Meine Schulzeit: «Ich war ein wildes Kind»
Schulblatt 05.12.2025
Fünf Fragen an Meta Hiltebrand, Fernsehköchin und Gastrounternehmerin
Welche Schulreise ist Ihnen speziell in Erinnerung geblieben und warum?
In der Oberstufe reisten wir mit der ganzen Klasse nach Paris, das war eine mega-spannende Zeit für uns alle. Besonders schön war, dass ich meine Mutter mitnehmen durfte, sie war als Aufsichtsperson dabei. Meine Schulkameraden mochten sie sehr gerne, was die Reise für mich noch spezieller machte. Die ganze Klasse fuhr mit dem Velo durch Paris, das werde ich nie vergessen. Wir machten jedes Jahr eine Schulreise und ich mochte alle davon, auch bei den Skilagern war ich immer gern dabei.
Welche Lehrperson werden Sie nie vergessen?
In der Oberstufe wurde ich von Herrn Lutz unterrichtet, er war ein richtig cooler Lehrer. Er machte gern Musik und fand einen guten Zugang zu jungen Menschen. Herr Lutz hat mir vieles beigebracht. Schon früh förderte er unsere Selbstständigkeit. Ein Highlight war die Schülerzeitung, für die er sich sehr einsetzte. Wir konnten verschiedene Schweizer Persönlichkeiten treffen und interviewen. Wichtig für mich war auch eine Lehrerin, die wir Frau Müsli nannten. Dank ihres Haushaltsunterrichts habe ich meine Liebe zum Kochen entdeckt.
«Punkten konnte ich in Fächern wie Handwerken oder Kochen, in denen Geschicklichkeit und Kreativität gefragt waren»
Meta Hiltebrand, Fernsehköchin und Gastrounternehmerin
Welches war Ihr liebstes Fach und weshalb?
Ehrlich gesagt ging ich nicht besonders gerne in die Schule. Ich war ein «Rotstiftkind», das korrekte Schreiben fiel mir nicht leicht, und entsprechend rot kamen meine Arbeiten jeweils zurück. Umso mehr schätzte ich Fächer wie Handwerken oder Kochen, in denen Geschicklichkeit und Kreativität gefragt waren. Dort konnte ich endlich auch mal punkten.
Was haben Sie in der Schule fürs Leben gelernt?
Pünktlichkeit, Anstand und Respekt, aber auch sonst vieles. Ich war ein wildes Kind und kannte fast alle im Schulhaus und im Dorf. Ich sprach mit allen, so habe ich auch vom Hauswart einiges gelernt. Manchmal wünsche ich, ich hätte im Unterricht besser zugehört. In der Schule passiert das Lernen spielerischer. Heute, mit 42 Jahren, ist es nicht mehr so einfach.
Was hat Ihnen in der Schule gar nicht gefallen?
Der Rotstift, aber der gehörte halt dazu. Auch gab es ein paar Mitschüler, die mich störten. Der Umgang mit Schwierigkeiten hat mich jedoch zu der starken Person gemacht, die ich heute bin. Mit der Schule selbst kam ich eigentlich gut zurecht.
Meta Hiltebrand (42) ist in Bachenbülach aufgewachsen und gelernte Köchin. Mit nur 23 Jahren wurde sie die jüngste Küchenchefin der Schweiz. Nach ihrem ersten Kochbuch folgten verschiedene TV-Erfolge in der
Schweiz und in Deutschland, unter anderem der Sieg gegen Tim Mälzer in «Kitchen Impossible». Heute ist sie Fernsehköchin, Jurorin und Chefredaktorin des Magazins «EINFACH. Kochen».