Ein neues Hilfsmittel im Kampf gegen Hitzeinseln

Ab sofort stellt der Kanton Zürich Daten zu den mit Bäumen bewachsenen Flächen im Siedlungsgebiet zur Verfügung. Sie dienen als planerisches Hilfsmittel, um der klimabedingten Wärmebelastung mit dem Pflanzen von Bäumen entgegenzuwirken.

Wie viele Bäume stehen auf dem Siedlungsgebiet einer Gemeinde? Wie hat sich der Baumbestand in einem Quartier in den letzten Jahren entwickelt? Fragen wie diese lassen sich ab sofort mithilfe neuer Daten der Abteilung Geoinformation der Baudirektion beantworten. Die Bäume, beziehungsweise ihre Kronenfläche, können auf einer Karte im GIS-Browser (2022) angezeigt werden (Waldflächen sind davon ausgenommen). Die Informationen sind als «Open Government Data» (OGD) über den GIS-Browser öffentlich beziehbar und stehen somit allen Interessierten fürAnalysen kostenlos zur Verfügung.

Als Baum gilt jedes Gehölz, das höher ist als drei Meter und eine Kronenfläche von mindestens sechs Quadratmetern aufweist. Auf der GIS-Karte werden zu jedem Baum Informationen angezeigt – etwa seine Höhe, sein Volumen und die Fläche seiner Baumkrone.

Grundlagenfür die Grünraumplanung

Nützlich sind diese Daten vor allem für Forschende und für die Fachleute der Gemeindeverwaltungen, die Analysen zur Siedlungsentwicklung erstellen oder Umweltmonitorings durchführen. So kann die neue Karte etwa Grundlagen liefern, wenn es darum geht, der steigenden Wärmebelastung im Siedlungsgebiet mit dem Pflanzen von Bäumen entgegenzuwirken. Dazu lässt sie sich im GIS-Browser zum Beispiel mit der Klimakarte verknüpfen, die die Lufttemperatur im Siedlungsgebiet darstellt und so Hitzeinseln identifiziert. Auch die Entwicklung des Baumbestandes über die Zeit lässt sich nachverfolgen, indem ausgewählte Zeitstände (2018 und 2022) abgerufen werden können. Die Zeitstände der Jahre 2014 und 2024 werden noch publiziert.

Automatisierte Erhebungsmethode

Die Daten werden mit einem per Flugzeug durchgeführten Laserscan der Kantonsoberfläche hergestellt. Der Scan dient in erster Linie der Produktion des Höhenmodells. Darüber hinaus lässt sich damit aber auch die Vegetation analysieren und mit einem bestimmten Algorithmus die Einzelbäume extrahieren. Die Genauigkeit der Methode beträgt zwischen 70 und 80%. Die Daten erreichen damit zwar nicht die Qualität eines Baumkatasters, bei dem jeder einzelne Baum manuell kartiert wird. Aber sie lassen sich effizient und über das ganze Kantonsgebiet einheitlich erheben. Der für die Berechnung der Daten verwendete Code ist publiziert und kann frei weiterverwendet werden.

Ausschnitt aus Karte mit Einzelbäumen entlag der Limmat in der Stadt Zürich
Übersicht Viadukt und Limmat Stadt Zürich. Quelle: BD ARE GEO
Ausschnitt aus Karte mit Einzelbäumen entlang der Reppisch bei Birmendorf
Birmensdorf mit Baumreihe entlang der Reppisch. Quelle: BD ARE GEO

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