«Wir müssen Lernen mit und Lernen ohne KI ermöglichen»

Wie wird Künstliche Intelligenz unsere Arbeitswelt verändern und wie können und sollen Schulen darauf reagieren? Ein Gespräch mit Mediendidaktiker Dominik Petko über eine gewinnbringende Nutzung von KI, Kompetenzen, die in Zukunft wichtig sein werden, und mehr handfeste Aufgabenstellungen.

Interview: Jacqueline Olivier Foto: Marion Nitsch

KI treibt zurzeit viele Menschen um, gerade auch Lehrpersonen. Sie haben die Einführung von KI in der Schule mit der Einführung des Taschenrechners verglichen. Wie haben Sie das gemeint?

Da muss ich etwas ausholen. Wir Menschen sind im Grunde Werkzeugmenschen. Wir leben in einer Symbiose mit unseren Werkzeugen, die uns den Alltag erleichtern. Im Laufe der Menschheitsgeschichte haben wir viele Werkzeuge gebaut: vom Faustkeil über Speere oder Schiffe bis zu Flugzeugen oder Maschinen aller Art. Das wichtigste Werkzeug in der Menschheitsgeschichte war vermutlich die Schrift. Sie hat uns erlaubt, Wissen weiterzugeben, was zu grossen Fortschritten geführt hat. Unsere jüngsten Werkzeuge sind Computer und jetzt eben KI. Werkzeuge haben aber nie nur die beabsichtigten Konsequenzen. Ein berühmtes Zitat des amerikanischen Pädagogen und Medienwissenschafters John M. Culkin bringt das auf den Punkt: «Wir formen unsere Werkzeuge und danach formen unsere Werkzeuge uns.»

Was ist damit gemeint?

Durch unsere digitalen Werkzeuge verändern wir uns. Wir verlernen auch gewisse Dinge. Vor dreissig Jahren kannten die meisten Menschen noch mindestens zehn Telefonnummern auswendig. Heute haben wir unsere Adressbücher auf dem Handy gespeichert. Wie viele Telefonnummern merken wir uns da noch? Das Gleiche wird nun mit KI passieren. Sie wird uns erlauben, gewisse Dinge zu tun, sie wird aber ebenso dazu führen, dass wir gewisse Dinge verlernen. Werkzeuge sind für uns Menschen immer zweischneidig.

Verlernen wir wegen KI also das Denken?

Das kommt darauf an, wie wir sie nutzen. Wenn wir alles an KI übertragen und uns von ihr das Denken abnehmen lassen, werden wir vermutlich irgendwann nicht mehr so gut denken können. Wenn uns der Taschenrechner – um auf Ihre erste Frage zurückzukommen – das Rechnen abnimmt, verlernen wir, mit dem Kopf zu rechnen. Diese Angst gab es damals, und die Schule hat darauf reagiert, indem sie Taschenrechner erst ab dem Zeitpunkt zugelassen hat, an dem die Kinder die Fähigkeiten des Kopfrechnens gefestigt haben. Denn nur wer das Kopfrechnen beherrscht, kann abschätzen, ob das, was er it dem Taschenrechner macht, sinnvoll ist, und ob das Resultat stimmen kann. Das ist eine pragmatische Lösung.

KI ist aber ein wesentlich komplexeres Werkzeug. Vor welchen Herausforderungen stehen die Schulen?

Momentan ist die Situation unübersichtlich und wir können nur spekulieren, wo das hinführt. In manchen Fächern sehen wir aber schon, in welche Richtung das gehen könnte. Von der Digitalisierung als Erstes betroffen waren die Fremdsprachen. Bis vor Kurzem hat man über die Übersetzungsprogramme noch gelacht, inzwischen beruhen sie auf KI und sind erstaunlich gut. Allerdings nicht, wenn es um feine sprachliche Nuancen und Kontextbewusstsein geht. Wer davon ausgeht, ein Knopf im Ohr werde das Gesagte schon so übersetzen, wie es gemeint ist, hat nicht verstanden, wie KI funktioniert.

Wie funktioniert denn KI?

