Artenförderung Flora 2025
Aktionsplan Orchideen, Kanton Zürich
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Gebiet
Der Kanton Zürich setzt sich mit gezielten Aktionsplänen für den Schutz und die Förderung seltener Orchideen und anderer bedrohter Pflanzenarten ein. Die Massnahmen werden von der Fachstelle Naturschutz koordiniert und betreffen verschiedene Regionen des Kantons Zürich. Sie umfassen sowohl artenspezifische Massnahmen für einzelne Orchideenarten als auch Lebensraumaufwertungen und die Pflege von bestehenden Standorten. Regelmässige Monitorings überprüfen die Bestandesgrössen und den Erfolg der Massnahmen.
Ziele
Ziel der Aktionspläne für die Orchideenarten ist, die Bestände zu erhalten und wenn möglich zu vergrössern. Zum Zielspektrum gehört zudem auch, Lebensräume aufzuwerten und wo sinnvoll neue Bestände anzusiedeln. Die Orchideen sollen so in langfristig gesicherten Beständen im Kanton Zürich vorkommen können.
Massnahmen
- 2025 arbeiteten die beauftragten Spezialistinnen und Spezialisten an den Aktionsplänen für insgesamt 10 Orchideenarten: Frauenschuh, Hellgelbe Fingerwurz, Bocks-Riemenzunge, Zwiebelorchis, Kleine Spinnen-Ragwurz, Hohe Hummel-Ragwurz, Blasses Knabenkraut, Sumpf-Knabenkraut, Sommer-Wendelähre, Herbst-Wendelähre
- Für diese Arten wurden unterschiedliche Massnahmensets umgesetzt. Dazu eine Übersicht:
- Kontrolle/Monitoring von Vorkommen und Ansaatversuchen inkl. Bestandszählungen und Biotopeinschätzungen
- Differenzierte Pflege von Flächen/Biotopen mit Vorkommen der Orchideen (oder auch potenzielle Ansiedlungsflächen) initiieren oder ausführen
- Bestäubungen und Samensammlungen für Ansaaten und in-vitro-Vermehrung
- Ansiedlungen und Ansaaten
- Morphologische und genetische Untersuchung zur Artabgrenzung und Hybridisierung
- Die Massnahmen fanden in verschiedenen Gebieten im Kanton Zürich statt für die Trockenwiesenarten eher im Norden des Kantons, für die Feuchtgebietsarten eher im Süden.
Ergebnisse 2025
Bei Orchideen kommt es immer wieder zu Bestandsschwankungen. In einem guten Jahr, wenn die Bedingungen optimal sind, können viele Exemplare zum Blühen kommen. Wenn die Bedingungen weniger gut sind, blühen nur wenige oder gar keine Exemplare. Daher sind Kontrollen über mehrere Jahre notwendig, um eine Aussage über den Zustand und die Grösse eines Bestands machen zu können.
Aktuell lässt sich sagen, dass unter Einbezug der Massnahmen aus den Aktionsplänen verschiedene Orchideenarten wachsende Bestände zeigen:
- Beispiel Kleine Spinnen-Ragwurz: In einigen Gebieten führten erfolgreiche Ansaaten nach rund sechs Jahren 2025 erstmals zu blühenden Exemplaren.
- Beispiel Zwiebelorchis: In einem Ried konnten bei der Kontrolle 2025 erstmals seit 2010 wieder ein Bestand von Zwiebelorchis nachgewiesen werden – und dies in einer erfreulichen Anzahl (ca. 75 Exemplare). Nach zwei erfolglosen Kontrollen 2018 und 2022 war diese Entwicklung unerwartet, aber nicht untypisch für diese Art. Offenbar reagierte sie an diesem Standort auf die Bekämpfung der invasiven Goldrute über mehrere Jahre. Danach konnten die Riedwiesen wieder zu einem späteren Zeitpunkt geschnitten werden, was die Entwicklung der Zwiebelorchis fördert.
Bildgalerie
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Frauenschuh: Eine wunderschöne Orchideenart. Sie wird im Kanton Zürich mit einem Aktionsplan gefördert. Quelle: Christine Tanner -
Kleine Spinnen-Ragwurz: Ansiedlung und Fördermassnahmen führten 2025 erstmals zu blühenden Beständen in verschiedenen Gebieten. Quelle: topos
Kontakt
Amt für Landschaft und Natur – Fachstelle Naturschutz