Noch keine Lehrstelle gefunden? Das gilt es jetzt zu beachten
Mitteilung 27.02.2025
Ihr Sohn oder Ihre Tochter hat trotz aller Bemühungen noch keine Lehrstelle gefunden? Keine Panik: Jetzt gilt es, die Nerven zu bewahren und den Bewerbungsprozess gemeinsam zu optimieren. Die folgenden Anregungen können dabei helfen.
Zuletzt aktualisiert am 8. Januar 2026
Wenn die Lehrstellensuche trotz zahlreicher Bewerbungen keinen Erfolg bringt, kann das Jugendliche entmutigen oder verunsichern. Das ist verständlich – doch niemand muss sich mit diesem Problem alleingelassen fühlen. Es geht vielen Jugendlichen gleich. Wichtig ist, nicht die Hoffnung zu verlieren. Vielmehr sollten Jugendliche und ihre Eltern nun nochmals einen gemeinsamen Effort leisten.
Das Miteinander spielt in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle. Es bleibt in den kommenden Monaten immer noch ausreichend Zeit, eine Lehrstelle zu finden. Die Suche sollte aber gezielt und effizient erfolgen. Als Elternteil oder erwachsene Bezugsperson können Sie eine wichtige Unterstützung für Ihr Kind leisten. Wieso will es mit der Lehrstellensuche bisher nicht klappen? Analysieren Sie die Situation aus den folgenden Blickwinkeln.
Berufswunsch überprüfen
Stimmt die gewünschte Lehrstelle mit den persönlichen Fähigkeiten und Interessen überein?
In Bezug auf die Fähigkeiten lässt sich das Schulzeugnis mit dem Anforderungsprofil eines Berufs vergleichen. Entscheidend ist, daraus realistische Schlüsse zu ziehen. Auf dem Berufswahl-Portal können die schulischen Anforderungen für die einzelnen Berufe eingesehen und als PDF-Datei heruntergeladen werden – als Beispiel verlinken wir den Beruf als Logistikerin EFZ/Logistiker EFZ.
Das Interesse spiegelt die persönliche Motivation wider. Womöglich bringt Ihr Kind zwar die notwendigen Fähigkeiten für einen Beruf mit, hat aber kein grosses Interesse daran. Auch hier gilt es, den Berufswunsch nochmals kritisch und ehrlich zu hinterfragen, da die Arbeitgeber auch persönliche Faktoren wie Lernbereitschaft, Motivation und erwartetes Engagement in ihrem Auswahlprozess berücksichtigen.
Hat Ihr Kind seinen Berufswunsch schon einmal mit einer Berufsberaterin oder einem Berufsberater besprochen? Vielleicht sorgt ja ein weiterer Termin bei den Fachleuten in den biz für Klarheit.
Schreiben Sie die richtigen Lehrbetriebe an?
Die Leitfrage hier lautet: «Haben wir die richtigen Unternehmen angeschrieben?» Allenfalls lässt sich die Auswahl anpassen, um die Erfolgschancen zu erhöhen.
Unterscheiden lässt sich etwa nach Unternehmensgrösse (anonymes Grossunternehmen oder familiärer Kleinbetrieb), unternehmerischer Reichweite (internationale Ausrichtung mit hohen sprachlichen Anforderungen oder lokales Tätigkeitsfeld) oder Branchenausrichtung. Insbesondere bei der Suche nach einer KV-Lehrstelle gibt es spannende Kleinunternehmen, die eine Berufslehre im Bereich «Dienstleistung und Administration» und somit eine solide Basis für eine Ausbildung als Allrounder/Allrounderin anbieten. Wichtig ist, dass der Lehrbetrieb zu Ihrem Kind passt.
Nutzen Sie verschiedene Bewerbungsmöglichkeiten?
Hier lassen sich die folgenden Kanäle unterscheiden, die es zu prüfen gilt:
Vorteile:
- Klassische Bewerbungen für offene Lehrstellen auf den gängigen Internetportalen. Dazu zählen etwa Yousty.ch oder das Berufswahl-Portal. Achten Sie darauf, dass die nötigen Bewerbungsunterlagen lückenlos aufbereitet sind und in einer Online-tauglichen Version vorliegen. Mit PDF-Dateien stellen Sie zum Beispiel sicher, dass ein Dokument beim Öffnen auch richtig angezeigt wird. Beim Erstellen eines Bewerbungsschreibens können auch Tools mit künstlicher Intelligenz (KI) helfen (mehr dazu erfahren Sie hier).
- Eigenes Netzwerk und Spontanbewerbungen nutzen. Es zeigt sich immer wieder, dass Unternehmen ihre offenen Lehrstellen gar nicht öffentlich ausschreiben oder sogar erst auf eine konkrete Anfrage hin einen Lehrstellenplatz schaffen. Erkundigen Sie sich in Ihrem Umfeld und setzen Sie auf Spontanbewerbungen, um Kontakt mit einem Unternehmen aufzunehmen.
- Unkonventionelle Methoden nutzen. Warum nicht einmal ungewöhnliche Wege gehen? Die Mutter eines 15-jährigen Oberstufenschülers hat etwa im November 2024 über ihr LinkedIn-Profil eine Lehrstelle für ihren Sohn gesucht. Der Aufruf wurde von den Medien aufgenommen und weiterverbreitet. Dieses Beispiel muss natürlich niemand kopieren, aber vielleicht inspiriert es Sie ja. Suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind nach kreativen Möglichkeiten. Es gibt hier kein Richtig oder Falsch.
Professionelle Unterstützung in den biz
Bei all diesen Schritten stehen Ihnen auch die Berufsberaterinnen und Berufsberater in den biz zur Seite. Womöglich gibt es im Wunschberuf Ihres Kindes ja nur wenige Lehrstellen? Welche Alternativen kommen infrage? Melden Sie sich für einen Gedankenaustausch und um die nächsten Schritte mit einer Fachperson zu besprechen.
Und immer daran denken: Die Welt geht nicht unter, wenn sich trotz aller Bemühungen keine passende Lehrstelle finden lässt.
Die Fachleute in den biz helfen auch bei der Suche nach einem passenden Brückenangebot weiter.