In letzter Konsequenz beruht KI auf Statistik. Grosse Sprachmodelle berechnen immer nur das nächste wahrscheinliche Wort. Und da es keine Statistik ohne Fehlerquote gibt, können dabei haarsträubende Halluzinationen passieren. Wenn eine Lehrperson im Deutschunterricht von den Schülerinnen und Schülern verlangt, ein gewisses Buch zu lesen, und diese sich stattdessen auf eine Zusammenfassung durch KI verlassen, wird diese in der Regel nicht mit dem Buch übereinstimmen. Natürlich werden die Modelle besser, grösser und komplexer. Aber sie können auch degenerieren, wenn sie auf der Basis von anderen KI-generierten Inhalten trainiert werden. Dann entsteht ein sinnentleerter Einheitsbrei, sogenannter «AI Slop». Das ist jetzt schon zu beobachten.

Trotzdem wird KI in der Schule immer mehr zur Anwendung kommen. Wie wird KI die Bildungsziele verändern?

Bei komplexen Werkzeugen wie KI stellen sich grundsätzlich zwei Fragen: Werde ich mit dem Werkzeug produktiver und wird das Werkzeug produktiver mit mir? Wenn das Werkzeug zusammen mit mir nicht produktiver wird, mich also vollständig ersetzen kann, warum sollte mich noch irgendjemand für einen Job bezahlen? Früher ging man davon aus, dass im Zuge der Automatisierung vor allem Jobs im Bereich der Routinearbeiten verloren gehen würden. Heute können mithilfe von KI auch relativ komplexe Tätigkeiten automatisiert werden. Das führt zu einer grossen Verunsicherung, auch im Hinblick auf die Bildungsziele der Schule.

«KI kann jederzeit Plagiate produzieren, was insbesondere bei Abschlussarbeiten problematisch ist.»

Dominik Petko, Mediendidaktiker
Porträt Bildungsrat Dominik Petko
Dominik Petko ist Professor für Allgemeine Didaktik und Mediendidaktik an der Universität Zürich. Quelle: Marion Nitsch/Lunax

Für welche Arbeiten wird es denn in Zukunft noch den Menschen brauchen?

Zum einen für Arbeiten, die so komplex oder so verantwortungsvoll sind, dass man sie auf keinen Fall an KI delegieren kann oder will. Zum andern für Arbeiten, für die Menschen in Zusammenarbeit mit KI eine bessere Leistung erbringen als KI allein. Zudem für Aufgaben, die so sozial sind, dass dafür einfach Menschen gefragt sind. Es wird auch weiterhin Aufgaben geben, die so einfach sind, dass es sich nicht lohnt, KI dafür einzusetzen. Oder so handfest, dass Roboter allein sie nicht hinbekommen. Wenn zum Beispiel ein Abfluss verstopft ist, kann KI keine Abhilfe schaffen. Dafür braucht es vermutlich auch künftig einen Sanitär.

Welche Kompetenzen sollen Schülerinnen und Schüler also erwerben, um für die Zukunft gewappnet zu sein?

Komplexes Denken und Problemlösen wird in Zukunft noch stärker gefragt sein. Wichtig sind auch soziale und handwerkliche Fähigkeiten. Wir müssen ausserdem davon ausgehen, dass man sich in jedem Beruf laufend weiterentwickeln muss. Auch Berufswechsel wird es wahrscheinlich häufiger geben. Sicher ist nur die Unsicherheit. Zu den Berufen, die sich am wenigsten digitalisieren lassen, gehören übrigens jene der Kindergarten- und der Primarschullehrperson. Auf höheren Stufen wird der Lehrberuf vielleicht in Teilen digitalisierbar sein, sicherlich wird sich dort aber das Aufgabenprofil der Lehrpersonen verändern.

In welche Richtung könnten diese Veränderungen gehen?

Die Lehrpersonen werden vermutlich weniger Zeit für gewisse Routinearbeiten wie etwa das Korrigieren aufwenden, weil KI eine Vorkorrektur übernehmen kann. Sie werden aber sicher nachkorrigieren müssen, denn KI ist ja nie perfekt. Korrigieren bedeutet ausserdem, sich ein Bild von der Klasse sowie den einzelnen Schülerinnen und Schülern zu machen: Wo stehen sie, was haben sie verstanden, woran muss noch gearbeitet werden? Das ist eine zentrale Aufgabe von Lehrpersonen, die man sich von KI nicht völlig abnehmen lassen sollte.

