Integrales Risikomanagement

Das Integrale Risikomanagement erfasst und steuert Risiken, die eine ausserordentliche Lage auslösen können, sowie weitere vom Regierungsrat als wesentlich erachtete Risiken. Der Risikobericht 2025 identifiziert zehn Toprisiken und gibt Auskunft über Reduktionsmassnahmen und deren Umsetzung.

Risikobericht 2025

Das Integrale Risikomanagement erfasst und steuert Risiken, die eine ausserordentliche Lage auslösen können, sowie weitere vom Regierungsrat als wesentlich erachtete Risiken. Im Zentrum steht die Aufrechterhaltung der Handlungsfähigkeit und die Förderung der Resilienz von Regierungsrat und Verwaltung, damit diese ihre Aufgaben zugunsten der Bevölkerung in solchen Situationen wahrnehmen können. Das Integrale Risikomanagement nimmt somit eine verwaltungsinterne Sichtweise auf Risiken ein. Dies in Ergänzung zum Risikomanagement Bevölkerungsschutz, das sich auf das Handeln gegen aussen zur Bewältigung von ausserordentlichen Lagen bezieht.

Der Risikobericht 2025 basiert auf den 2024 in verwaltungsweiter Zusammenarbeit erstmals identifizierten, analysierten und beurteilten zehn Toprisiken sowie beschlossenen Reduktionsmassnahmen und bestätigt die zehn Toprisiken aus dem Vorjahr. Erstmalig wird über die im vergangenen Jahr erreichten Fortschritte bei der Risikobehandlung berichtet. Alle Toprisiken befinden sich auf dem vorgesehenen Reduktionsweg.

Aktualisierung der Toprisiken

Die Risikolandschaft des Kantons Zürich bleibt im Vergleich zum Vorjahr beständig. Die 2024 identifizierten zehn Toprisiken werden aufgrund ihrer Grösse und weil sie an mehreren Stellen in der Verwaltung wirken, als Toprisiken eingestuft. Sie leiten sich aus denselben Gefährdungen wie im letzten Jahr ab, die ihrem Ursprung folgend in die Gefährdungsbereiche «Gesellschaft», «Natur», «Technik» und «Organisation» unterteilt werden. Die Toprisiken werden anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihres Schadensausmasses in einer Risikomatrix dargestellt. Nach einer Aktualisierung der Toprisiken kommt es im Vergleich zum Vorjahr zu keiner Anpassung in der Risikobewertung der zehn Toprisiken. Deren Verortung in der Risikomatrix bleibt damit unverändert.

Bei den am höchsten bewerteten Toprisiken handelt es sich um:
Ausfall kritischer IKT-Infrastrukturen, Daten- oder Informationsabfluss und Desinformation. Zunehmende Aktivitäten von bösartigen Akteuren – beispielsweise durch Phishing, Hacking, Malware, DDos – gelten als eine mögliche Ursache für die ersten beiden Toprisiken. Deren Eintritt hätte grosse Auswirkungen auf die Aufgabenerfüllung der Verwaltung. Das dritte Toprisiko spielt zunehmend eine bedeutende Rolle in Wahlen und Abstimmungen. Desinformation kann heute, verstärkt durch neue technologische Möglichkeiten u. a. im Bereich der künstlichen Intelligenz, wesentlich überzeugender verbreitet werden. Diese kann das Vertrauen in die demokratischen und rechtsstaatlichen Prozesse und somit in die Behörden stark gefährden.

Matrix-Darstellung die Schadensausmass und Eintrittswahrscheinlichkeit abbildet. Die 10 Toprisiken sind darauf eingeordnet.
Quelle: Kanton Zürich

Umsetzung der Reduktionsmassnahmen

Zur Bewältigung der Toprisiken wurden 2024 konkrete Reduktionsmassnahmen und -ziele definiert. Mithilfe bestehender und neuer Massnahmen soll das Schadensausmass oder die Eintretenswahrscheinlichkeit der Toprisiken reduziert werden. Die Massnahmen sind fünf Themenbereiche zugeordnet: «Risikomanagement», «Kontinuität des Verwaltungsbetriebs», «Com­pliance und Beschaffungswesen», «Infrastruktur» und «Früh­erkennung und Sensibilisierung». Sie knüpfen an bestehende Bestrebungen von Regierungsrat und Verwaltung an und führen diese fort. Nicht in der Übersicht aufgeführt sind Massnahmen zum weiteren Ausbau der Krisen- und Kontinuitätsmanagementfähigkeit der Verwaltung, da sie der Reduktion aller Toprisiken dienen.

Die Umsetzung der Reduktionsmassnahmen ist im Berichtsjahr angelaufen oder wurde fortgeführt. Das erstmals durchgeführte Massnahmencontrolling zeigt, dass die Umsetzung der Massnahmen planmässig voranschreitet und alle zehn Toprisiken dadurch schrittweise reduziert werden können. Der Umsetzungsstand zeigt, dass bei allen zehn Toprisiken die festgelegten Reduktionsziele planmässig erreicht werden können, wenn die Umsetzung der Massnahmen weiterhin wie vorgesehen verläuft. Der Umsetzungsfortschritt zeigt für jedes Toprisiko, wie viel vom jeweiligen Reduktionskurs (in Prozent) bereits zurückgelegt wurde. Die Umsetzungsfortschritte bewegen sich Ende des Berichtsjahres zwischen 15% und 45%.

