«Ich hatte keinen Sportunterricht»
Schulblatt 25.09.2026
Fünf Fragen an Noè Ponti, Starschwimmer
Welche Schulreise ist Ihnen speziell in Erinnerung geblieben und warum?
Ich muss gestehen, dass ich die meisten Schulreisen aufgrund meiner Trainings verpasst habe oder einfach nicht mitmachen konnte. Zumindest nicht in den späteren Jarhen. Aus der Primarschulzeit kann ich mich an ein paar Ausflüge in die Tessiner Berge erinnern – in eine Berghütte, wo wir dann gemeinsam gegessen haben. Das waren immer schöne Tage.
Welche Lehrperson werden Sie nie vergessen?
Tatsächlich gibt es ein paar, von denen ich die Namen nicht mehr weiss. Und dies, obschon meine Schulzeit eigentlich gar nicht so lange her ist. Jetzt weiss ich nicht, ob das mehr über sie oder über mich aussagt … Aber ich mochte meine Geschichtslehrerin Susanna Castelletti sehr gern. Sie unterrichtete mich im Gymnasium und hatte immer einen guten Draht zu mir.
Welches war Ihr liebstes Fach und weshalb?
Ausser an Geschichte (aus Gründen) war ich vor allem sehr an Naturwissenschaften interessiert. Biologie oder Geografie fand ich immer spannend. Mich interessierte, wie die Welt funktioniert, und vielleicht wollte ich auch wegen des Elements Wasser immer wissen, wie draussen alles wächst und entsteht. Sport, wie man jetzt vielleicht denkt, gehörte hingegen nicht zu meinen Lieblingsfächern, weil ich gar keinen Sportunterricht hatte. Für mich gab es nur das Schwimmtraining und die Schule.
Was haben Sie in der Schule fürs Leben gelernt?
Ich hatte das Glück, dass mir die Schule immer ziemlich leichtfiel. Es war darum vermutlich vor allem das Zeitmanagement, das ich in der Schule lernte: die Schwimmtrainings mit dem Schulplan so abzustimmen, dass Letzterer nicht unter Ersteren litt. Eine gewisse Disziplin war natürlich auch nötig, denn ich trainierte schon damals meistens zweimal am Tag.
Was hat Ihnen in der Schule gar nicht gefallen?
Ich darf es fast nicht sagen, aber in Italienisch wusste ich nur sehr selten zu überzeugen. Ich war zwar generell immer relativ gut in Sprachen. Meine Noten in Englisch oder Deutsch waren aber tatsächlich besser als in Italienisch. Das verstanden meine Eltern nicht immer, zumal sie selbst im Bildungsbereich tätig waren. Heute bin ich froh, dass ich mich in mehreren Sprachen verständigen kann.
Der Tessiner Noè Ponti (25) ist im Gambarogno (Tessin) geboren und aufgewachsen. Mit sechs Jahren bestritt er erste Schwimmwettkämpfe, 2019 gewann er Gold bei Schwimm-Junioreneuropameisterschaften in Kasan. Heute ist er der erfolgreichste Schweizer Schwimmer in der Geschichte seiner Sportart. Er ist mehrfacher Europa- und Weltmeister sowie Gewinner einer olympischen Bronzemedaille. Auch mehrere Weltrekorde hat er aufgestellt. Der Schmetterlingsspezialist engagiert sich zudem aktiv bei zwei Wohltätigkeitsorganisationen, darunter die Laureus-Stiftung, die die persönliche Entwicklung von Schülerinnen und Schüler mithilfe von Sport unterstützt.