Auch im Unterricht werden Lehrpersonen vermutlich gewisse Dinge an KI delegieren können?

Manche Dinge wie zum Beispiel Grammatikregeln oder typische Matheaufgaben können Schülerinnen und Schüler schon heute ganz gut mithilfe von KI üben. Und Lehrpersonen können solche Übungen mit allgemeinen Chatbots oder spezialisierten Tools wie Fobizz oder SchoolAi sehr einfach selbst erstellen, ganz ohne Informatikkenntnisse. Man beschreibt der KI die Regeln, auf die sie achten soll, und gibt ein paar Beispiele. Dann kann ein Chatbot in begrenztem Umfang auch Team-Teaching-Aufgaben übernehmen.

Gibt es bestimmte Regeln, die man bei der Nutzung von KI beherzigen sollte?

Die UNESCO hat drei Fragen formuliert, die man sich stellen sollte und die ich sehr sinnvoll finde. Erstens: Spielt es eine Rolle, ob der Output richtig oder falsch ist? Wenn es keine Rolle spielt, weil ich vielleicht nur eine Geburtstagseinladung gestalten will, kann ich problemlos KI nutzen. Andernfalls muss ich mir die zweite Frage stellen: Kann ich beurteilen, ob der Output richtig oder falsch ist? Wenn nicht, ist bei der Nutzung von KI grösste Vorsicht geboten. Wenn ich es hingegen beurteilen kann, muss ich mir die dritte Frage stellen: Bin ich bereit, für das Resultat Verantwortung zu übernehmen?

Wie ist das gemeint?

KI kann beispielsweise jederzeit Plagiate produzieren, was insbesondere bei Abschlussarbeiten problematisch ist. Wenn ich für eine Maturitätsarbeit gewisse Passagen von einer KI schreiben lasse und nicht merke, dass KI eins zu eins Formulierungen aus einem anderen Werk übernimmt, kann ich hinterher nicht sagen: Das war KI, die plagiiert hat. Nein, das ist mein Plagiat.

Was bedeuten diese drei Fragen demnach für die Nutzung von KI in der Schule?

KI ist sinnvoll als unverbindlicher Ideengeber. Wenn das Resultat hingegen verlässlich sein muss, sollte KI erst zum Einsatz kommen, wenn die Schülerinnen und Schüler genügend Vorwissen haben, um den Output einschätzen zu können. KI wird ausserdem unsere Prüfungskultur verändern. Sicher werden nach wie vor viele Prüfungen auf Papier und ohne KI geschrieben. Das ist auch gut so. Gleichzeitig brauchen wir aber auch gelegentlich Prüfungen mit KI. Da KI gut klingende, aber letztlich durchschnittliche Lösungen produziert, müssen wir aber auch unsere Bewertungsmassstäbe anpassen. Durchschnittliche Lösungen könnten dann für das Bestehen einer Prüfung nicht mehr ausreichend sein.

Braucht es also andere Prüfungsformate?

Zumindest ab und zu. Ich plädiere dafür, mehr Leistungen zu fordern, die Kreativität, komplexes Problemlösen, kritisches Denken und Kommunikation benötigen, denn das sind die zukunftsfähigen Kompetenzen. Wir sollten mit den Schülerinnen und Schülern grundsätzlich auch mehr handfeste Dinge machen.

Was zum Beispiel?

Nehmen wir an, die Lehrperson gibt den Schülerinnen und Schülern auf der Sekundarstufe I den Auftrag, einen Aufsatz zu schreiben zum Thema: «Können wir auf Pestizide in der Landwirtschaft verzichten? » Einen solchen Text schreibt KI ohne Probleme. Und am Schluss haben die Schülerinnen und Schüler, die den Aufsatz schnell mit KI geschrieben haben, vermutlich die besseren Noten als jene, die ihn mit viel Mühe selbst verfasst haben. Es gibt Studien, bei denen man Lehrpersonen Texte vorgelegt hat, die zum Teil von KI, zum Teil von Schülerinnen und Schülern geschrieben worden waren. Die Texte von KI wurden im Schnitt um eine Note besser bewertet. Das ist leider die Realität.

