Beanstandungen wegen schlechter Frittieröle auf tiefem Niveau stabil
Mitteilung 31.01.2025
Ernährungsempfehlungen nur gelegentlich Frittiertes zu konsumieren zum Trotz, nach wie vor wird eifrig frittiert. Entsprechend sind in vielen Lokalen Fritteusen im Einsatz. Das benutzte Frittieröl leidet unter den harschen Bedingungen beim Frittieren und es entstehen schwerverdauliche Oxidationsprodukte. Wird das Frittieröl nicht rechtzeitig gewechselt, werden diese Zersetzungsprodukte mitgegessen. Das Kantonale Labor prüft intensiv Frittieröle vor Ort in den Lebensmittelbetrieben und sorgt dafür, dass die Zahl schlechter Frittieröle auf tiefem Niveau bleibt.
Frittieröl in der heissen Fritteuse wird richtig geplagt. Im Zusammenspiel von Licht, Sauerstoff aus der Luft und den hohen Temperaturen entstehen Oxidations- und Zersetzungsprodukte. Diese Stoffe werden als sogenannte «polare Anteile» zusammengefasst. Sie gehen mit dem Öl in die frittierten Speisen über und werden mitgegessen. Ein zu hoher Gehalt an polaren Bestandteilen macht das Essen schwer verdaulich. Darüber hinaus kann bei den hohen Temperaturen in stärkehaltigen Lebensmitteln wie z. B. Pommes Frites auch gesundheitsgefährdendes Acrylamid entstehen (Umgang mit Lebensmitteln / Kanton Zürich).
Im schweizerischen Lebensmittelrecht ist ein Höchstwert von 27 % für den polaren Anteil in Frittierölen und -fetten festgelegt. Wird dieser Wert überschritten, gelten die Produkte als verdorben und sind als für den menschlichen Verzehr ungeeignet einzustufen. Mit einfachen Handmessgeräten wird durch die Lebensmittelkontrolleure in den Betrieben vor Ort der Gehalt an polaren Bestandteilen gemessen. Verdächtige Öle die den Höchstwert überschreiten, werden direkt entsorgt. Ein Teil des Öls wird als Probe erhoben und im Labor einer Bestätigungsanalyse unterzogen.
Im vergangenen Jahr 2024 wurden in 1544 Betrieben insgesamt 2705 Frittieröle kontrolliert. Nach genaueren Abklärungen im Labor bestätigte sich bei 53 Frittierölen die Überschreitung des Höchstwertes von 27 % polaren Bestandteilen. Diese ungenügenden Erzeugnisse wurden beanstandet. In 17 Fällen erfolgte zusätzlich eine Strafanzeige. Dies, weil das verwendete Frittieröl besonders schlecht war oder es sich um einen Wiederholungsfall innerhalb kurzer Zeit handelte. Schon seit Jahren bewegt sich der Anteil verdorbener Frittieröle stabil bei ca. 2 % (2024: 2.0 %, 2023: 2.2 %, 2022: 2.1 %).
Sowohl für den Einsatz zuhause als auch in der Gastronomie gilt, das Frittieröl nach Arbeitsschluss zu filtrieren und regelmässig zu wechseln. Worauf beim Frittieren zusätzlich zu achten ist, ist im Merkblatt «Empfehlungen zum korrekten Frittieren» zusammengefasst (Umgang mit Lebensmitteln / Kanton Zürich). Gastrobetriebe sollten zur Erfüllung ihrer Pflicht zur Selbstkontrolle die Qualität des Frittieröls unbedingt mit einem eigenen Handmessgerät überprüfen. Auf keinen Fall sollte sich beim Erhitzen des Öls Rauch bilden. Von der Farbe des Öls kann aber nicht auf die Qualität geschlossen werden. In Restaurants kann ein starker Geruch nach Frittieröl ein Hinweis auf die Verwendung von Frittieröl minderer Qualität sein.
Da beim Frittieren hohe Temperaturen erreicht werden, sollten grundsätzlich nur hitzestabile Öle oder Fette verwendet werden. Dazu eignen sich von der Industrie speziell zum Frittieren entwickelte raffinierte Pflanzenöle. Ungeeignet sind kaltgepresste Öle mit vielen ungesättigten Fettsäuren.
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