Der Countdown läuft
Schulblatt 05.03.2026
Viele Teenager im Land schwitzen gerade für das gleiche Ziel: Sie wollen am Schweizerischen Schulsporttag in Winterthur eine gute Leistung zeigen. Zu Besuch in Bülach, wo sich sieben motivierte Schülerinnen auf die Volleyball-Wettkämpfe vorbereiten.
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Text: Martina Bosshard Fotos: Dieter Seeger
«Zu lange ruhig sitzen ist nichts für mich», sagt Laura. «Ich brauche den Sport als Ausgleich.» Die Jugendliche besucht die 4. Klasse des Gymnasiums an der Kantonsschule Zürcher Unterland in Bülach (KZU). In der Freizeit spielt sie Volleyball und macht Leichtathletik. Als ihre Sportlehrerin Petra Perala im Unterricht fragte, ob jemand am Schweizerischen Schulsporttag teilnehmen wolle, meldete sie sich sofort, gemeinsam mit ihren Klassenkameradinnen Maribelle, Kisha, Tuana, Shruti, Sofia und Ursina. Ihren ersten Auftritt als Volleyball-Team hatten die Mädchen im Dezember 2025 in Bülach an der kantonalen Vorausscheidung. Sie freuten sich sehr über die Qualifikation für den nationalen Anlass. Tuana fand es auch spannend, gegen unbekannte Gegnerinnen zu spielen. Das sei ein ganz anderes Gefühl, als sich innerhalb der eigenen Schule zu messen.
Der diesjährige Schweizerische Schulsporttag findet am 29. Mai in Winterthur statt. Eröffnet wird er im Sportpark Deutweg, für die Wettkämpfe verteilen sich die Teams anschliessend auf zahlreiche Sportanlagen in der Stadt. Seit dem Jahr 1969 wird der Anlass jährlich durchgeführt, jedes Jahr in einem anderen Kanton. Es ist also schon eine ganze Weile her, seit der Kanton Zürich Gastgeber war. Nun werden in Winterthur rund 2800 Schülerinnen und Schüler von Sekundar- und Mittelschulen aus allen Landesteilen der Schweiz zu den Wettkämpfen in Badminton, Basketball, Beachvolleyball, Geräteturnen, Handball, Leichtathletik, Orientierungslauf, Schwimmen, Tischtennis, Unihockey und Volleyball erwartet. Das Sportamt des Kantons Zürich und das Sportamt Winterthur organisieren die Grossveranstaltung gemeinsam. Die Verantwortlichen arbeiten mit Hochdruck an den Vorbereitungen: Sie wollen den Jugendlichen und ihren Lehrpersonen einen unvergesslichen Tag bieten – von der grossen Eröffnungsfeier in der Eishalle am Morgen bis zu den Siegerehrungen am Abend. Bei der Organisation wird darauf geachtet, dass die Wege für die Teilnehmenden möglichst kurz und gute Transportmöglichkeiten vorhanden sind.
An der Technik feilen
An einem trüben Montag im Januar steht in der Turnhalle in Bülach für die sieben Qualifizierten und ihre rund 15 Mitschülerinnen Sportunterricht auf dem Programm. Viele haben die langen Haare in einem Pferdeschwanz zusammengebunden. In der Vorwoche hatte die Klasse einen Geräteturnen-Test, nun ist Volleyball dran. Einige Mädchen fangen schon an, sich Pässe zuzuspielen, während ihre Lehrerin noch das Netz durch die Halle spannt. Dann beginnt die Stunde mit dem Aufwärmen und mit Übungen zu zweit, im Hintergrund läuft Popmusik. Anschliessend wird das Training anspruchsvoller. Die Jugendlichen üben die Ball-Annahmen, das Zuspiel und verschiedene Bewegungsabläufe. Bei manchen klappt das schon gut, andere lachen, wenn der Ball mal wieder in eine unbeabsichtigte Richtung springt. Petra Perala erklärt den Jugendlichen, worauf sie achten müssen, wenn sie den Ball mit einer sogenannten Manchette annehmen: «Die Schultern nach vorn und die Arme gut strecken, damit der Ball auf den Unterarmen und nicht auf dem Handgelenk landet.» Auch sagt sie ihnen, dass sie schneller reagieren können, wenn sie bereits vor Beginn des Spiels die richtige Körperhaltung einnehmen. Das heisst: Knie beugen und den Oberkörper nach vorn ausrichten.
Beim anschliessenden Match spielen die sieben Schülerinnen, die am Schweizerischen Schulsporttag teilnehmen werden, in den zwei stärksten Gruppen. Der Aufschlag funktioniert schon gut. «Ja», rufen sie laut, wenn sie den Ball annehmen. Ihre Lehrerin sieht, dass sie Fortschritte machen. Beim Angriff sollten sie noch etwas aggressiver sein, rät sie. Das lassen sich die Jugendlichen nicht zweimal sagen, mit Elan schmettern sie danach die Bälle übers Netz. Da die sieben Mädchen nur im Unterricht zusammen spielen, müssen sie die Zeit zur Vorbereitung auf ihren grossen Auftritt im Mai gut nutzen. «Ich gebe ihnen Tipps, damit sie ihre Technik und das Zusammenspiel verbessern können», sagt Petra Perala. Gleichzeitig müsse sie die Lektionen aber natürlich so gestalten, dass alle Jugendlichen profitierten. Gut passt, dass der eigene Sporttag der KZU in diesem Sommer ebenfalls im Zeichen des Volleyballs steht.
Mit Ehrgeiz und viel Spass
Martina Kropf, Leiterin Sportförderung im kantonalen Sportamt, hofft auf eine möglichst hohe Zürcher Beteiligung beim nationalen Event im eigenen Kanton. Die kantonalen Qualifikationen sind immer noch am Laufen. Die Rolle als «Host-Kanton » helfe dabei, den Anlass in Zürich noch bekannter zu machen. «Der Schweizerische Schulsporttag ist eine gute Möglichkeit für Schülerinnen und Schüler, gezielt zu trainieren und Erfahrungen in einer Wettkampfumgebung zu machen», sagt sie. Ein grosser Dank gebühre den Lehrpersonen, die sich bereit erklärten, die Jugendlichen zu coachen und zu begleiten. «Wir sind uns bewusst, dass sie einen besonderen Einsatz leisten.»
Und was nehmen sich die Teilnehmerinnen der KZU für den grossen Tag vor? Sie wollen in den nächsten Monaten noch viel üben. Denn sie wissen, dass sie im Mai auf starke Teams treffen werden. Kisha möchte daran arbeiten, dass sich die Gruppe noch besser koordiniert. Das Ziel ist, einen oder mehrere Matches zu gewinnen und gute Pässe zu zeigen. Vor allem sind die sieben aber überzeugt, dass sie bei den Wettkämpfen viel Spass haben werden. Maribelle fasst zusammen: «Volleyball ist so ein cooler Sport! Wir werden einen ganzen Tag lang zusammen spielen – nur schon dafür lohnt es sich, nach Winterthur zu fahren.»
Der Schweizerische Schulsporttag findet am 29. Mai in Winterthur statt
Der Schweizerische Schulsporttag bringt die besten Schulteams aus allen Kantonen zusammen, die sich in 11 Sportarten messen – von Leichtathletik über Schwimmen bis hin zu Volleyball. Dieser sportliche Grossanlass findet jährlich in einem anderen Kanton statt und ist ein echtes Multisport-Highlight. Er steht für Fairness, Teamgeist sowie sportliche Wettkämpfe – und bietet den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern ein unvergessliches Erlebnis.