Was bedeutet dies nun für diesen Aufsatz?

Es bedeutet, dass ich als Lehrperson Leistungsnachweise verlangen muss, die wirklich eine Leistung erfordern. Wir könnten also selbst auf den Bauernhof gehen, Gespräche mit der Bäuerin oder dem Bauern führen, das mit unseren Handys dokumentieren, in Zeitungsarchiven recherchieren, eine Stellungnahme schreiben und Quellen zitieren. Am Schluss könnten wir uns von KI ein Feedback holen, ob wir Aspekte vergessen haben. Sicher keine Lösung ist es, in der Schule keine KI zu nutzen. Da wären wir wieder bei den Werkzeugen: Wir müssen Lernen mit und Lernen ohne KI ermöglichen.

Ab welcher Stufe kann man denn gezielt mit KI arbeiten?

In der Primarschule wäre ich noch vorsichtig. Dort kann man KI schon spielerisch testen, damit die Kinder sehen, was KI macht und dass sie sich auch irren kann. Das kann für die Kinder sehr lustig sein. Spätestens ab der Sekundarstufe I wird die gezielte und produktive Nutzung von KI zu einer grundlegenden Aufgabe der Schule. Ab diesem Alter sollten auch die technischen Grundlagen vermittelt und die Nebenwirkungen von KI kritisch hinterfragt werden.

An welche Nebenwirkungen denken Sie?

Man kann mit den Schülerinnen und Schülern zum Beispiel darüber diskutieren, was und wie viel wir an KI übertragen sollen. Neulich wurde im Rahmen einer Studie die Hirnaktivität von Testpersonen gemessen, während sie Texte schrieben. Die erste Gruppe schrieb ihre Texte mit KI, die zweite schrieb ihre Texte mithilfe von Internetrecherchen, die dritte schrieb nur für sich. Die Testpersonen der dritten Gruppe wiesen die grösste Hirnaktivität auf, waren am stolzesten auf ihre Arbeit und hatten sich von dem, was sie geschrieben hatten, am meisten gemerkt. Wer hingegen nur mit KI gearbeitet hatte, hatte die geringste Hirnaktivität und die Leute konnten sich am Schluss auch nicht an viel erinnern von dem, was in ihren Texten stand. Auch wenn das erst eine einzelne Studie ist, müssen wir uns fragen: Wollen wir uns von KI wirklich die interessanten Dinge abnehmen lassen?

«Ich bin ein grosser Fan von gezieltem Aufklappen und gezieltem Zuklappen von Geräten.»

Dominik Petko, Mediendidaktiker

Jugendliche nutzen KI aber, ohne sich über solche Fragen Gedanken zu machen. Wie kann die Pädagogik darauf reagieren?

Diese Debatte hat man schon in den 1980er-Jahren geführt, als die Computertechnologie aufkam und die Angst umging, nun werde alles automatisiert. In diesem Zusammenhang ist damals ein Buch des deutschen Informatikwissenschafters Klaus Haefner mit dem Titel «Die neue Bildungskrise» erschienen. Darin kam der Autor zum Schluss: Wir müssen die Unberechenbaren schulen, das heisst, wir müssen jungen Leuten Fertigkeiten beibringen, die nicht an technische Systeme übertragen werden können. Im Zusammenhang mit KI stellt sich aus meiner Sicht heute immer noch die gleiche Frage: Wie schulen wir die Unberechenbaren?

Haben Sie darauf eine Antwort?

Wir sollten mit den Schülerinnen und Schülern möglichst oft Projekte durchführen, die sie mit der realen Welt und mit anderen Menschen in Kontakt bringen. Wir sollten Themen aufgreifen, die sie interessieren, und mit ihnen über aktuelle, komplexe Problemstellungen nachdenken, die nicht mit auswendig gelerntem Lehrbuchwissen gelöst werden können. Auf diese Weise können wir auch Menschlichkeit schulen: Zusammenleben und Zusammenarbeiten – mit Verantwortung, Respekt und Toleranz. Dazu gehören auch musische und kreative Fähigkeiten oder der Sinn für Ästhetik, für Glück und Zufriedenheit. Und hinzu kommt natürlich: Werkzeuge nutzen zu können. Aber bei Werkzeugen geht es immer um die Frage: wozu?

