Mit veganen Ersatzprodukten ausreichend mit Vitaminen versorgt?

Wer sich vegan ernährt, sollte auf eine ausreichende Nährstoffzufuhr achten, insbesondere auf jene, die überwiegend in tierischen Lebensmitteln vorkommen. Pflanzliche Alternativen zu Fleisch- und Milchprodukten unterscheiden sich im Nährstoffprofil und werden deshalb mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert. Doch entspricht die auf der Verpackung angegebene Menge nicht immer dem tatsächlichen Gehalt.

Bei einer veganen Ernährung werden tierische Lebensmittel vollständig gemieden. Dadurch entfällt jedoch eine bedeutende Quelle für verschiedene Vitamine und Spurenelemente. Besonders kritisch ist dabei Vitamin B12, das überwiegend in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Weitere potenziell kritische Nährstoffe sind Protein, Omega-3-Fettsäuren, Calcium, Eisen, Jod, Zink, Selen sowie die Vitamine B2 und D. Verschiedene Fachgesellschaften, darunter beispielsweise die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung, haben hierzu weiterführende Informationen zusammengestellt.

Wer auf tierische Produkte verzichten möchte, kann auf ein breites Angebot an Ersatzprodukten zurückgreifen, etwa Drinks aus Soja, Hafer oder Reis sowie pflanzliche Burger oder Schnitzel. Diese Produkte sind häufig mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert, um das Nährstoffprofil der tierischen Vorbilder möglichst nachzuahmen. Im Rahmen einer 2025 durchgeführten Kampagne zum Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen in veganen Milch- und Fleischersatzprodukten untersuchten die kantonalen Laboratorien der Ostschweiz insgesamt 41 entsprechende Erzeugnisse, darunter 15 Proben aus dem Kanton Zürich. Fast alle Produkte waren mit dem für Veganerinnen und Veganer besonders wichtigen Vitamin B12 angereichert. Die Milchersatzprodukte enthielten ausnahmslos Vitamin D und nahezu immer Calcium, etwas seltener Vitamin B2. Fleischersatzprodukte waren häufig mit Eisen angereichert.

Veganer Burger mit weiteren klassischen Zutaten zur Zubereitung eines Cheeseburgers.
Ein veganer Burger als Alternative zu Fleisch. Quelle: Kantonales Labor Zürich, Mirjam Widmer

Über die ganze Kampagne hinweg, wiesen rund 50 % der untersuchten Proben Mängel auf. Von den 15 im Kanton Zürich erhobenen Proben entsprachen bei 6 Produkten (40 %) die deklarierten Vitamingehalte nicht den analytisch bestimmten Werten. Teilweise traten mehrere Abweichungen pro Produkt auf. Abweichungen, sowohl tiefere als auch höhere Gehalte, wurden bei Vitamin D (3 Fälle), Vitamin B12 (4 Fälle) und Vitamin B2 (2 Fälle) festgestellt. Die Gehalte an Calcium und Eisen stimmten hingegen mit den Verpackungsangaben überein. In einem Fall wurde zudem ein höherer Salzgehalt gemessen als deklariert.

Proben mit nicht den Tatsachen entsprechenden und somit täuschenden Gehaltsangaben wurden beanstandet. Die betroffenen Betriebe wurden aufgefordert, ihre Rezepturen und Prozesse anzupassen und die festgestellten Abweichungen zu beheben. Künftige Prüfungen durch die Lebensmittelkontrolle werden zeigen, ob die ergriffenen Massnahmen nachhaltig wirksam sind.

Die zugesetzten Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen in den untersuchten Produkten waren insgesamt relativ gering und reichen für sich allein nicht aus, um den täglichen Bedarf an diesen Mikronährstoffen zu decken. Auch beim Konsum von Ersatzprodukten ist daher weiterhin auf eine vielseitige und abwechslungsreiche Ernährung zu achten.

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