Schmuck auf dem Schweizer Markt kann meistens ohne Bedenken getragen werden

Metallener Schmuck kann gesundheitliche Risiken bergen. Er kann Nickel abgeben oder Schwermetalle wie Blei und Cadmium enthalten. Untersuchungen zeigen, dass die meisten auf dem Schweizer Markt erhältlichen Schmuckstücke die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Wer Schmuck aus vertrauenswürdigen Quellen kauft, ist auf der sicheren Seite.

Schmuck ist für viele Menschen mehr als nur Zierde, kann aber auch Gefahren bergen. Metallener Schmuck kann Nickel abgeben (Nickellässigkeit), Schwermetalle wie Blei und Cadmium enthalten oder eine Verletzungs- und Verschluckungsgefahr bergen. Das Tragen von nickellässigem Schmuck ist die häufigste Ursache dafür, dass Menschen auf metallenen Schmuck allergisch reagieren. Eine allergische Reaktion zeigt sich durch Jucken oder eine Rötung der Haut. Oft treten Symptome erst nach wiederholtem Kontakt auf, wenn der Körper zuvor sensibilisiert wurde. Schmuck mit Blei oder Cadmium ist giftig, wenn man ihn ableckt oder versehentlich verschluckt. Das ist besonders gefährlich, wenn Kleinkinder den Schmuck in die Hände bekommen.

Im Gesetz über Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände gibt es Anforderungen für die Nickellässigkeit sowie den Gehalt an Schwermetallen von Schmuck. Das Kantonale Labor Zürich überprüft deshalb regelmässig Schmuck auf diese chemischen Gefahren.

In den letzten zwei Jahren wurde Schmuck aus Warenhäusern, Mode-, Deko- oder Bastelgeschäften sowie von Schweizer Online-Anbietern untersucht. Insgesamt wurden 32 Proben analysiert, darunter Ohr-Anhänger, Armbänder, Verschlussketten und Sonnenbrillen. Zusätzlich überwies der Zoll eine grössere Schmucksendung zur Prüfung.
Die Mehrheit der untersuchten Proben war unbedenklich. Sie enthielt keine Schwermetalle und war auch nicht nickellässig. Sechs Ohr-Anhänger und Armbänder – darunter 4 Proben aus orientalischen Geschäften - waren jedoch nickellässig oder enthielten Cadmium oder Blei. Diese wurden vom Markt genommen. Die Importeure wurden verpflichtet, die Ware künftig besser zu prüfen. Die vom Zoll überwiesene Sendung (20 kg) enthielt nickellässige und bleihaltige Armbänder, die bei einer Hochzeit getragen werden sollten. Beim Import grosser Mengen, die nicht ausschliesslich privat verwendet werden, müssen die gesetzlichen Anforderungen auch eingehalten werden. Die gesamte Sendung wurde vom Zoll auf Kosten der Importeurin als Sonderabfall vernichtet.

Eine Person mit weissem Labormantel und mit roten Laborhandschuhen hält einen Armreif in der linken Hand. Mit der rechten Hand hält sie einen Teststreifen, der sich pink verfärbt hat.
Ein Armreif wird im Labor mit einem Nickel-Abwischtest untersucht. Bei nickellässigen Gegenständen verfärbt sich der Teststreifen pink. Quelle: Kantonales Labor Zürich, Mirjam Widmer

Wie kann ich mich vor gefährlichem Schmuck schützen?

Verbraucherinnen und Verbraucher können selbst kaum prüfen, ob ihr metallener Schmuck nickellässig oder schwermetallhaltig ist. Es empfiehlt sich, Schmuck nur aus vertrauenswürdigen Quellen zu kaufen. Das gilt besonders beim Kauf in Onlineshops oder bei Reisesouvenirs. Besteht der Verdacht, dass ein Schmuck nickellässig ist, soll man diesen nicht mehr tragen. Besonders bei Kindern ist darauf zu achten, dass sie keinen Kontakt mit nickellässigem Schmuck haben, um eine Sensibilisierung auf Nickel zu verhindern.

Gefährliche Waren bei Temu und Shein | Stiftung Warentest

Nickel, Cadmium & Blei in Modeschmuck | Kanton Zürich

Damit Schmuck weiterhin ohne Bedenken getragen werden kann, finden auch im nächsten Jahr Stichproben von Schweizer Anbieter statt. Mittels mobiler Kontrollen können zudem auch Anbieter von neuem Schmuck auf Wochen- oder Flohmärkten kontrolliert werden.

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