Wie meinen Sie das?

Digitale Medien müssen heute in der Schule eingesetzt werden, das ist völlig klar. Ich bin jedoch ein grosser Fan von gezieltem Aufklappen und gezieltem Zuklappen. Meines Erachtens müssen wir bei vielen Arbeiten in der Schule den Laptop oder das Tablet auch einfach mal zuklappen respektive weglegen. Erstens ist bei offenem Bildschirm die nächste Ablenkung immer nur einen Klick entfernt. Zweitens bringen digitale Medien in vielen Bereichen keinen pädagogischen Mehrwert, etwa wenn wir für das Gleiche ebenso gut ein Blatt Papier verwenden könnten. Wenn man den Computer hingegen für Dinge einsetzt, die man ohne Computer nicht machen könnte, und dies zu einer besseren kognitiven Aktivierung führt, ist die Nutzung sinnvoll. Dasselbe gilt für KI. Wenn ich mir von KI wesentliche kognitive Aktivität abnehmen lasse, werde ich weniger lernen. Wenn ich KI aber so nutze, dass sie mir zum Beispiel Feedback gibt auf meine eigenen Überlegungen und mich damit zum Weiterdenken anregt, ist sie ein hilfreicher Sparringspartner.

Und wie kann das gelingen?

Ich kann zum Beispiel einen Text schreiben und KI auffordern, den Text zu kritisieren. Oder ich kann sie bitten, mir ein paar Aufgaben für das Üben gewisser Fertigkeiten zu stellen. Ich kann sie aber auch bitten, Notizen, die ich gemacht habe, zu strukturieren. Man sollte KI jedoch nie bei der ersten Antwort vertrauen, sondern kritisch nachfragen oder Quellen einfordern. Mir ist aber noch ein anderer Punkt wichtig.

Welcher?

Zu KI gehört auch Informatikwissen. In vielen Ländern wird Wert darauf gelegt, dass Schülerinnen und Schüler die statistischen und technischen Grundlagen von KI erlernen. Sie sollen in der Lage sein, zu verstehen, wie KI funktioniert. Sie sollen befähigt werden, KI zu gestalten, nicht nur zu konsumieren. Dies sollte bei uns Aufgabe des Moduls Medien und Informatik in Volksschulen beziehungsweise des Fachs Informatik am Gymnasium sein.

Trotzdem: KI birgt Risiken. Wie kann man sich in der Schule damit auseinandersetzen?

Mir ist wichtig, dass man die Implikationen von KI auch mit einem weiten Horizont betrachtet: Was bedeutet KI zum Beispiel für die Demokratie? Was bedeutet sie für die Privatsphäre und das Zusammenleben? Wer trägt die Verantwortung, wenn selbstfahrende Autos einen Unfall verursachen? Sollen wir Militärtechnologien entwickeln, die automatisch Menschen töten können? Das sind grosse gesellschaftliche Fragen, über die wir auch mit Schülerinnen und Schülern nachdenken können.

Dominik Petko (55) ist Professor für Allgemeine Didaktik und Mediendidaktik an der Universität Zürich. Er studierte Pädagogik an der Georg-August-Universität in Göttingen (DE), wo er auch seine Promotion erlangte. Von 2003 bis 2019 war er an der Pädagogischen Hochschule in Schwyz tätig, als Leiter des Instituts für Medien und Schule und als Prorektor für Forschung und Entwicklung.

Seit 2019 ist er ordentlicher Professor an der Universität Zürich, wo er vor allem in der Ausbildung von Gymnasiallehrpersonen engagiert ist. Dominik Petko ist unter anderem Mitglied der Arbeitsgruppe Digitale Transformation in der Schule des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH). Seit 2023 ist er Mitglied des Bildungsrats des Kantons Zürich.

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