«Arbeit am System» in der Praxis

Teilnehmende der Führungskonferenz mit Blick auf das Rednerpodium

In der Direktion der Justiz und des Innern wollen wir als Führungskräfte «am System» und nicht «im System» arbeiten oder anders formuliert, Führungskräfte nehmen eine unterstützende Rolle ein.

Dabei orientieren wir uns auch an Führungsgrundsätzen. Diese wurden vor einigen Jahren partizipativ erarbeitet und als Dreiklang festgehalten: «zutrauen, loslassen, experimentieren». Von Anfang an war klar: diese Grundsätze in den vorhandenen Strukturen einzuführen und in der Praxis zu leben, ist eine Herausforderung. Die Direktion beschäftigt rund 2'500 Mitarbeitende, 350 davon als Führungskräfte. Tätigkeitsbereiche und die organisatorischen Strukturen weisen zudem grosse Unterschiede auf. Eine Befragung in ausgewählten Organisationseinheiten, unter anderem zum Thema «Engagement», hat denn auch Hinweise darauf ergeben, dass bei einer Kommunikation über die Hierarchiestufen hinweg wertvolle Informationen verloren gehen. In der Folge werden dann Leitungsentscheide als wenig nachvollziehbar wahrgenommen. Unsere Regierungsrätin Jaqueline Fehr hat deshalb zu einer Führungskonferenz eingeladen.

Die Idee: Das Kader der JI trifft sich künftig einmal im Jahr, um «am System» zu arbeiten und gemeinsame Haltungen zu Führungsfragen zu entwickeln. Ein erwünschter Nebeneffekt: Die Führungskräfte lernen sich kennen und tauschen sich ämter- und fachstellenübergreifend aus.

Die Einladung an alle Führungskräfte erfolgte zusammen mit einer Einladung, sich an der Vorbereitung der Konferenz zu beteiligen. Das Interesse an der Mitgestaltung war gross. Über 30 Führungskräfte nahmen Anfang 2020 ihre Arbeit auf. Die Veranstaltung wurde vor dem Ausbruch der ersten Welle der Pandemie geplant.

Corona-bedingt musste das Vorhaben neu ausgestaltet werden, was ein Stück weit einer Quadratur des Kreises gleichkam: Miteinander zu kommunizieren, ohne sich sehen zu können, aufeinander zuzugehen, ohne sich zu treffen.

Im September fand dann die erste Führungskonferenz zu den Führungsgrundsätzen «zutrauen, loslassen, experimentieren» statt. Stellvertretend für alle Kader der JI traten fünfzig Führungskräfte der Führungskonferenz miteinander und mit Regierungsrätin Jacqueline Fehr in einen Dialog. Und auch wenn sich die Arbeit im Untersuchungsgefängnis von der Tätigkeit im Staatsarchiv in mancher Hinsicht unterscheidet, der Austausch zeigte: Herausforderungen, Stolpersteine und Erfolge bei der Umsetzung der Grundsätze sind ähnlich. Nicht alles fällt allen gleich leicht und nicht immer gelingt es, Mitarbeitende für das Führungsmodell zu gewinnen. Aber deutlich wurde auch, dass die gemeinsame Arbeit «am System» weitergehen soll. Dabei entstehen möglicherweise weitere Führungsgrundsätze, die die ersten drei hilfreich ergänzen. Die Teilnehmenden sammelten erste Ideen und werden diese nun mit KollegInnen diskutieren und erproben.

Folgetermine sind geplant und wir hoffen und sind optimistisch, dass die geplante zweite Führungskonferenz im September 2021 mit allen Führungskräften stattfinden kann.

 

PD Dr. Astrid Rossegger
StV. Leiterin Forschung & Entwicklung
Justizvollzug und Wiedereingliederung

 

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