Gut gewürzt, halb gewonnen?
Mitteilung 30.01.2026
In der Risikoeinschätzung des Kantonalen Labors Zürich stehen Gewürze bezüglich Pestizidrückständen weit oben auf der Liste. Entsprechend wurden 2025 96 Gewürzproben, vorwiegend asiatische Ware aus dem Ethno‑Handel, auf Rückstände von Pestiziden geprüft. In rund einem Drittel der Proben überschritten die gemessenen Rückstände die zulässigen Höchstwerte. In fünf Fällen musste das Gewürz sogar als gesundheitsschädlich eingestuft und die betroffenen Chargen vom Markt genommen werden. Auch die wenigen untersuchten Bio‑Gewürze waren nicht wie erwartet rückstandsfrei. Ursache für die zahlreichen Höchstwertüberschreitungen ist die ungenügende Selbstkontrolle entlang der Lieferketten.
Kochen Sie auch gerne ab und zu asiatisch? Und haben Sie sich schon einmal gefragt, ob die löffelweise verwendeten Gewürze völlig unbedenklich sind? Das Kantonale Labor Zürich ging dieser Frage 2025 nach und untersuchte 96 reinsortige Gewürzproben. Der Fokus lag auf asiatischen Gewürzen aus dem Ethno-Handel, nur sieben Proben stammten von grossen Detailhändlern in der Schweiz. Deshalb lässt sich das Ergebnis der Kampagne nicht auf alle im Handel erhältlichen Gewürze übertragen.
Rund ein Drittel der untersuchten Proben wies Pestizidrückstände über den zulässigen Höchstwerten auf. Häufig wurden in einer einzigen Probe gleich mehrere Überschreitungen unterschiedlicher Wirkstoffe festgestellt. Die betroffenen Produkte wurden beanstandet, verbleibende Restbestände mussten aus dem Verkauf genommen werden.
Warum aber sind Gewürze im Vergleich zu anderen Lebensmitteln besonders stark belastet? Ein zentraler Grund liegt bei der Herstellung: Gewürze stammen oft von zahlreichen landwirtschaftlichen Produzenten, werden zusammengeführt, vermischt und weiterverarbeitet. Die einzelnen Lieferungen werden vor der Verarbeitung vielfach nicht systematisch auf Rückstände geprüft. Entsprechend sind in den Analysen Nachweise von 30 bis 50 verschiedenen Pestiziden in einer Probe keine Seltenheit. Erschwerend kommt hinzu, dass in den Herkunftsländern noch immer Wirkstoffe eingesetzt werden, die in der Schweiz seit Jahren verboten sind. Ein besonders drastisches Beispiel lieferte ein im Rahmen der Kampagne untersuchter Kreuzkümmel aus der Türkei: In der Probe wurden 52 verschiedene Pestizide nachgewiesen, bei 19 davon lagen die Konzentrationen über den gesetzlichen Höchstwerten. Insgesamt erfüllten 36 Prozent der geprüften Gewürzproben die lebensmittelrechtlichen Vorgaben in Bezug auf Pestizidrückstände nicht.
Obwohl Gewürze nur in kleinen Mengen genossen werden, können durch die Belastung mit Pestiziden gesundheitliche Risiken auftreten. Dies war bei fünf der nicht konformen Proben der Fall. In diesen Proben fanden sich besonders bedenkliche, in der Schweiz verbotene Stoffe wie Chlorpyrifos und Ethylenoxid. Die betroffenen Chargen mussten umgehend vom Markt zurückgerufen werden.
Unter den untersuchten Produkten waren auch fünf aus biologischem Anbau. Zwei davon enthielten nur Spuren von Pestizidrückständen. Drei mussten jedoch beanstandet werden. Von diesen enthielten zwei sogar Rückstände in Konzentrationen knapp über den entsprechenden Höchstwerten auf. Im Vergleich zu den konventionell hergestellten Produkten waren die Bio-Proben aber signifikant weniger mit Rückständen belastet.
Die Rückmeldungen der Importeure zu beanstandeten Produkten zeigen, dass die Selbstkontrolle entlang der Lieferketten vielfach ungenügend ist. Oft lässt sich die Herkunft der Rohstoffe nicht lückenlos bis zu den einzelnen Produzenten zurückverfolgen. Damit fehlen die Voraussetzungen, um beim Anbau gezielt Korrekturen vorzunehmen und nachhaltige Verbesserungen zu erzielen.
Zwar schreibt das Lebensmittelrecht klar vor, dass Ware mit Überschreitungen von Höchstwerten weder verarbeitet noch durch das Vermischen mit unbelasteten Produkten «verdünnt» werden darf. Dass diese Vorgaben in den Herstellerländern in der Praxis jedoch nicht immer eingehalten werden, zeigen die zahlreichen Rückstände, die in den untersuchten Proben nachgewiesen wurden. Der Handel steht damit in der Verantwortung, seine Kontrollen zu verschärfen und sicherzustellen, dass ausschliesslich einwandfreie Produkte bei den Konsumentinnen und Konsumenten landen. Daher bleiben vorderhand Kontrollen von Gewürzen auf Rückstände von Pestiziden ein Schwerpunkt im Kantonalen Labor Zürich.
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