Thermopapiere enthalten kaum mehr Bisphenol A

Thermopapiere enthielten ursprünglich die Chemikalien Bisphenol A und S. In der Schweiz sind diese seit Dezember 2020 verboten. Die Kontrollen des Kantonalen Labors 2022 und 2023 zeigen, dass mittlerweile die meisten Thermopapiere frei von Bisphenol A und S sind.

Thermopapiere begegnen uns bei unzähligen Gelegenheiten im Alltag. Sie enthalten Chemikalien für die Entwicklung der schwarzen Schrift. Das früher dafür verwendete Bisphenol A gehört zu den so genannten endokrinen Disruptoren. Diese haben hormonaktive Eigenschaften und können schon in geringsten Mengen die Wirkung des weiblichen Sexualhormons Östrogen nachahmen. In hohen Dosen beeinträchtigen solche Stoffe die Fortpflanzung und die fötale Entwicklung.

Deswegen ist die Verwendung von Bisphenol A-haltigem Thermopapier in der Schweiz seit Dezember 2020 verboten. Anders als in der EU gilt diese Einschränkung auch für den ähnlichen Ersatzstoff Bisphenol S, der dieselben unerwünschten Eigenschaften aufweist.
 

Das Foto zeigt verschiedene Papierrollen, die z.B. für Kassenzettel verwendet werden.
Thermorollen für verschiedene Einsatzzwecke. Quelle: Kantonales Labor Zürich, Urs Näf

Das Kantonale Labor hat 2022 und 2023 insgesamt 61 verschiedene Thermopapiere untersucht. Es handelte sich um Thermorollen im Grosshandel, um Quittungen im Detailhandel und in Restaurants, Wartebons, Parktickets, Eintrittskarten und Belege von Geldautomaten. Sie wurden auf ihren Gehalt an Bisphenol A und Bisphenol S sowie auf die verwendeten Ersatzstoffe untersucht.

Von den 2022 untersuchten Proben enthielten 34 noch Bisphenol A und zehn Bisphenol S. Diese Produkte wurden beanstandet und durften nicht mehr weiterverwendet werden.

Keine der 2023 untersuchten 27 Proben enthielt Bisphenol A, in zwei Proben konnte Bisphenol S nachgewiesen werden. Dabei handelte es sich um Restbestände, die in einzelnen Filialen des Detailhandels verwendet wurden. Bei den Lieferanten von Thermorollen wurden keine bisphenolhaltigen Papiere mehr angetroffen.

Die Kontrollen haben Wirkung gezeigt. Die Papiere enthalten anstelle der gesundheitsgefährdenden Bisphenole entweder weniger problematische Ersatzstoffe oder basieren zunehmend auf einer Technologie, die ohne Entwicklerchemikalien funktioniert.
 

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