica carnea)
Erika (Schneeheide) (Erica carnea)
- Bis 30 cm hoher Zwergstrauch
- Niederliegende, kriechende Triebe
- Blätter immergrün, 6-10 mm lang, spitz, nadelförmig, kahl, sparrig abstehend, meist zu 4 im Quirl, Oberfläche fühlt sich weich an
- Blüten lebhaft rosa, in dichten einseitswendigen Trauben, Krone länglich-krugförmig verwachsen, mit 4 kleinen/kurzen Zipfeln, braunrote Staubbeutel ragen aus der Blütenkrone heraus
- Blütenstiele höchstens so lang wie die Blüten, in der Mitte mit drei kleinen Vorblättern
- Blütezeit (Januar) März – Juni
Ähnliche Arten
Ähnliche Arten kommen im Kanton Zürich keine vor.
Pflege und Gefährdung
Heidekraut (Calluna vulgaris)
Was hilft der Art?
- Profitiert von Streunutzung und Förderung von Nadelholz
- Einzelne Stellen im Wald auflichten
- Aufkommende Büsche und Bäume selektiv entfernen.
- Stauden nicht abmähen, wenn trotzdem nötig, nicht zu tief.
- Förderung: offener Rohboden fördert die Ansamung
Was gefährdet die Art?
- Zuwachsen von Wäldern infolge Sukzession
- Aufgabe der Streunutzung
- Veränderung der Weidenutzung
Erika (Erica carnea)
Was hilft der Art?
- Aufkommende Büsche und Bäume selektiv entfernen.
- Stauden nicht abmähen
Was gefährdet die Art?
- Zuwachsen von Wäldern infolge Sukzession
Lebensraumansprüche und Vorkommen
Heidekraut (Calluna vulgaris)
- lichtreiche bis sonnige, selten schwach schattige Standorte
- feucht bis trocken (in den Oberländer Wäldern eher auf trockenen Böden
- kalk- und nährstoffarm, sauerhumose Böden (Rohhumus oder Torf)
- Kretenlagen und Standorte, wo der Kalk ausgewaschen wird, versaurende Standort mit hohem Nadelholzanteil
- kalkarme Föhrenwälder
- Eichenmischwald
- Hochmoorwälder
- Zwergstrauchheiden
- Magere Weiden
- Moore
Nach Delarze
6.4.4 - Kalkarmer Föhrenwald (Dicrano-Pinion)
5.4.1 - Subatlantische Zwergstrauchheide (Ginsterheide) (Calluno-Genistion)
5.4.4 - Trockene subalpine Zwergstrauchheide (Zwergwacholderheide) (Juniperion nanae)
Erika (Erica carnea)
- Auf Kalk
- Lichte bis leicht beschattete Standorte
- Mässig trockene, nährstoffarme, sandige bis steinige, flachgründige, humose Stellen
- Föhrenwälder
- Heidelbeer-Fichtenwälder
- Lärchenwald
- Felsabsätze
- Trockene Hänge
- Zwergstrauchheiden
Nach Delarze
6.6.5 - Bergföhrenwald (Erico-Pinion uncinatae)
6.4.2 - Subkontinentaler kalkreicher Föhrenwald (Erico-Pinion sylvestris)
5.4.3 - Subalpine Kalkheide (Erikaheide) (Ericion)
Arten mit gleichen/ähnlichen Ansprüchen (nicht abschliessend)
Heidekraut (Calluna vulgaris)
Flora
- Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
- Tannenbärlapp (Huperzia selago)
- Pilze
Fauna
- Sandbienen
Erika (Erica carnea)
Fauna
- im Frühling starker Blütenbesuch von Bienen
Weiteres
Erika (Erica carnea)
Wächst in Symbiose mit Wurzelpilzen, denen sie Kohlenhydrate liefert. Mineralische Nährstoffe werden durch die Wurzelpilze aus nicht abgebautem Pflanzenmaterial gelöst, was das Wachstum der Erika fördert.
Kontakt
Amt für Landschaft und Natur – Abteilung Wald