Es zeigt sich eine schrittweise Stärkung der Resilienz sowie der Handlungsfähigkeit von Regierungsrat und Verwaltung. Wird die Umsetzung der Massnahmen auch in den kommenden Jahren konsequent weitergeführt, können Ziel und Zweck des Integralen Risikomanagements erreicht werden.

Ausblick

Das neu etablierte Risiko- und Massnahmencontrolling wird weiterbetrieben, sodass im nächsten Jahr über die weiteren Fortschritte berichtet werden kann. Der Risikobericht 2025 zeigt, dass das Integrale Risikomanagement erfolgreich in den Regelbetrieb überführt wurde. Es soll weiterhin verfestigt und gezielt weiterentwickelt werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der fortschreitenden Digitalisierung der Bewirtschaftung der Risiken und Überwachung der Massnahmen. Zusätzlich wird eine vorausschauende Sichtweise auf Risiken integriert, die eine Risikoerkennung in den nächsten 10 bis 15 Jahren ermöglicht.

Die zehn Toprisiken, spezifische Massnahmen und Umsetzung

R-Nr.
Bereich
Kurzbegriff
Risiko
Spezifische Massnahmen 
Umsetzungsstand 
Umsetzungs­fortschritt in %
G1 Gesellschaft Pandemie Pandemie mit globalem Ausmass
  • Anpassung der Kompetenzen-/Stellvertretungsregelungen
  • Weiterentwicklung der Früherkennung
  • Verstärkte Sensibilisierung der Bevölkerung zum Umgang mit Desinformation
planmässig auf
Reduktionskurs
30
G2 Gesellschaft Anschlag Anschlag auf staatliche, behördliche Einrichtung
  • Anpassung der Kompetenzen-/Stellvertretungsregelungen
  • Weiterentwicklung der Früherkennung
  • Sensibilisierung von Verwaltungsmitarbeitenden zum Umgang mit Drohungen und Gewalt
  • Verstärkte Sensibilisierung der Bevölkerung zum Umgang mit Desinformation
  • Optimierung der Schutzwirkung der Gebäude-/Arbeitsinfrastruktur 
planmässig auf
Reduktionskurs
45
G3 Gesellschaft Desinformation Einflussnahme auf freie Meinungs­bildung
  • Weiterentwicklung der Früherkennung
  • Verstärkte Sensibilisierung der Bevölkerung zum Umgang mit Desinformation
planmässig auf
Reduktionskurs
35
G4 Gesellschaft naher Krieg Militärische Eskalation an der Peripherie der EU
  • Weiterentwicklung der Früherkennung
  • Verstärkte Sensibilisierung der Bevölkerung zum Umgang mit Desinformation
planmässig auf
Reduktionskurs
35
O1 Organisation Lieferengpass Ausfall/Unterbruch kritischer Lieferanten und Leistungserbringer für sowie in der Verwaltung
  • Förderung der Resilienz kritischer Infrastrukturen
  • Tracking der Spitalfinanzierung
  • Weiterentwicklung Früherkennung
planmässig auf
Reduktionskurs
20
N1 Natur Erdbeben Erdbeben mit Epizentrum im Kanton Zürich
  • Optimierung der Schutzwirkung der Gebäude-/Arbeitsinfrastruktur
  • Förderung der Resilienz kritischer Infrastrukturen
  • Sicherstellung redundanter Kommunikation für Exekutive & Kader
  • Anpassung der Kompetenzen-/Stellvertretungsregelungen
  • Stärkung der Resilienz im Beschaffungswesen 
planmässig auf
Reduktionskurs
15
T1 Technik KKW-Unfall KKW-Unfall in der Schweiz
  • Anpassung der Kompetenzen-/Stellvertretungsregelungen
  • Förderung der Resilienz kritischer Infrastrukturen
  • Sicherstellung redundanter Kommunikation für Exekutive & Kader
planmässig auf
Reduktionskurs
15
T2 Technik Stromausfall Grossflächiger, langanhaltender Stromausfall
  • Sicherstellung redundanter Kommunikation für Exekutive & Kader
  • Stärkung der Resilienz im Beschaffungswesen
  • Förderung der Resilienz kritischer Infrastrukturen
  • Stärkung der Resilienz der IKT-Infra­struktur durch Unabhängigkeit sowie Redundanzen
  • Optimierung der Schutzwirkung der Gebäude-/Arbeitsinfrastruktur
planmässig auf
Reduktionskurs
15
T3 Technik Ausfall der Telekommunikation und der IT-Dienstleistungen Grossflächiger, langanhaltender Ausfall der Tele­kommunikation und IT-Dienstleistungen
  • Sicherstellung redundanter Kommunikation für Exekutive & Kader
  • Stärkung der Resilienz im Beschaffungswesen
  • Förderung der Resilienz kritischer Infrastrukturen
  • Stärkung der Resilienz der IKT-Infra­struktur durch Unabhängigkeit sowie Redundanzen 
planmässig auf
Reduktionskurs
15
T4 Technik Datenabfluss Unerlaubter Datenabfluss aus der Verwaltung
  • Systematisierung des kantonalen Compliance Managements
  • Schutz von Whistleblowern
  • Umsetzung der Cybersicherheits­strategie
  • Sensibilisierung von Verwaltungsmitarbeitenden zum Umgang mit unerlaubtem Datenabfluss
planmässig auf
Reduktionskurs
30

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